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Beiersdorf Zentrale in Hamburg

Konsumgüterkonzern Beiersdorf will Online-Geschäft ausbauen

Beiersdorf
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Beiersdorf konnte im ersten Halbjahr ein deutliches Wachstum verbuchen. Luft nach oben gibt es noch beim Thema E-Commerce. Ein großer Teil des laufenden 300-Millionen-Euro-Investment-Programms des Konsumgüterkonzerns soll nun in den digitalen Ausbau fließen.

Beiersdorf ist im ersten Halbjahr wieder deutlich gewachsen. Dabei konnte das Unternehmen seine Entwicklung im zweiten Quartal beschleunigen. Treiber war das Klebstoffgeschäft Tesa, aber auch das Konsumentengeschäft mit der Marke Nivea legte wieder deutlich zu. Anleger reagierten erfreut: Die Aktie legte gegen Donnerstagmittag um mehr als 5 Prozent zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im MDax.

3,9 Milliarden Euro Umsatz

Der Umsatz stieg um 12,3 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Organisch, sprich bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe, lag das Plus bei 16,2 Prozent. Die Hautpflegemarken Nivea, Eucerin und LaPrairie konnten deutliche Zuwächse verbuchen. Und auch die US-Sonnenschutz-Marke Coppertone, die Beiersdorf vor rund zwei Jahren gekauft hatte, zeigt sich auf gutem Weg.

Die Integration des Zukaufs ist mittlerweile abgeschlossen. In den ersten sechs Monaten konnte die Marke ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielen. Und erstmals seit 2012 habe Coppertone auf dem umkämpften Sonnenschutzmarkt USA wieder Marktanteile gewinnen können, erklärte Vorstandschef Vincent Warnery in einer Telefonkonferenz. Der Franzose hatte erst vor drei Monaten das Ruder bei Beiersdorf übernommen, nachdem sein Vorgänger Stefan De Loecker überraschend den Konzern verlassen musste.

Luft nach oben sieht Warnery insgesamt noch beim Online-Geschäft. Im ersten Halbjahr habe das E-Commerce-Wachstum ein Viertel des Wachstums im Massengeschäft von Beiersdorf ausgemacht. "Im Derma-Bereich war es sogar ein Drittel des Wachstums". Aktuell liege der Online-Absatz bei zirka 9 Prozent. "Dieser Anteil soll weiter steigen, das steht ganz oben auf meiner Agenda." Ein großer Teil des laufenden 300-Millionen-Euro-Investment-Programms soll daher in den digitalen Ausbau fließen.

Online-Shop auf Tmall von Alibaba

Auf dem chinesischen Markt kommt Beiersdorf voran und verzeichnete im ersten Halbjahr ein Wachstum von 44 Prozent im Vergleich zu 2020 und 12 Prozent im Vergleich zu 2019. Beiersdorf hatte sich dort für die Vermarktung von Eucerin sogar für eine rein digitale Strategie entschieden. "Mit unserem eigenen Online-Shop auf Tmall von Alibaba gelang eine schnelle Ausweitung der Online-Präsenz von Eucerin. Ziel ist es, nach und nach bei allen führenden digitalen Plattformen in China vertreten zu sein", sagte Warnery.

Wichtige Säule ist zudem der Klebebandspezialist Tesa, der sowohl im Konsumentengeschäft als auch in der Industrie stark vertreten ist. Tesa konnte den Umsatz im ersten Halbjahr um gut ein Viertel steigern. Größte Treiber waren das Elektronikgeschäft in Asien sowie die weltweite Erholung der Automobilindustrie. Ein Tesa-Fokus liegt derzeit bei thermisch leitfähigen Klebebandlösungen für Smartphones und Smartwatches. Im Autobereich profitiert Tesa von E-Mobilität und Automatisierung, bei denen der Schutz vor Hitzeentwicklung und Feuer eine große Rolle spielt.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns nahm im Halbjahr gut ein Viertel auf 595 Millionen Euro zu, was mehr war als von Analysten erwartet. Nach Steuern verdiente Beiersdorf 404 Millionen Euro - fast 40 Prozent mehr als im pandemiebedingt schwachen Vorjahr. Die Ergebnisprognose bekräftigte der Konzern und erwartet wegen hoher Investitionen eine bereinigte operative Marge (Ebit) auf Vorjahresniveau. Zudem dämpfen höhere Rohstoff- und Transportkosten. Das Unternehmen erwägt daher Preiserhöhungen im zweiten Halbjahr. Der Umsatz soll im höheren einstelligen Prozentbereich wachsen.

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