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Alexander Graf

Alexander Graf, CEO von Spryker "Corona hat im E-Commerce viel positive Energie freigesetzt"

Spryker
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Wie sieht Spryker-CEO Alexander Graf die E-Commerce-Entwicklung der letzten Monate? Im Interview erklärt der Handelsexperte, welche positiven Effekte die Corona-Krise für die Branche hatte und auf welche Veränderungen wir uns auch in Zukunft einstellen können.

Welche bleibenden Veränderungen hat die Corona-Krise im deutschen Handel ausgelöst? Nicht nur als Chef des Shopsystems Spryker und mit seinem Beraternetzwerk Etribes hat sich Alexander Graf in den vergangenen Monaten immer wieder mit dieser Frage auseinandergesetzt, auch bei den vielen Gesprächen für seinen Blog Kassenzone konnte der E-Commerce-Experte aus dem Norden der Republik viele Einblicke sammeln.

Im Jahresrückblick mit INTERNET WORLD fasst er die gewonnen Erkenntnisse zusammen.

Die Corona-Pandemie hat 2020 auch im Handel alles durcheinandergewirbelt. Was ist Dein Eindruck: Wird es nach dem Ende der Corona-Krise eine Rückkehr zur alten Normalität geben oder sind die Veränderungen der letzten Monate nachhaltig?

Alexander Graf:
Ich gehe nicht davon aus, dass wir 2021 oder 2022 zurück auf "vor Corona" gehen. Die Veränderungen bleiben, was aus meiner Sicht mehr Chancen für Unternehmer generiert. Das Messegeschäft wird für immer anders sein, man kann einfacher expandieren, weil man remote Menschen einstellen kann, remote Produkte einkaufen kann, remote das Qualitätsmanagement durchführen kann und vieles mehr. Viel Veränderung sorgt für viele unternehmerische Chancen.

Das ist ein sehr positives Verständnis der Folgen der Corona-Krise. Was war denn Dein persönliches Highlight der letzten Monate im deutschen E-Commerce-Markt?

Alexander Graf:
Das waren die vielen Projekte die angeschoben wurden, mit dem Ziel online lieferfähig zu werden. Da haben Konzerne locker fünf Jahre interne Diskussionen übersprungen und das hat sehr viel positive Energie freigesetzt.

Auf Deinem Blog Kassenzone begleitest Du ja schon seit langem mit kritischen Blick auch die verschiedenen Multichannel-Modelle der stationären Händler. Hat die Corona-Krise hier tatsächlich eine Freisetzung der bislang oft noch sehr gebremst eingesetzten Online-Kräfte bewirkt?

Alexander Graf:
Ich teile die Händler in zwei Gruppen: Zum einen Händler, die schon vor der Krise eine starke Online-Organisation mit mindestens 20 bis 30 Prozent Anteil am Gesamtumsatz hatten. Diese profitieren und stellen nun das Unternehmen erfolgreich auf Online first um. Zum anderen gibt es die Händler mit geringen Online-Anteilen, die nun an allen Ecken sparen müssen, leider auch im Online-Bereich und die eher im Verteidigungsmodus geblieben sind. Für die ist es wahrscheinlich zu spät.

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