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Auffindbarkeit im Store App Store Optimization: Welche App liegt vorne?

Fotolia.com/Scanrail
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Apps gewinnen immer mehr an Bedeutung. Damit sie im Store besser gefunden werden, lohnt es sich, über App Store Optimization nachzudenken.

Die Zahlen sprechen für sich. Vier Millionen Apps lassen sich heute weltweit in den App Stores bei Apple und Google finden, inklusive anderer Anbieter wie Black Berry sind es sogar 5,5 Millionen. Und Apps werden eifrig genutzt. Laut Comscore haben knapp 70 Prozent der deutschen Verbraucher im April 2016 mindestens eine App verwendet. Weltweit gibt es nach ­Angaben von Flurry Analytics sogar eine Viertelmilliarde Menschen, die täglich mehr als 60 Mal eine App auf ihrem mobilen Gerät aufrufen.

Dagegen hat Forrester Research herausgefunden, dass der Großteil der Anwender nur fünf Apps regelmäßig nutzt. Entsprechend steigt die Zahl der sogenannten Zombie-Apps an. Das sind Apps, die im Store verfügbar sind, aber von niemandem heruntergeladen werden. Die Berliner Adjust GmbH schätzt, dass dieser Anteil bei über 90 Prozent liegt.

Eine ganze ­Reihe von Stellschrauben

"Die Auffindbarkeit über Stichwort­suche und eine gute Platzierung in den Rankings sind für den Erfolg einer App enorm wichtig, denn die Mehrheit der Nutzer entdeckt Apps beim Stöbern in den Stores", meint Ben Jeger, Managing Director DACH bei Appsflyer. Aus diesem Grund wird App Store ­Optimization (ASO) immer wichtiger. Der Prozess beinhaltet eine ganze ­Reihe von Stellschrauben und schließt Keyword ­Optimization und Asset Optimization ein.

Optimiert werden neben App-Name und -Icon sowie den Beschreibungs­texten auch Video-Previews und Screenshots, die Lust machen sollen, im Store eine App herunterzuladen. Daneben ist die Optimierung der richtigen Suchbegriffe essenziell. Das umfasst nicht nur die Suche nach Keywords, die für die App relevant sind.

Im nächsten Schritt sollte analysiert werden, wie viele Mitbewerber es bei einer Suchanfrage gibt. "Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob es sinnvoll ist, die Metadaten der App auf diese Begriffe zu optimieren. Oder ob die Konkurrenz noch zu groß ist und man stattdessen besser auf ­Nischenbegriffe setzen sollte", sagt Thomas Kriebernegg, CEO und Co-Founder von App Radar by Appers GmbH.

Wichtig: Die Keyword-Optimierung ist ein fortlaufender Prozess, da sich zum Beispiel durch saisonale Events wie Fußball-WM oder Olympische Spiele das Suchverhalten ändert. Daneben haben Kennzahlen wie die Zahl der Downloads, Deinstallationsraten und Bewertungen einen Einfluss auf die Auffindbarkeit im Store. Christian Henschel, CEO und Co-Founder von Adjust, erklärt: "App-Entwickler haben oftmals nur einen Versuch, User von ihrer App zu überzeugen. Entspricht dann die App nicht den Erwartungen, wird sie entweder gelöscht oder bleibt ungenutzt auf dem ­Telefon. Wichtig ist also, dass Bilder, ­Beschreibung und Keywords kongruent zum Inhalt der App sind."

A/B-Tests sollen Aufschluss über Keywords bringen

Unterschiede bei ASO machen die beiden großen Player Google und Apple kaum. Während im Apple App Store Keywords definiert werden können, gibt es bei ­Google Play ein Textfeld für eine Kurzbeschreibung der App. Außerdem sind bei Google Uninstall-Raten und Bewertungen ähnlich stark gewichtet wie Download-Zahlen, die bei Apple die entscheidende Rolle spielen. Beide Plattformen haben Pläne bezahlte Suchergebnisse in die App Stores einzuführen.

Um den Erfolg der Optimierungsmaßnahmen zu messen, bieten etwa App ­Radar by Appers, Adjust oder Appflyer spezielle Tools an. App Radar beispielsweise nutzt A/B-Testing zum Finden der richtigen Keywords. Ganz trivial ist das nicht. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass sowohl Apple als auch Google ihre Suchbegriff-Kritierien nicht preisgeben. "Mit dem A/B-Testing versuchen wir, ­diese Blackbox ein wenig zu öffnen", sagt Thomas Kriebernegg. Auch Appsflyer nutzt A/B-Tests, in deren Rahmen verschiedene Texte und Logos auf den Prüfstand kommen.

AOS funktioniert nicht nur für neu entwickelte Apps, auch bestehenden kann es nützen. Einen Vorteil haben vor allem solche, die bereits in der Vergangenheit eine ansehnliche Anzahl an Downloads vorweisen können. Denn diese Kennzahl ist kein unerheblicher Faktor beim Ranking. Ben Jeger sieht gute Chancen für Android Apps. Er empfiehlt, ein App-Update anzustreben, um in der Kategorie "New & Updated" im Google Play Store  aufzutauchen. Generell gilt: Nur mit einem Mix aus einem guten Produkt, einer App mit ­einem tatsächlichen Mehrwert für den Nutzer und einer guten Marketingstrategie schaffen es Apps bis ganz nach vorn.

Checkliste

  1. App-Titel
    Bestandteile sollten der Brand-Name sowie ein Keyword mit ­hohem Suchvolumen sein.

  2. Beschreibungstext
    Hier müssen Features und Funk­tionen der App erklärt werden.

  3. Keywords
    Keywords beeinflussen, wie bei SEO, das Suchergebnis maßgeblich.

  4. Screenshots
    Es muss nicht ein Screenshot der App selbst sein, sinnvoll sind auch andere verkaufsfördernde Motive.

  5. App-Icon
    Ihm gilt die größte Aufmerksamkeit: Das App-Icon ist das erste, was dem Nutzer ins Auge springt.
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