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Amazon 02.02.2015
Amazon 02.02.2015

E-Commerce-Trends 02.02.15 Zalando will nicht mehr nur Händler sein

Zalando will zur Plattform werden, Otto rechnet mit Gewinneinbußen, About You sucht nach pfiffigen App-Entwicklern, Amazon veröffentlicht Deutschland-Umsätze und Ebay beendet SDL in Berlin.

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NEWS -

Zalando (I) will in Zukunft kein reiner Online-Händler mehr sein, der Ware einkauft und verkauft. Wie Vorstand Rubin Ritter im Interview mit der „Wiwo“ verkündete, stellt sich das Unternehmen künftig strategisch als Plattform auf. Ziel sei es, noch mehr bekannte Marken auf die Seite zu holen, die ein großes Umsatzpotenzial in Europa haben, aber keine eigenen Läden eröffnen wollen. Diese Marken können sich dann - ähnlich wie jetzt schon Topshop und ab Mai auch Gap - mit einem eigenen Shop bei Zalando präsentieren und erhalten auf einen Schlag Zugriff auf 16 Märkte, 400 Millionen potenzielle Kunden und die gesamte Infrastruktur. Auch im Vorstand gibt es Umstrukturierungen. David Schneider soll die Partnerschaften mit Marken vorantreiben, Robert Gentz konzentriert sich auf Investitionen im Technologie-Bereich, Rubin Ritter verantwortet das operative und finanzielle Tagesgeschäft. Das Jahr 2014 will Ritter „leicht profitabel“ abschließen. Allerdings wolle man nicht zu früh aufhören, zu investieren. Stattdessen rechnet Ritter damit, auch in den nächsten Jahren noch Umsatzzuwächse von 20 bis 25 Prozent erreichen zu können. Investieren will Ritter unter anderem in den mobilen Kanal, über den vor Weihnachten erstmals über 50 Prozent der Besucher kamen. >>>Wiwo.de

Dass Zalando (II) sich demnächst einen großen Schuhhändler kauft und damit über ein eigenes Filialnetz verfügt, liegt zumindest für den EHI-Geschäftsführer Michael Gerling „auf der Hand“. Zalando selbst wiegelt ab. Es gebe derzeit keine solchen Pläne und der Fokus liege klar auf dem Online-Geschäft, heißt es aus Berlin. Pläne für einen Börsengang gab es allerdings offiziell auch nie. >>>Format.at

Die Otto-Gruppe rechnet für das noch bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr mit empfindlichen Gewinneinbußen. Schuld seien unter anderem strukturelle Probleme in Frankreich, die man entschlossen angepackt habe, sowie die Rubelschwäche in Russland. Auch der schwache Euro belaste das Geschäft. >>>Zeit.de

About you hat offenbar Probleme, App-Entwickler zu finden, die mit wirklich neuen Ideen begeistern. „Wir würden uns noch mehr außergewöhnliche, pfiffige Ideen wünschen, über die der Markt spricht“, sagte Otto-Chef Hans-Otto Schrader im Interview mit der „Wirtschaftswoche“. Trotzdem ist er stolz auf das Startup, das mittelfristig, wie bekannt, mindestens Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe schreiben und auch auf einem guten Weg in diese Richtung sein soll. >>>WIwo.de

Amazon hat in seinen Geschäftsunterlagen 2014 auch wieder Umsätze für den deutschen Markt ausgewiesen, aber nur Jochen Krisch von "Exciting Commerce" hat sich die Mühe gemacht, da überhaupt mal reinzugucken. Demnach wuchs das Deutschlandgeschäft des E-Commerce-Riesen von 10,4 Milliarden US-Dollar 2013 auf jetzt 11,9 Milliarden US-Dollar. Währungsbereinigt ergibt dies ein Wachstum von rund 13,1 Prozent. >>>ExcitingCommerce.de

Ebay (I) stellt sein Same-Day-Delivery-Projekt in Berlin ein. Der Versuch in Kooperation mit DHL wurde 2014 „planmäßig“ beendet, erfuhr Neuhandeln.de. Jetzt will der strauchelnde Marktplatz mit Mengenrabatten für höhere Warenkörbe sorgen. Über das Marketing-Tool „Verkaufsaktionen“ können Händler Rabatte geben, wenn Kunden mehr Artikel pro Transaktion kaufen. >>>Neuhandeln.de

Ebay (II) baut seinen Geschäftsbereich mit Edelmetallen aus. Mit Pro Aurum und Primus Münzen sind zwei weitere starke Händler an Bord. Im Mai 2014 hatte Ebay in Deutschland seine Münzenkategorie komplett überarbeitet. Seitdem steigt das Vertrauen und mit ihm das Handelsvolumen. >>>ecommerce-news-magazin.de

Media Markt und Saturn wollen den schnellen Preisschwankungen im Netz mit elektronischen Preisschildern in den stationären Märkten begegnen. In Ingolstadt sind diese bereits installiert, der flächendeckende Rollout in allen Filialen soll schnellstmöglich folgen. Per Knopfdruck kann dann ein ganzer Markt mit neuen Preisen bestückt werden. >>>Wiwo.de

myTheresa hat nach der Übernahme durch Neiman Marcus die Führungsspitze ausgetauscht. Nach dem Ausscheiden der Firmengründer Susanne und Christoph Botschen zogen erst die US-Amerikaner Joshua Schulman und James Skinner in die Chefetage ein. Jetzt nimmt Thomas Müller seinen Hut und Michael Kliger kommt als neuer Präsident an Bord, wo er Online-Shop und Stationärgeschäft verantworten soll. Klieger kommt von Ebay, wo er als Vizepräsident für Europa und die Region Asia-Pacific die Enterprise-Sparte verantwortete. >>>Neuhandeln.de

Galeria Kaufhof steht bei Metro nicht zur Disposition, betonte Metro-Koch Olaf Groß gegenüber der „Wirtschaftswoche“. Stattdessen träumt man von großen Online-Umsatzsprüngen. Aktuell liegt der Anteil am Gesamtumsatz bei gerade einmal zwei Prozent. Vergleichbare Anbieter in Großbritannien kämen hier auf 30 Prozent. „Wenn wir es richtig angehen, sind in den kommenden Jahren sogar ein paar Hundert Millionen Euro zusätzlicher Umsatz drin“, glaubt Koch. Jetzt soll das Online-Sortiment ausgebaut werden. Darüber hinaus träumt Koch davon, über Online-Shops neue Länder zu erschließen. Schließlich sei die Marke „Galeria Kaufhof“ international sehr bekannt. >>>Wiwo.de

Das Versandhaus Baur bringt seine Fachabteilung E-Commerce als ausgegründete Agentur Empiriecom an den Start. Erste Aufträge sollen von anderen Otto-Firmen kommen. >>>Lebensmittelzeitung (nur für Abonnenten)

Der E-Zigarrettenversender Riccardo-Zigarette.de benötigt für das Picken, Verpacken und Kontrollieren von Bestellungen rund drei Minuten. Wie die Logistik optimiert ist, hat t3n.de im Interview erfragt. >>>t3n.de

Dass das Musikhaus Thomann bei seinen Kunden beliebt ist, zeigen nicht nur Marktstudien. Auch die Kunden posaunen ihre Liebe in die Welt hinaus. Tradition hat offenbar schon das Prozedere, dass sich Kunden mit ihrem neuen Musikinstrument und Thomann-Karton fotografieren und dieses Selfie dann über Twitter und andere soziale Medien in die Welt hinausposaunen. Das Musikhaus seinerseits retweetet - und wünscht viel Spaß mit dem neuen Instrument. >>>Onlinehaendler-News.de

Neue Konkurrenz für Glossybox: Nach Douglas und Gala bringt jetzt auch die Frauenzeitschrift „Brigitte“ eine Abobox mit Beautyprodukten auf den Markt. Laut Branchendienst „Meedia“ soll sie ab Frühjahr verschickt werden und 40 Euro monatlich kosten. Wie gewohnt sollen die enthaltenen Produkte den Preis im Wert aber übersteigen. Laut einer Brigitte-Sprecherin sind die Details aber noch nicht final festgezurrt. >>>via Gruenderszene.de

Der Schuhhersteller Peter Kaiser hat seinem Webshop überarbeitet. Die Internet-Plattform zeichnet sich durch eine ERP-Anbindung sowie die Fachhändlerintegration über Gaxsys aus. Die Gestaltung übernahm OneCommerce. >>>Schuhmarkt-News.de

Die Erwin Halder KG, Hersteller im Bereich Industriebedarf/Maschinenpark, ist bei Mercateo angedockt. Das süddeutsche Traditionsunternehmen nutzt den B-to-B-Marktplatz als Vertriebskanal für über 7.000 Artikel. Mit einer Umsatzsteigerung von zehn Prozent gegenüber 2013 war das Segment Industriebedarf 2014 eine der am stärksten gewachsenen Produktkategorien bei Mercateo. >>>Pressemitteilung

Rose Biketown, München, wurde vom HDE mit dem „Stores of the Year Award“ ausgezeichnet. Die Jury lobte die vorbildliche Verknüpfung des stationären Einzelhandels mit digitalen Medien und dem Online-Handel des Fahrrad-Händlers. >>>ecommerce-news-magazin.de

INTERNATIONAL -

Der britische Modeversender Asos hat mit Asos Ventures eine eigene Beteiligungsgesellschaft gegründet. Das erste Investment wurde bereits getätigt - in Trillenium, einem Entwickler dreidimensionaler Online-Shopping-Lösungen. Kunden können dann, ähnlich wie seinerzeit in Second Life, durch einen dreidimensionalen Laden marschieren und Freunde als Berater mitnehmen. >>>Exciting Commerce

Das britische Warenhaus Argos kooperiert mit der Supermarktkette Sainsbury's und eröffnet zehn Concession-Stores in Sainsbury's-Supermärkten. Dort finden Kunden ein Sortiment von 20.000 Artikeln, die sie im Store entweder via Tablet kaufen können oder online zur Abholung innerhalb weniger Stunden reservieren können. Weitere 40.000 Produkte können im Store zur Lieferung nach Hause bestellt werden. Wenn die Tests positiv verlaufen, soll das Konzept auf weitere Filialen ausgedehnt werden. Beide Partner erhoffen sich dadurch die Ansprache neuer Zielgruppen. >>>Sky.com

Pepsi hat im Rahmen des Super-Bowl via TV-Commerce versucht, Kasse machen. Während des Auftritts von Testimonial Katy Perry in der Halbzeitpause motivierte die Brausemarke die 64 Millionen Twitter-Follower der Sängerin zum Kaufen, indem sie per Twitter darauf hinwies, dass Merchandise-Produkte jetzt über Connected-TVs, Social Media und mobile Apps gekauft werden könnten. Die technische Umsetzung übernahmen Delivery Agency und Visa. Unter anderem war der Einkauf über Twitters "Buy-Now"-Button möglich sein. Auch mit Shazam kooperierte Pepsi. Die App erkennt per Audio-Recognition, wer die Halbzeitpause guckt - und informiert dann über die Einkaufsmöglichkeiten. Diese sollen bis zum 3. Februar verfügbar sein. >>>Kontakter.de

Der niederländische Multichannel-Händler Coolblue.nl hat vergangenen Monat auf Facebook angekündigt, den Online-Shop um 16.00 Uhr zu schließen. Der Grund: Eine Feier mit allen 1.000 Mitarbeitern anlässlich des 15. Geburtstags des Händlers. Die Message passt zur Unternehmenskultur des Unternehmens, die extrem auf Kundenservice nach dem Motto „Alles für ein Lächeln“ setzt. Aber guter Kundenservice geht auch nur, wenn die Mitarbeiter zufrieden sind. Die deutsche Warenhauskette Karstadt, die gerade verkündet hat, die Mitarbeiter in den Filialen massiv ausdünnen zu wollen, sollte sich von den holländischen Nachbarn vielleicht eine Scheibe abschneiden. >>>Carpathia-Blog

Der US-Rasurversender Harry’s sammelte noch vor seinem offiziellen Start mit einer Empfehlungskampagne innerhalb von sieben Tagen 100.000 Kunden-E-Mails ein. 85.000 davon waren gültig. Wie das funktioniert hat, beschreibt „Online Marketing Rockstars“. >>>Online Marketing Rockstars

Alibaba will nach seinem eigenen Rekord-Börsengang jetzt auch seinen Finanzarm Alipay an die Börse bringen. Der Zeitplan sieht das kommende Jahr zum Going Public vor. Die Firmenbewertung könnte bei rund 50 Milliarden US-Dollar liegen. >>>Handelsblatt.com

- BACKGROUND -

Mobile Commerce: Lohnt sich die Investition für Mobile Commerce. Spätestens nach den Erfahrungen des letztjährigen Weihnachtsgeschäfts sollte man glauben, dass Händler diese Frage nicht mehr ernsthaft stellen. Bei Channelpartner hat man zum Thema trotzdem einen Ratgeber publiziert. >>>Channelpartner.de

Vertriebsbeschränkungen: Händler, die von Asics ein Verkaufsverbot erhalten haben, sollten den Rechtsweg einlegen, empfiehlt der Bundesverband Onlinehandel (BVOH). Die Chancen stünden sehr gut, dass die Gerichte auch bei diesen Verfahren zugunsten der Onlinehändler entscheiden, heißt es von dort. >>>tmta.de

- ZAHL DES TAGES -

Der deutsche E-Commerce-Markt wächst 2015 um zwölf Prozent auf 43,6 Prozent, schätzt der HDE. Für den gesamten Einzelhandel geht es um 1,5 Prozent nach oben auf 466,2 Milliarden Euro. >>>Buchreport.de

- GEHÖRT -

„Für meine private Kapitalanlage würde ich keine Zalando-Aktien kaufen.“

Otto-Chef Hans-Otto Schrader glaubt noch immer nicht an die Nachhaltigkeit des Business-Modells von Zalando. >>>Wiwo.de

„Otto verkauft auch Mode, und das auch im Internet. Es ist aber kein Unternehmen, an dem wir uns orientieren. Wir schauen eher auf die Topfirmen aus dem Technologie- und Modebereich.“

Zalando-Mitgründer Rubin Ritter nimmt offiziell Otto ebenso wenig ernst wie Otto-Chef Hans-Otto Schrader Zalando. >>>Wiwo.de

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