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Datenmanagement

Dark Data - die große Verschwendung

shutterstock.com/graphicINmotion
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Berge nicht nutzbarer Daten verursachen unnötig hohe Kosten und neue Risiken. Deutschland gehört zu den traurigen Spitzenreitern im internationalen Vergleich bei ungenutzten Daten.

Daten gelten als das Öl des 21. Jahrhunderts. Unzählige Hersteller und Medien haben in den vergangenen Jahren immer wieder betont, wie wichtig ihre Bedeutung sei und wie kostbar Daten seien. Das ist sicher auch richtig, man kann es aber auch anders formulieren: Einmal gespeicherte Daten kosten sehr viel Geld und sind es nicht immer wert. Das ist die hässliche Seite von Big Data, also dem festen Glauben daran, dass man nur so viele Daten wie möglich sammeln muss, um verborgene Reichtümer darin zu finden. Der Irrglaube hat dazu geführt, dass Unternehmen (und Behörden) alles speichern, dessen sie habhaft werden können. Trends wie fallende Kosten für Storage und Rechenleistung haben die Entwicklung weiter angefeuert.

Während die Datenberge exponentiell wachsen, hängt jedoch die Fähigkeit hinterher, sie zu analysieren und nutzbringend zu verwerten, sagen Kritiker wie Professor Daniel J. Grimm vom Georgetown University Law Center. "Es besteht eine Kluft zwischen Daten, die gespeichert wurden, und Daten, die leicht analysiert und verstanden werden können", schreibt Grimm in einem Artikel für die juristische Fachzeitschrift American University Law Review. Angetrieben durch das Versprechen, aus den gespeicherten Daten künftig einen geschäftlichen Nutzen ziehen zu können, häufen Unternehmen immer größere Datenmengen an, die sich allerdings schon lange nicht mehr effektiv verwalten lassen.

Weniger als die Hälfte der in einem Unternehmen gespeicherten strukturierten Daten werden überhaupt für geschäftliche Entscheidungen herangezogen, ergänzen Leandro DalleMule und Thomas H. Davenport in der Harvard Business Review. Bei den unstrukturierten Daten liege der Anteil der genutzten Informationen sogar bei unter einem Prozent. Dazu komme, dass mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen auf Daten zugreifen können, die sie nicht nicht für ihre Aufgaben benötigen. Das Marktforschungsunternehmen IDC hat errechnet, dass bis zum Jahr 2025 rund 80 Prozent der weltweit gespeicherten Daten unstrukturiert und damit kaum nutzbar sein werden.

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