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ECommerce-Trends 10.04.14 Zalando will kein E-Commerce-Prügelknabe sein

Kaum ein E-Commerce-Unternehmen wehrt sich bislang öffentlich gegen das schlechte Image, das die Medien dem Online-Handel aktuell verpassen. Zalando erklärt im Interview, warum.

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- NEWS -

Euronics hat mit dem Angebot eines Samsung XXL Galaxy S4 Mini für 199 Euro die Server lahmgelegt. Tausende von Konsumenten versuchten in kurzer Zeit, auf das Portal Euronics.de zu gelangen. Unter der Last der Verbraucheranfragen brach der Server kurzfristig zusammen. Euronics-Marketingleiter Jochen Mauch will vor der WM entsprechend nachrüsten. >>>per Mail

Der Werkzeughersteller Bosch verkauft sein Komplettsortiment ab sofort über den Online-Shop des Werkzeugversenders svh24.de. Über 9.000 Artikel von Bosch seien nun im Sortiment - vom Elektrowerkzeug bis zum passenden Zubehör. >>>Pressemitteilung

Der Blumenaboanbieter Bloomy Days verkauft eigenen Angaben zufolge aktuell 5.000 Bouquets pro Monat. Durch Einführung eines zweiten Liefertages sollen mehr Unternehmenskunden angesprochen werden. 2015 soll der Break-Even geschafft sein. Aktuell beschäftigt Bloomy Days in Berlin 14 Mitarbeiter. >>>Gründerszene.de

Amazon bietet seinen Prime-Kunden bis zum 7. Mai sein Tablet "Kinde Fire HD" für 79 statt 129 Euro an. Wer auf Werbung am unteren Bildschirmrand verzichten will, zahlt zusätzlich 15 Euro. >>>Heise.de

Otto Kern hat seinen Online-Shop relauncht. Eingeführt wurden eine neue Bildsprache, eine cleanere Oberfläche und eine emotionalere Shopgestaltung. Via Responsive Design ist der Shop für alle möglichen Endgeräte optimal zugänglich. Verantwortlicher Dienstleister war Fortuneglobe aus München. >>>Fabeau.de

Unter Ottonen.de ist eine Shopping-Plattform für nachhaltige Produkte gestartet. Im Sortiment finden sich unter anderem Lebensmittel, Mode, Gartenmöbel, USB-Sticks und Versicherungen. Obwohl das rote Logo mit einem groß geschriebenen "Otto" stark an den Hamburger Traditionsversender Otto erinnert, bestehe keine Verbindung dahin, heißt es von den Gründern. >>>wuv.de

- INTERNATIONAL -

IMG Fashion, Veranstalter von Schauen wie der "Mercedes-Benz Fashion Week", hat unter MBFashionWeek.com einen Webshop gelauncht, in dem ausgewählte Capsule-Kollektionen der Desinger, die auf den Schauen präsentiert werden, gleich zu kaufen sind. >>>Textilwirtschaft.de

Ringier hat sich mit b-to-v-Partners mit 20 Prozent an dem Re-Commerce-Anbieter Verkaufen.ch beteiligt. Darüber hinaus hält das Schweizer Medienhaus E-Commerce-Beteiligungen an DeinDeal und Geschenkidee. >>>Carpathia-Blog

Die französische Supermarktkette Monoprix will unter Umständen noch in diesem Jahr die Internetwährung Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. E-Commerce-Chef Patrick Oualid hält sie weder für Strohfeuer noch für sehr schwierig zu integrieren. >>>Welt.de

Der größte Schweizer Möbelhändler Pfister will in zehn Jahren 20 bis 25 Prozent seiner Einkäufe über das Internet realisieren. Gemessen an den heutigen Zahlen wäre das ein Umsatz von 120 bis 150 Millionen Franken. Aktuell liegen die Verkäufe online allerdings noch "auf relativ bescheidenem Niveau", so Pfister-Chef Meinrad Fleischmann gegenüber der "Handelszeitung". Dem Preisdruck im Internet, getrieben von Konkurrenten wie Beliani oder Home24, will Pfister mit mehr Eigenmarken begegnen. Der Anteil von aktuell 50 Prozent soll tendenziell noch ausgebaut werden. >>>Handelszeitung

- BACKGROUND -

Online-Baumärkte: Die Baumarktbranche hat den Online-Handel verschlafen, glaubt Sven Suberg, Gründer und Chef von Suberg Strategy Consultants in München. Sieben Prozent des Umsatzes würden schon über Amazon und Co. erzielt, dieses Geschäft fehle dem stationären Handel und würde dazu führen, dass sich die hohen Mieten für die oft mehrere tausend Quadratmeter großen Märkte nicht mehr rechnen. Darüber hinaus würden Hersteller wie Kärcher oder Al-Ko eigene Webshops eröffnen oder über eBay und Amazon handeln, um von den Baumärkten unabhängiger zu werden. Dass der stationäre Handel durch Eröffnung eigener Webshops noch Boden gut machen kann, glaubt Suberg nicht. Als Beispiel nennt er GartenXXL, den Eigentümer Tengelmann hohe Millionenbeträge in TV-Werbung und Marketing investieren lässt. "Offenbar traut man dem Pure Player mehr Potenzial zu", so Suberg. >>>Kurier.at

Same-Day-Delivery: Bisher versenden über 90 Prozent der Online-Händler über Standardpaketversand mit einer Lieferzeit von zwei bis drei Tagen. Ein Viertel der Anbieter hat außerdem die Express-Lieferung am nächsten Tag im Angebot. Und nur eine Minderheit von 2,8 Prozent liefert noch am gleichen Tag. Doch das muss nicht so bleiben: Einer Befragung des ECC Köln und time:matters unter rund 280 Online-Händlern zufolge plant ein Drittel, diese taggleiche Lieferung zukünftig anzubieten oder ist ihr gegenüber aufgeschlossen. Vor allem Händler aus den Branchen Lebensmittel und Getränke sowie Consumer Electronics und Elektro wollen verstärkt auf die taggleiche Lieferung setzen. >>>Internetworld.de

Drohnen-Logistik: Die EU-Kommission will dafür sorgen, dass zivile Minidrohnen in Europa nicht unkontrolliert den Himmel bevölkern. Bislang gelten für die Mitgliedsstaaten nationale Vorschriften, EU-Kommissar Siim Kallas will nun EU-weite Vorschriften für Sicherheitsgenehmigungen schaffen. Die Normen soll die Europäische Agentur für Flugsicherheit ausarbeiten. In den kommenden zehn Jahren könnten zehn Prozent des Luftverkehrsmarktes auf Drohnen entfallen, so seine Schätzung. >>>Heise.de

EC-Karten-Gebühren: Die Deutsche Kreditwirtschaft hat sich gegenüber dem Bundeskartellamt dazu verpflichtet, künftig auf einheitliche Händlerentgelte bei Bezahlung mit EC-Karten zu verzichten. Banken und Händler können die Höhe des Entgelts künftig frei verhandeln. >>>Textilwirtschaft.de

- ZAHL DES TAGES -

225,64 US-Dollar wollen Verbraucher im Schnitt für Schokoeier, Osterhasen und Oster-Dekoration im Web ausgeben, ermittelte Shop.org. Das ist 64 Prozent mehr als der durchschnittliche Oster-Shopper ausgibt: Hier liegt der Wert bei 137,46 US-Dollar. >>>InternetRetailer.com

- GEHÖRT -

"Unserer Meinung nach stehen die meisten Menschen dem E-Commerce im Allgemeinen und Zalando im Speziellen positiv gegenüber. Die E-Commerce-Schelte in den Medien juckt sie wenig und hat kaum Auswirkungen auf ihr Kundenverhalten. Wenn eine Branche revolutioniert wird, gibt es immer Menschen, die diese Entwicklung negativ betrachten. Das ist ein normaler Mechanismus, der vielleicht in Deutschland etwas ausgeprägter wirkt. Das war uns von Anfang an bewusst, deshalb haben wir uns in der Unternehmenskommunikation eher sachlich und weniger emotional gezeigt als im Marketing."
Zalando
-Sprecher Boris Radke sieht sich als Speerspitze des neuen Handels, der vielleicht nicht mehr familiengetrieben ist so wie früher, aber deshalb auch nicht weniger verantwortlich agiert. Das kommuniziert das Unternehmen aber lieber über enge Drähte zu lokalen Politikern in Regionen, in denen die eigenen Logistikzentren stehen, und zur Bundespolitik als in Talkshows eine scheinheilige Debatte über den bösen Online-Handel zu führen. Mehr zum Thema "Die bösen E-Commerce-Buben" lesen Sie in der kommenden Ausgabe 8/2014 der INTERNET WORLD Business, die kommenden Montag erscheint. >>>Interview / Gratis-Probeabo

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