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Datensilos

Reibungsverluste durch Datensilos Studie: Mangelhafter Abgleich zwischen Kunden- und Produktdaten

Shutterstock/Barnabas Davoti
Shutterstock/Barnabas Davoti

Kundendaten gelten im digitalen Handel als Vermögenswert, Produktdaten ebenso. Doch immer noch schaffen es zu wenige Unternehmen, die Potenziale ihrer Daten zu heben. Als Hemmschuh erweisen sich vor allem Datensilos, so eine aktuelle Studie.

Sowohl Produkt- als auch Kundendaten sind für Unternehmen von strategischer Bedeutung, wobei besonders den Kundendaten ein großer Impact zugeschrieben wird: 94,4 Prozent der Befragten einer Untersuchung im Auftrag des Software-Unternehmens Omikron Data Solutions stimmten zu, dass Kundendaten ein Vermögenswert sind und für das Wachstum des Unternehmenseine zentrale Rolle spielen.

Noch Luft nach oben

Doch, auch das zeigt die Studie, bei der optimalen Nutzung der Daten ist noch viel Luft nach oben. Ein zentrales Problem dabei sind Datensilos, also Datenbestände, die in unterschiedlichen Systemen liegen und nicht zusammengeführt werden. Hier liegen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Bei der Befragung gaben nämlich nur 16 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Unternehmen die beiden wichtigsten Systeme im digitalen Handel, nämlich der Online Shop und das CRM miteinander verbunden sind. Wünschenswert erachten eine solche Verbindung mehr als 90 Prozent der Teilnehmer.

Der mangelhafte Abgleich zwischen Kunden- und Produktdaten, die auf verschiedenen Systemen laufen, sorgt in der Praxis häufig für Probleme. So klagten von den 167 befragten E-Commerce-Händlern, Herstellern und Software-Anbietern 89 Prozent darüber, dass immer wieder Daten nicht auffindbar oder unvollständig seien. Doubletten und Redundanzen sind bei zwei von drei Befragten ein Problem, und knapp 22 Prozent aller Studienteilnehmer hatten mit falschen Daten zu kämpfen.

Diese Situation hat unangenehme Folgen. So reicht bei knapp der Hälfte aller Befragten die Datenqualität nicht aus, um im Marketing oder im Shop eine personalisierte Kundenansprache umsetzen zu können. 36 Prozent aller Befragten klagten darüber, dass Sendungen aufgrund falscher oder fehlender Adressdaten häufig nicht zustellbar seien.

Nur 22 Prozent sind DSGVO-safe

Auch vor dem Hintergrund der DSGVO ist ein mangelhaftes Datenmanagement eine riskante Sache. Nur 22 Prozent aller Befragten vertraten die Ansicht, dass ihr Unternehmen alle im Zuge der DSGVO auftretenden Auskunftsanfragen problemlos beantworten könne.

Immerhin scheint bei den Teilnehmern der Studie ein gewisses Problembewusstsein vorhanden zu sein. Im Schnitt, so ergibt sich aus den Antworten der Befragten, verbringt jeder von ihnen 140 Stunden im Jahr mit der Suche nach Datensätzen in internen Systemen. Und in jedem zweiten Unternehmen steht eine Verbesserung des Datenmanagements bereits auf der Agenda.

Allerdings, so schreibt Torsten Etter-Renz, Mitautor der Studie, fehlen bei vielen Unternehmen die Ansatzpunkte, wie man des Problems Herr werden könnte. Deshalb nennt er folgende sechs Tipps:

  • Identifizieren Sie die wichtigsten Systeme unternehmensweit und länderübergreifend.
  • Erheben Sie den Daten-Qualitätsstatus in Ihren Systemen.
  • Starten Sie kein Mammut-Projekt, sondern beginnen Sie mit einzelnen Systemen.
  • Die Daten aus Online Shop und CRM zusammenzubringen, bietet einen großen Hebel für mehr Umsatz.
  • Erst saubere Daten, dann die KI. Achten Sie auf die Reihenfolge.
  • Handeln Sie entschlossen. Auch wenn die Schritte zunächst klein sind.
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