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Cyber Week

Digitalwelt in Zahlen So verlief die Cyber Week für die Online-Händler

shutterstock.com/funkyplayer
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Auch in diesem Jahr lockten Händler wieder mit zahlreichen Angeboten zur Cyber Week. Nicht nur in den USA, auch in Deutschland wird diese Angebotswoche für die Umsätze der Shops immer bedeutender.

Wochenlang haben sich Webshop-Betreiber sowohl auf den Black Friday als auch auf den Cyber Monday vorbereitet. Nicht zuletzt dank des Retailer-Riesen Amazon und seiner jährlich stattfindenden Cyberweek, in die auch der Black Friday (24. November) und der Cyber Monday (27. November) fallen, gilt der November als einer der Shopping-Monate überhaupt - auch das Weihnachtsgeschäft ist in diesem Zeitraum schon in vollem Gange.

Vor einigen Jahren waren diese Aktionstage in Deutschland aber noch weitestgehend unbekannt. Doch das gehört längst der Vergangenheit an. Wie die Pepper Media Holding analysiert hat, kennen mittlerweile rund 89 Prozent der Deutschen den Black Friday.

Pepper Media Holding

Das Buhlen um die Aufmerksamkeit der Web Shopper

Entsprechend groß ist der Wettkampf unter den Webshop-Betreibern, die Aufmerksamkeit der User auf ihren Shop zu lenken. Damit das auch gelingt, warten die Verkäufer mit immer besseren Angeboten und guten Produktpräsentation auf und erhoffen sich so, die Nutzer in ihren Shop locken zu können. Dabei schließen sich immer mehr Händler dem Trend an, nicht mehr nur an den beiden Tagen Rabattaktionen anzubieten, sondern gleich die ganze Woche. In diesem Jahr konnten sich die Online-Shopper beispielsweise auch bei Saturn, H&M, Zalando, Dougals oder Asos eine ganze Woche lang über exklusive Angebote freuen.

Das Gute an den Rabatttagen ist, dass sich nicht nur die Kunden an den Angeboten erfreuen können, sondern auch die Händler einen Menge Umsatz machen. Bereits im vergangenen Jahr gaben deutsche Verbraucher am Black-Friday-Wochenende 1,1 Milliarden Euro aus.

Auch in diesem Jahr verzeichneten sowohl die deutschen, als auch die amerikanischen Händler gute Umsätze: Laut des Marktbeobachters Adobe Analytics gaben am vergangenen Black Friday Konsumenten in den USA rund acht Milliarden US-Dollar im Online-Handel aus. Das entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent. Zu den beliebtesten Produkten der Online-Shopper zählten auch in diesem Jahr technische Gerätschaften wie TV-Geräte und Laptops, aber auch Spielekonsolen wie die PlayStation 4. Die Nutzer steuern zudem immer häufiger die Shops mit mobilen Endgeräten an, über die sie dann auch die gewünschten Artikel ordern. Rund 40 Prozent der Online-Käufe sollen über mobile Endgeräte getätigt worden sein.

In den stationären Läden ging es allerdings in diesem Jahr in den USA etwas ruhiger zu. Laut Branchendienst ShopperTrak kamen 1,6 Prozent weniger Kunden im Vergleich zum Vorjahr in die Shopping Malls. Analysten hatten aber mit einem noch drastischeren Rückgang der Offline-Käufer gerechnet. Daher waren die meisten der stationären Händler mit den Verkaufszahlen zufrieden. "Die Tatsache, dass die Besucherzahl intakt blieb, zeigt, dass der stationäre Einzelhandel weiterhin höchst bedeutsam ist und - richtig betrieben - auch Gewinne abwirft", erläuterte ShopperTrak-Experte Brian Field.

Seiten brachen zusammen

In Deutschland forderte der Ansturm auf die Webseiten der Händler in einigen Fällen seinen Tribut. Unter anderem waren zeitweise die Seiten von Saturn, H&M und MediaMarkt down und somit für zahlreiche Online-Shopper nicht zu erreichen.

Global Savings Group

Wie im Vorjahr waren bei den Deutschen Mode, Sport sowie Elektronik und Smartphones die nachgefragtesten Kategorien, die Rubrik Schuhe und Taschen folgt auf Rang vier, Haus und Garten schiebt sich an Stelle von Büchern und Musik in die Top 5  - die Top 3 rücken aktuell allerdings näher zusammen als 2016, berichtet die Global Savings Group. Interessant ist, dass dieses Jahr nicht überwiegend Männer Elektronik-Artikel geshoppt haben, sondern das Verhältnis ausgewogen war.

Zalando stellte seinen Kunden am diesjährigen Black Friday rund 180.000 Angebote zur Verfügung. Und diese sind gut bei den Usern angekommen, denn der E-Commerce-Händler verzeichnete mehr als eine Millionen Bestellungen. Den Rekord bildeten über 2.000 Bestellungen pro Minute - das Ergebnis übertraf damit den Spitzenwert von 1.500 Bestellungen aus dem vergangenen Jahr. Die Top-Seller waren bei Zalando aber nicht Schuhe, sondern eine schwarze Skinny Jeans, eine Winterjacke und ein Logo T-Shirt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Black Fridays war, dass durch die Angebote Zalando mehr als 100.000 Neukunden begrüßen konnte.

Kommunikation am Black Friday

Die meiste Kommunikation am Black Friday fand über Twitter statt, wo 30,7 Prozent aller Black-Friday-Beiträge gepostet wurden, analysierte Vico Research & Consulting. 20,9 Prozent der Kommunikation erfolgte auf Bewertungsportalen, insbesondere auf dem Schnäppchen-Portal MyDealz, 12,6 Prozent auf sozialen Netzwerken wie Facebook, 10,4 Prozent auf News-Portalen und 9,6 Prozent auf Foto-Netzwerken wie Instagram.

Die Stimmung war dabei in den meiste Fällen neutral. 78,7 Prozent der erfassten Posts waren nicht wertend - der Großteil der Kommunikation bestand aus Hinweisen auf besondere Angebote. Positive Wertungen fanden sich in 17 Prozent der Beiträge, in denen sich Nutzer zu ihren bereits getätigten oder anstehenden Einkäufen äußerten. In den 4,3 Prozent negativ bewerteten Beiträgen kritisierten die Social Media User vor allem die Sale-Kultur und die damit einhergehende "Amerikanisierung". Einige zweifelten zudem an der Echtheit der angepriesenen Angebote.

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