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ECommerce-Trends 02.04.14 Kaufhof kündigt Tablets in den Filialen an

Die Warenhauskette Kaufhof blickt auf 135 Jahre Tradition zurück. Dass es nochmal 135 Jahre werden, bezweifeln viele Branchenbeobachter. Jetzt sollen Multi-Channel-Investitionen die Zukunft sichern.

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- NEWS -

Kaufhof setzt auf Multichannel. "Unsere Investitionen in Multichannel sind exorbitant", sagte der Vorstandsvorsitzende Lovro Mandac anlässlich des 135-jährigen Jubiläums der Warenhauskette. Die Ergebnisse allerdings sind noch immer mau: Für dieses Jahr steht ein Online-Umsatz von 70 Millionen Euro im Plan, bis 2017 sollen es 300 Millionen Euro werden. "Alles, was Sie sich vorstellen können, werden die Kunden bei uns auch tun können", verspricht Mandac. Kaufhof sei im Online-Handel autark und habe eigene Lager in Porz, Frechen und Erfurt aufgebaut. Ab Juli sollen Kunden und Verkaufspersonal auf der Fläche Tablet-PCs nutzen können, die exklusiv gemeinsam mit Hewlett Packard entwickelt wurden. Zum Start sollen 1.100 Geräte für 10.000 bis 12.000 Verkäufer zur Verfügung stehen, bei Erfolg sollen alle Verkäufer entsprechend ausgestattet werden. Über das Tablet können Echtzeit-Warenverfügbarkeiten abgerufen werden. Dazu sollen auch die Warenwirtschaft der Concession-Partner sukzessive mit eingebunden werden. >>>Der Handel

SportScheck will durch Investitionen in System und Logistik auf Augenhöhe mit Pure Playern und großen Online-Händlern mitspielen. Noch im April soll die Online- und Stationärlogistik nach Apfelstedt bei Erfurt umgezogen werden. Das neue 40.000 Quadratmeter große Distributionszentrum wird von Fiege betrieben. Das bisherige Distributionszentrum im fränkischen Burgkunstadt, abgewickelt von Baur Fulfillment Solutions, sei nicht auf Multichannel-Prozesse und schnelle Lieferung ausgerichtet. Im Sommer sollen die Warenwirtschaftssysteme von Stationärgeschäft und Filiale in einer neuen IT-Plattform zusammengeführt werden. >>>Textilwirtschaft.de

Die Verbundgruppe MHK bastelt an einem neuen Webshop. Wann dieser online gehen soll, ist allerdings noch unklar. "Vielleicht nächstes Jahr", so MHK-Chef Hans Strothoff. Bereits im Oktober 2012 ging MHK mit einem eigenen Webshop online. Dieser musste allerdings im Mai 2013 wieder vom Netz genommen werden, nachdem Dienstleister Cocomore eine einstweilige Verfügung gegen seinen ehemaligen Kunden erwirkte, weil man sich über entscheidende rechtliche Punkte der Zusammenarbeit trotz aller Bemühungen nicht einigen konnte. >>>Der Handel

Das schwäbische Familienunternehmen Meine Möbelmanufaktur hat einen 3D-Online-Konfigurator konzipieren lassen, der Kunden maßgeschneiderte Möbel durch Zoomen und Drehen besser erlebbar macht. Kunden können in Echtzeit Produkte anpassen und zahlreiche Varianten ausprobieren. >>>Pressemitteilung

Von eBay wird gemunkelt, dass der Online-Marktplatz bald in Deutschland ein eigenes Fulfillment-Center errichtet. Laut dem Blog "Vollprofis.org" passt dazu, dass Frank Logen, ehemals Manager bei Hermes Fulfillment bei Hermes und DHL, seit vergangenem Jahr zum Leiter Business Development für Mitteleuropa erhoben wurde. >>>Vollprofis.org

Der Curated-Shopping-Anbieter Outfittery expandiert in die Niederlande. Damit sind die Berliner inzwischen in vier europäischen Märkten aktiv. >>>Textilwirtschaft.de

Welche Möglichkeiten nutzt Zalando, um die Kunden bestmöglich bei Styling und Passform zu beraten, zu inspirieren und zum Spontaneinkauf zu animieren? "Fabeau" hat sich bei dem Berliner Modeversender umgesehen. Erste Erkenntnis: Der Prozess beginnt bereits neun Monate bevor die Ware auf die virtuellen Kleiderbügel kommt. >>>Fabeau

- INTERNATIONAL -

Amazon hat in den USA in Tiefgaragen und Einkaufszentren Schließfächer aufgestellt, die Kunden für Retouren an den Online-Riesen nutzen können. Damit will das Unternehmen Logistikkosten sparen. Im Jahr 2013 investierte Amazon 8,59 Milliarden US-Dollar in die Bestellabwicklung. 2012 waren es noch 6,42 Milliarden US-Dollar. >>>WSJ.com

Der US-Online-Marktplatz Square Market akzeptiert ab sofort auch Bitcoins. Dabei übernimmt der Online-Marktplatz die Abwicklung der Zahlungen und prüft auch den Zahlungseingang für seine Online-Händler. Kooperationspartner ist die Tauschbörse Coinbase. Webhändler müssen pro Transaktion Gebühren zahlen. >>>Onlinehaendler-News.de

- BACKGROUND -

Recycling: Das Bundesumweltministerium will den Handel zur Rücknahme von Altgeräten verpflichten. Dies würde auch den Online-Handel betreffen. Das Interesse der Kunden ist groß: 46 Prozent der Nutzer würden Altgeräte in den Handel zurückbringen, wenn dies ohne Kauf eines Neugeräts möglich wäre. Zwölf Prozent würden dies tun, wenn sie ein neues Gerät kaufen müssten. >>>Winfuture.de

Produktbilder bei Amazon: Wer als Erster Fotos und Produktbeschreibungen bei Amazon hochlädt, muss dessen Nutzung durch Dritte dulden, urteilte das Landgericht Köln. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Amazon würden dies vorschreiben. >>>Heise.de

SHK: Online-Händler für Sanitärprodukte bedrohen eher die Baumärkte als den Sanitärgroßhandel, zeigt eine Studie des Marktforschers BRG, die im Auftrag des Deutschen Großhandelsverbands Haustechnik die Strukturen und Vertriebswege im deutschen SHK-Markt untersucht hat. Der Großhändler biete in einem komplexen Markt noch immer eine breite Kompetenz, Qualität und für das Handwerk entscheidende Logistikdienstleistungen", heißt es. Klingt auch nach frommem Wunsch. >>>Meistertipp.de

Landing-Pages: Wie sieht die perfekte Landing-Page aus? Das ist nicht ganz einfach. Aber t3n hat zehn Fehler gefunden, die man auf keinen Fall machen sollte. >>>t3n.de

- ZAHL DES TAGES -

Durchschnittlich zwölf Prozent ihres Gesamtumsatzes erzielten Deutschlands Unternehmen 2012 mit Online-Verkäufen. Diese Zahl stammt vom Statistischen Bundesamt. jedes fünfte Unternehmen vertreibt seine Waren und Dienstleistungen neben herkömmlichen Vertriebswegen auch über das Internet oder andere computergestützte Netzwerke mittels EDI. >>>Finanzen.net

- GEHÖRT -

"Wo bleiben die deutschen Handelskonzerne mit Taten statt Worten, um systemtechnisch aufzurüsten und alle Kräfte gegen die nahende Feuerwalze zu mobilisieren? Wo bleibt das Kartellamt, um eine ganz offensichtliche Monopolbildung zu verhindern? Wo bleiben die Handelsverbände und allen voran der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, um die Alarmglocken zu läuten und vor der herannahenden Feuerwalze zu warnen? Letzterer sieht nicht nur tatenlos zu, sondern relativiert Amazons Marktanteile durch die Veröffentlichung überhöhter Umsätze des deutschen Buchhandels, in dem er diese durch Plüschgedöns und sonstige Nichtbuchumsätze schönt. Und das Kartellamt stärkt auch noch Amazon kräftig den Rücken, indem es auf seinem Marktplatz auch noch den hemmungslosen Preisverhau von Marken bis hin zu den Untereinstandspreisen zulässt und Markenherstellern wie explizit Adidas jede Möglichkeit nimmt, dagegen vorzugehen. Experten schätzen die im letzten Jahr dadurch vorgenommene Wertevernichtung auf bis zu eine Milliarde Euro in Deutschland."

Gerrit Heinemann, Professor für BWL an der Hochschule Niederrhein und Leiter des eWeb Research Centers, wundert sich, dass in Deutschland niemand der "Feuerwalze Amazon" etwas entgegensetzt. >>>Wiwo.de

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