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Bitcoin spaltet sich auf

Kryptowährung Bitcoin spaltet sich in zwei Währungen auf

Lightboxx / shutterstock.com
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Die Kryptowährung Bitcoin hat sich in zwei unterschiedliche Währungen aufgespalten. Das am ersten August durchgeführte Update der Blockchain hat die Spaltung des beliebten virtuellen Zahlungsmittels geführt.

Nun also doch: Die Kryptowährung Bitcoin wurde in zwei unterschiedliche Währungen aufgespalten. Damit hat sich die Befürchtung vieler Anhänger schlussendlich doch bewahrheitet. Allerdings auf eine andere Weise, als bisher angenommen.

Die Entwickler der Blockchain, die Bitcoin zugrunde liegt, hatten vor einigen Wochen angekündigt, ein umfangreiches Update des Protokolls durchführen zu wollen. Das war notwendig geworden, weil die bis dahin verwendete Architektur der großen Menge von Bitcoin-Übertragungen schlicht nicht gewachsen war und manche Transaktionen mit einer Verzögerung von mehreren Tagen gebucht wurden.

Das Update mit dem Namen SegWit2x soll nun Abhilfe schaffen. Damit sind unter anderem Blockchain-Blöcke mit einer Größe von bis zu 2 MByte statt der bisherigen 1 MByte möglich. Außerdem soll das Speichervolumen der Transaktionen um bis zu 60 Prozent verringert werden, indem die Signatur ausgegliedert wird.

Befürchtet wurde nun, dass nicht alle mit der Änderung einverstanden sein würden und es fortan die "alte" Bitcoin-Währung über das bisherige Protokoll sowie die "neue" Variante mit der SegWit2x-Änderung geben werde.

Die Umstellung ist für Mitte August 2017 geplant. Was jetzt aber schon zum 01. August passiert ist, hatten viele gar nicht auf dem Zettel stehen. Einigen Minern waren die Änderungen, die mit SegWit2x Einzug halten sollten, nicht radikal genug. Sie initiierten einen Hardfork, um sich von den eher konservativen Minern abzuspalten. Damit wurde zugleich eine neue Kryptowährung - Bitcoin Cash - gebildet. In der Blockchain von Bitcoin Cash sind Blöcke von bis zu 8 MByte möglich. Damit wolle man Bitcoin neues Leben einhauchen, heißt es dazu auf dem neu angelegten Onlineportal von Bitcoin Cash.

Durch die größeren Blöcke sind entsprechend mehr Transaktionen möglich und das Netzwerk könne damit endlich wieder wachsen.

Unter der Bitcoin-Gemeinde herrscht derzeit noch einige Verwirrung, wie es nun weiter geht. Bitcoin Cash verspricht, dass Bitcoin-Besitzer nun auch dieselbe Menge an digitalen Coins in der neuen Währung besitzen würden.

Bitcoin Cash liegt bei unter 300 US-Dollar

Das bedeutet aber nicht, dass sich das vorhandene Guthaben plötzlich wie von selbst verdoppelt hat. Der Kurs der traditionellen Bitcoin hat sich mit 2.338,25 € (Stand 02.08.2017) trotz der Turbulenzen relativ stabil gehalten. Bitcoin Cash besitzt laut Gründerszene derzeit einen Wert von 300 US-Dollar. Wie sich dieser Kurs in Zukunft entwickelt, wird sich zeigen. Da Kryptowährungen jedoch spekulativ sind und die Nachfrage den Preis bestimmt, hängt die jeweilige Preisentwicklung stark vom Interesse an dem Bezahlmittel ab.

Wenn es Bitcoin Cash also nicht schafft, weiter Miner, Investoren und nicht zuletzt Nutzer von sich zu überzeugen, kann das auch das schnelle Ende der Währung bedeuten. Ebenso denkbar ist aber auch eine gegenteilige Entwicklung. Wenn es Bitcoin Cash schafft, sich als vertrauenswürdige, stabile und allgemein akzeptierte Währung zu präsentieren, könnte es zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die traditionelle Bitcoin-Währung werden.

Für Anleger und Händler von Bitcoin ist es ratsam zunächst abzuwarten bis sich die Situation einigermaßen beruhigt hat. Die Krypto-Börse Coinbase hatte allerdings schon vor einigen Tagen angekündigt, es gebe keine Pläne Bitcoin Cash zu unterstützen. Man werde weiterhin nur eine Bitcoin-Variante unterstützen und das sei eben die traditionelle. Ähnliches ließ auch der Marktplatz Bittrex verlauten. Man werde die Situation im Auge behalten und den Handel mit Bitcoin Cash zunächst nicht erlauben. Der Wallet-Anbieter Trezor hingegen kündigte an, den Support für die neue Währung in der nächsten Beta-Version einzuführen.

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