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Blinde Frau blickt in die Kamera
B2B 13.04.2015
B2B 13.04.2015

Jessica Peppel-Schulz United Digital Group: "Agentur der Zukunft"

Jessica Peppel-Schulz, CEO United Digital Group

United Digital Group

Jessica Peppel-Schulz, CEO United Digital Group

United Digital Group

Die United Digital Group ist mit 66,2 Millionen Euro Honorarumsatz die Nummer zwei im Markt der deutschen Internet-Agenturen. Das erklärte Ziel: noch weiter wachsen.

Aus neun mach eins, mit diesem Anspruch trat Jessica Peppel-Schulz an. Aus den inzwischen zehn einzelnen Spezial­agenturen an 12 verschiedenen Standorten formt die CEO der United Digital Group (UDG) seit Februar 2014 eine übergreifende Agenturmarke - mit welchem Erfolg, erklärt die Frau an der Holding-Spitze im Interview.

Ein Jahr Umbauprozess ist vorbei. Wie ist der Status?
Jessica Peppel-Schulz: Das Konzept geht bereits jetzt voll auf. Die Kunden haben die "neue UDG", wie wir sie intern nennen, adaptiert. Als eine Agenturmarke sind wir nun weniger komplex, haben eine neue Produktstruktur und wachsen über unsere zwölf Offices hinweg zu einem Unternehmen zusammen. Wir feilen sehr intensiv an den Prozessen der Zusammenarbeit und an übergreifenden Strukturen für alle Standorte. Mit dieser Neuaufstellung können wir sowohl Neu- als auch Bestandskunden überzeugen. Auch die Mitarbeiter sehen, dass unser Konzept funktioniert, dass sie als gemeinsames Team die Kunden begeistern können. Deshalb verstehen sie die Neuaufstellung und die Vision, die hinter der "neuen United Digital Group" steht.

Wie sieht die in der Praxis aus? Gibt es übergreifende Teams aus allen Agenturen?
Peppel-Schulz: Wir haben eine kundenprojektbezogene Organisation, bei der wir je nach Branche, Größe und primärem Anspruch des Kunden agile Teams aufbauen. Jeder Kunde hat sein United Digital Group-Team vor Ort, das aus den einzelnen Spezialisten ganz individuell für das Bedürfnis des Kunden zusammengesetzt wird.

Ihr Honorarumsatz stieg in 2014 auf 66,2 Millionen, inwieweit ist das auf Zukäufe zum Beispiel von Edoras zurückzuführen?
Peppel-Schulz: Die Akquisition von Edoras hat einen eher übersichtlichen Anteil beigetragen. Wir sind vor allem organisch über unsere Unternehmenseinheiten hinweg gewachsen. Das Konzept das Bestandskundenpotenzial zu nutzen, also die Bestandskunden auch für neu hinzu­gekommene Gewerke zu begeistern, ging dabei voll auf. Darüber hinaus hat die United Digital Group im letzten Jahr mehrere Unternehmen als Neukunden gewonnen, darunter Aldi Süd Check24 oder die Targobank.

Sie planen weitere Akquisitionen. Wo sehen Sie noch Nachholbedarf?
Peppel-Schulz: Es gibt permanent neue Themen und Innovationen im Markt, die wir adaptieren und prüfen müssen. Sind Needs da, entscheiden wir, ob die United Digital Group die Kompetenz dafür selbst aufbaut oder ein gesamtes Team akquiriert. So planen wir aktuell, uns noch im Bereich Kreation und Design zu verstärken.

Kunden inhaltlich überzeugen

2013 standen Sie an der Spitze des Internet-agenturen-Rankings, dann zog Plan Net mit dem Kauf von HMMH vorbei, wie wichtig ist es, die Nummer eins zu sein?
Peppel-Schulz: Natürlich gibt man Platz eins ungern auf. Viel entscheidender jedoch ist, Kunden inhaltlich zu überzeugen, durch Qualität Marktführer zu sein. Wenn wir das deutlich machen können, ist das viel wichtiger als ein Ranking. Auch wenn sich über eine Spitzenposition natürlich Chancen für Pitches ergeben. Wir wollen die neue United Digital Group aber vor allem nachhaltig und substanziell aufbauen, eine ­starke Marke und Identität schaffen, ­sowohl nach außen als auch nach innen.

Glauben Sie, dass nur solche Mega-Agenturen, wie Sie oder auch Plan Net sie gebildet haben, in Zukunft überlebensfähig sind?
Peppel-Schulz: In einer komplexen Welt mit einem zunehmend hohen Grad der Fragmentierung wünscht sich der Kunde eine übergreifende Betreuung, Services aus einer Hand. Unsere Vision ist klar: Wir bauen an der "Agentur der ­Zukunft". Das heißt, wir sind ­beweglich und agil angesichts der dynamischen Veränderungen ­einer sich stetig verändernden ­digitalisierten Welt. Dabei hat die United Digital Group ja das Glück, dass wir bereits aus ganz vielen ehemals spezialisierten Agenturen entstanden sind, dass also ohnehin schon viel Spezial-Know-how vorhanden war.

Viele Unternehmen gehen dazu über, große Teile des Digitalmarketings inhouse zu erledigen, auch mit der Begründung, die Datenhoheit nicht verlieren zu wollen?
Peppel-Schulz: Das ist ja eine grundsätzliche Entscheidung des Kunden, unabhängig davon, wie der Dienstleister aufgestellt ist. Die United Digital Group versucht sich aber genau auf diese Bedürfnisse einzustellen. Die einen wollen das digitale Marketing inhouse haben, um selbst Owner ihrer Daten zu bleiben. Dort arbeiten wir dann eben "nur" als ausführendes Organ. Andere Kunden wiederum wollen das Management ihrer Daten von einer Agentur bedient haben oder setzen rein auf die strategische Beratung unserer Consulting-Unit. Wenn das der Wunsch des Kunden ist, dann können wir dies ebenso leisten.

Mit Ihrer Consulting-Unit wildern Sie bei den Unternehmensberatungen. Die wiede­rum fangen an - siehe Boston Consulting Group - selbst digitale Projekte umzusetzen: Wie sehr fürchten Sie die Konkurrenz?
Peppel-Schulz: Natürlich werden wir die klassischen Beratungen nicht unterschätzen, wir können jedoch bei Fragen der ­digitalen Transformation - auch strategischen - alle elementaren Bestandteile des Geschäftsmodells praktisch mitdenken: Wir wissen, über welche Kanäle qualifizierter Traffic effizient auf ein Portal kommt, da wir tiefes Wissen und Benchmarks im Bereich Performance Marketing haben. Da verfügen wir auf exekutiver Ebene über einen Wissensvorsprung.

UDG wurde zuletzt mit dem Social-Media-Qualitätszertifikat des BVDW im Bereich Social-Media-Content & -Dialog ausgezeichnet. Teilnehmen konnten Dienstleister aus der Social-Media-Branche. Das Zertifikat gilt bis Ende 2015.

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