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Content-Commerce

E-Commerce-Trend unter der Lupe Commerce Content: Was es mit dem neuen Hype auf sich hat

Shutterstock/venimo
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Manche sprechen über Commerce Content, ohne konkret zu wissen, worum es geht. Oder sie sind verwirrt: Was soll an Commerce Content neu sein - kennen wir das nicht längst? Welches Konzept wirklich dahinter steckt und was der Trend für den E-Commerce bedeutet.

Von Felix Schmidt, Country Manager für die DACH-Region bei impact.com

In einer Industrie, in der Aufmerksamkeit das höchste Gut ist, gilt es mehr denn je, sich abzuheben und potenziellen Kunden genau das zu liefern, was sie sich wünschen. Für Publisher liegt eine Chance, dieses Ziel zu erreichen, in der Bereitstellung qualitativ hochwertiger Inhalte, die den Lesern echte Orientierung und Mehrwert bieten. Für Brands bedeutet dieser Anspruch, ein redaktionelles und kontextbezogenes Umfeld zu finden, in dem Produkte und Dienstleistungen glaubwürdig beworben werden können - und im Idealfall so ein neuer Absatzkanal erschlossen wird.
 
Die Addition der oben genannten Punkte ergibt das, was als Commerce Content - oft auch "Content Commerce" - bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine Methode, die Content-Marketing und E-Commerce verbindet.

Commerce Content entsteht, wenn Brands und Publisher zusammenarbeiten, um mit digitalen Inhalten einzigartige Einkaufserlebnisse zu schaffen. Das erreichen sie zum Beispiel mit unterhaltsamen Videos, kostenloser Beratung von Experte oder Testberichten zu gesuchten Produkten. So kommen Kunden über spannenden Inhalt auf Produkte und werden gezielt zu den Seiten weitergeleitet, auf denen sie den Kauf abschließen können. Diese Inhalte tragen einerseits dazu bei, dass Publisher sich einen guten, vertrauenswürdigen Ruf aufbauen. Gleichzeitig verhilft Commerce Content Brands zu mehr Umsatz - während Verbraucher von den besten Kaufinformationen profitieren.

Was steckt hinter dem Hype?

Viele fragen sich nun, ob es sich bei Commerce Content wirklich um ein neues Phänomen handelt, oder ob sie es nicht viel mehr mit dem so oft beschworenen, alten Wein in den neuen Schläuchen zu tun haben.

Zugegebenermaßen ist das Prinzip hinter Content Commerce schon lange gängige Praxis, allerdings fällt der Begriff in der jüngeren Vergangenheit auffällig oft. Dieses steigende Interesse für Content Commerce hängt sicherlich auch mit dem nachhaltigen Wachstum des E-Commerce zusammen.
 
Der Aufschwung im Onlinehandel zeigt sich nicht nur in der Anzahl der Käufe, sondern vor allem darin, wie Verbraucher sich über Produkte informieren und Kaufentscheidungen treffen: nämlich immer mehr über vertrauenswürdige Quellen wie Reviews, Preisvergleiche und Empfehlungen aus dem direkten Umfeld. Ein Grund für diese verstärkte Beschäftigung mit unabhängigen Werbeformen ist sicherlich das Überangebot an vielversprechenden Angeboten, Produkten sowie Informationen darüber. Klassische Werbeformate werden im Umkehrschluss immer mehr mit Skepsis betrachtet und zunehmend abgelehnt.

Schmidt

Felix Schmidt, Country Manager für die DACH-Region bei impact.com

impact.com

Um es kurz zu machen: Kunden hassen Werbung. Sie nehmen diese überwiegend als störend, exzessiv und aufdringlich wahr und machen sich lieber selbst die Mühe, Produkte in Portalen zu recherchieren, denen sie vertrauen, anstatt auf Werbebotschaften zu hören. Das haben auch Werbetreibende erkannt und passen sich - immer häufiger durch Commerce Content - entsprechend an die neuen Bedürfnisse ihrer Kunden an.

Was müssen E-Commerce Brands bei der Umsetzung beachten?

Es gibt kein Universalrezept, um den Wettlauf um den besten und erfolgreichsten Commerce Content zu gewinnen. Das Verhalten der Verbraucher ändert sich ständig und um mit einem Commerce Content-Programm erfolgreich zu sein, muss man aktuelle Trends stets auf dem Schirm haben und sich kontinuierlich an die Bedürfnisse des Publikums anpassen. Bei erfolgreichem Commerce Content geht es jedoch nicht nur darum, die richtigen Marken oder Produkte zu bewerben. Um die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen, braucht es auch überzeugende Inhalte, die gleichzeitig unterhalten und informieren.
 
Das Vertrauen der Verbraucher spielt eine größere Rolle denn je. Daher ist es wichtig, die journalistische und redaktionelle Integrität zu wahren. Publisher sollten nur Marken und Produkte bewerben, die zu Ihren Werten und Zielen passen. Viele erfahrene Online-Käufe durchschauen einseitiges Markensponsoring sofort. Um erfolgreich zu sein und potenzielle Kunden zu erreichen, sollten sie also mit kompatiblen Marken zusammenarbeiten sowie echte Bewertungen und Empfehlungen präsentieren.
 
Außerdem sollte die eigene Markendarstellung bei der Umsetzung von Commerce Content nicht zu kurz kommen. Die Gemeinschaft, die sich eine Marke um sich herum aufbaut, sagt alles über sie aus. Ein Marken-Narrativ verknüpft die Mission und das Messaging des Unternehmens mit authentischem und konsistentem Storytelling.

Markengeschichten sind folglich keine gescripteten Pitches oder wortwörtliche Marketingstrategien. Stattdessen können Marken durch ein Storytelling-Framework eine Verbindung zu ihren Kunden herstellen. Denn die meisten Kunden fühlen sich mit Marken, deren Werte und Ziele konsistent sind, auf natürliche Weise stärker verbunden und treffen Entscheidungen basierend auf dieser Grundlage. Das sollte bei der Erstellung und Verbreitung von Commerce Content unbedingt mit bedacht und das Format entsprechend gewählt werden.

Fazit: Echten Mehrwert schaffen

Der Kampf um die Aufmerksamkeit potenzieller Kund:innen im Onlinehandel wird so bald nicht abreißen - ganz im Gegenteil. Und die alten Methoden zur Erzielung von Werbeeinnahmen sind schon seit einiger Zeit überholt. Umso wichtiger ist es daher, das Online-Einkaufserlebnis so gut wie möglich zu gestalten und Verbraucher auf der richtigen Ebene anzusprechen. Commerce Content kann hierfür die richtige Lösung sein. Der Ansatz hat das Potenzial, durch qualitativ hochwertige Inhalte einen echten Mehrwert zu bieten und dadurch das Vertrauen von Kund:innen für eine Marke zu gewinnen und langfristig zu erhalten.

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