INTERNET WORLD Business Logo Abo
Microsoft

Quartalsbilanz Microsoft legt dank der Cloud starke Zahlen vor

Shutterstock.com/drserg
Shutterstock.com/drserg

Dank deutlichen Zuwächsen im Cloud-Geschäft kann Microsoft eine starke Quartalsbilanz vorlegen. Der Konzern erzielt einen Gewinn von gut 3,1 Milliarden US-Dollar.

Microsoft hat dank dem Fokus auf das Cloud-Geschäft im vergangenen Quartal die Erwartungen der Anleger übertroffen. Der Konzern erzielte einen Gewinn von gut 3,1 Milliarden US-Dollar nach roten Zahlen von rund 3,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank zugleich vor allem wegen des weitgehenden Ausstiegs aus dem Smartphone-Geschäft um sieben Prozent auf 20,6 Milliarden US-Dollar, wie der Windows-Riese nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Anleger honorierten die Zahlen in einer ersten Reaktion mit einem nachbörslichen Plus von rund 3,5 Prozent.

Azure rettet die Bilanz

Der Umsatz im Cloud-Geschäft mit Diensten aus dem Netz rückte von 6,4 auf 6,7 Milliarden US-Dollar vor. Das Geschäft mit der Cloud-Plattform Azure habe sich dabei verdoppelt, hieß es zunächst ohne einen konkreten Wert. Konzernchef Satya Nadella setzt massiv auf das Cloud-Geschäft, um die Zukunft von Microsoft in einer Welt zu sichern, in der Windows-PCs lange nicht mehr die dominierende Computer-Technik sind.

In der Sparte mit den Office-Büroprogrammen gab es ein Plus von rund 6,7 auf 7 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz mit den netzbasierten Office-365-Abos stieg dabei allein im Geschäft mit Unternehmen um 54 Prozent.

Dank Windows 10 nimmt das Suchmaschinengeschäft deutlich zu

In dem dem Bereich mit dem schrumpfenden PC-Geschäft sanken die Erlöse hingegen von 9,2 auf 8,9 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz mit der Familie der "Surface"-Tablets legte um neun Prozent zu. In dem weitgehend aufgegebenen Smartphone-Geschäft gab es hingegen einen Einbruch von 71 Prozent. Microsoft hatte die Handy-Sparte von Nokia übernommen - die Erwartungen auf eine größere Rolle im Smartphone-Markt erfüllten sich aber nicht. Nadella strich den Geschäftsbereich zusammen, tausende Jobs fielen weg. Im vergangenen Quartal fielen im Zusammenhang mit den Aufräumarbeiten immer noch Belastungen von 1,1 Milliarden US-Dollar an.

Die Erlöse im Geschäft mit Suchmaschinenanzeigen seien um 16 Prozent gestiegen, unter anderem dank der Nutzung des neuen Betriebssystems Windows 10, hieß es.

Für Thomas Kabke-Sommer, Geschäftsführer, Kontor Digital Media, wird die Übernahme von LinkedIn  Nadella und damit den Anlegern erst in den nächsten Quartalen richtig Freude bringen. "Noch schwingen Microsofts Altlasten aus der PC-Ära nach und belasten die Ergebnisse. Dank der Cloud-Dienste lief das Geschäft jedoch besser als erwartet und Microsoft konnte die Prognosen der Anleger übertreffen. Nadellas Uhr tickt dennoch - 26,2 Milliarden US-Dollar müssen sich rechnen. Nicht heute, aber spätestens morgen."

Das könnte Sie auch interessieren