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Ab Ende nächster Woche müssen Online-Shopper das Porto für Rücksendungen selbst bezahlen. Welche Shops bieten weiterhin kostenlose Retouren an? Und wird es teurer, wenn man viel zurückschickt?

EU-Verbraucherrechte Welche Shops weiter Gratis-Retouren bieten

Shutterstock.com/Ganna Vasylenko
Shutterstock.com/Ganna Vasylenko

Ab Ende nächster Woche müssen Online-Käufer das Porto für Rücksendungen selbst bezahlen. Welche Händler bieten weiterhin kostenlose Retouren an? Und welche bestrafen Kunden, die viel zurückschicken?

Ab Ende nächster Woche dürfen Online-Händler die Rücksendekosten für bestellte Produkte immer auf den Kunden abwälzen - unabhängig vom Kaufpreis der Waren. Bislang galt das nur für Waren unter 40 Euro und beim Kauf auf Rechnung. Am 13. Juni 2014 tritt die europäische Verbraucherrechterichtlinie (EU-Richtlinie 83/2011) mit neuen Regeln für den E-Commerce  in Kraft.

Ob ein Händler von seinem neuen Recht Gebrauch macht und die Rücksendekosten künftig in Rechnung stellt, kann er selbst entscheiden. Viele große Internet-Shops haben aber bereits angekündigt, dass ihre Kunden die Ware bei Nichtgefallen weiterhin kostenlos retournieren dürfen. So teilten Amazon, Deichmann, Douglas, Galeria Kaufhof, H&M, Otto Group, Tchibo und Zalando mit, dass Rücksendungen grundsätzlich kostenlos bleiben.

"Die kostenlose Rücksendung retournierter Artikel bleibt für die Unternehmen der Otto Group als Serviceleistung ein Vorteil unseres Geschäftsmodells", erklärt Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto Group. Kunden von Shops der Otto Group - dazu zählen About you, Alba Moda, Baur, Bonprix, Heine, Mytoys, Otto, Sportscheck und Witt - bekommen mit der Bestellung auch ein Widerrufsformular zur Verfügung gestellt und können die Ware ohne Begründung und oft sogar 30 Tage lang zurückschicken.

Nach einer Umfrage der Universität Regensburg planen vor allem kleinere Online-Shops, die Rücksendekosten den Kunden bezahlen zu lassen: 86 Prozent gaben an, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Bei mittelgroßen Unternehmen waren es 38 prozent, bei großen nur zwölf Prozent.

Wer zu viel zurückschickt, muss wohl bald zahlen

Auch wenn der kostenlose Rückversand vor allem bei den großen Shops ein fester Bestandteil des Geschäftsmodells ist  - womöglich kommen bald nicht mehr alle Kunden in den Genuss der Gratis-Retouren. Der Branchenverband Bitkom rechnet damit, "dass Onlinehändler bei ihren Kunden künftig genauer hinschauen, und jene Kunden, die regelmäßig oder häufiger Waren zurücksenden, an den Kosten für die Retouren beteiligen werden“, so Bernhard Rohlede, Geschäftsführer des IT-Branchenverbands Bitkom, gegenüber dem Tagesspiegel.

Das neue Gesetz hält neben dem Porto für Retouren noch zahlreiche weitere Änderungen für Online-Händler bereit. Shop-Experte David Hannappel von JTL-Software und Rechtsanwalt Max-Lion Keller von der IT-Recht Kanzlei München nennen zehn Hausaufgaben, die jeder Shop-Betreiber bis dahin erledigt haben muss.

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