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Frau besorgt über Probleme beim Online-Kauf mit einer Kreditkarte

Product Experience B2C-Umfrage: Mangelnde Produktinformationen führen zum Kaufabbruch

Shutterstock/Antonio Guillem
Shutterstock/Antonio Guillem

Was beeinflusst die Kaufentscheidung? Eine internationale Studie des Tech-Unternehmens Akeneo zeigt, dass Verbraucher verstärkt Wert auf detaillierte und präzise Produktinformationen legen - fehlt diese, überdenken viele ihr Kaufvorhaben.

Um herauszufinden, was die Kaufentscheidungen der Konsumenten beeinflusst, hat das Technologieunternehmen Akeneo 3.500 Verbraucher in sieben Ländern befragt. Das alarmierende Ergebnis: 81 Prozent der Verbraucher in Deutschland, Frankreich und UK haben schon einmal einen Kauf aufgrund mangelnder oder fehlerhafter Produktinformationen abgebrochen.

Rund 53 Prozent retournierten aus demselben Grund bereits gekaufte Artikel. Interessant: Im Umkehrschluss würden 53 Prozent der Deutschen, 46 Prozent der Franzosen und 37 Prozent der Kunden in UK einen Aufschlag von zehn Prozent oder mehr für präzise Produktinformationen zahlen.

Die meisten Verbraucher setzen auf Online-Recherchen

Die große Mehrheit (81 Prozent) der Befragten gaben an, Online-Recherchen durchzuführen, bevor sie sich für den Kauf in einem Geschäft entscheiden. Dabei sind ihnen aussagekräftige Produktbeschreibungen und detailliert aufgeführte technische Funktionen am wichtigsten. Für die Deutschen sind dabei Nutzungshandbücher am wenigsten interessant (9 Prozent), für Verbraucher in UK Produkt-Reviews durch Influencer (9 Prozent), in Frankreich Videotutorials (8 Prozent). Ein Großteil der deutschen Umfrage-Teilnehmer (63 Prozent) zeigt sich zudem dem Einsatz neuer Technologien wie Chatbots, Virtual Reality oder Sprachassistenten gegenüber aufgeschlossen.

Informationen auf Online-Marktplätzen am hochwertigsten

Die Umfrage zeigte weiterhin, dass die Deutschen Informationen auf Online-Marktplätzen als am hochwertigsten (25 Prozent) empfinden, dicht gefolgt von Fachgeschäften (23 Prozent) sowie Händler-Websites und Online-Preisvergleichsseiten (jeweils 22 Prozent). In UK bevorzugen die Verbraucher dagegen Produktdaten von Marken-Websites (31 Prozent), Online-Fachhändlern (29 Prozent) und Fachgeschäften (28 Prozent). Französische Kunden vertrauen lediglich mit 18 und 17 Prozent auf die Produktinformationen von Online-Fachhändlern und Fachgeschäften. In allen drei Ländern werden die Informationen von Mobile Apps und Social Media als am wenigsten hochwertig empfunden (durchschnittlich 15 und 11 Prozent).

Deutsche legen Wert auf Zertifikate und Qualitätssiegel

Auch transparente Angaben über Markenwerte sind den Verbrauchern wichtig: Deutsche Kunden legen den größten Wert auf Zertifikate und Qualitätssiegel (55 Prozent), dicht gefolgt von Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsaspekten (54 Prozent). Konsumenten in UK interessieren sich dagegen vor allem für die Geschichte einer Marke und ihrer Produkte (59 Prozent). In Frankreich sind mit 67 Prozent vor allem die Herkunft und die Regionalität der Produkte relevant.

"Unsere Studie zeigt, dass Verbraucher in Europa sich vor dem eigentlichen Kauf eines Artikels umfassend darüber informieren und daher verstärkt Wert auf detaillierte, präzise und konsistente Produktinformationen legen. Weitere Pluspunkte gibt es für Marken, die transparent über die Regionalität ihrer Produkte, Umweltschutzaspekte oder ihren CO2-Fußabdruck informieren", sagt Tobias Schlotter, General Manager Central & Eastern Europe bei Akeneo. "Für Unternehmen bedeutet das, sich dringend mit dem Thema Product Experience auseinanderzusetzen, um diese Anforderungen zu erfüllen und sich damit gegenüber ihren Wettbewerbern zu behaupten."

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