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Amazon Prime Video
Amazon 10.03.2022
Amazon 10.03.2022

Reaktion auf Ukraine-Krieg Russland: Amazon stoppt Versand und Video-Streaming  

shutterstock/xalien
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Amazon hat den Produktversand an Privatpersonen in Russland und Belarus beendet. Russischen Abonnent*innen des eigenen Streaming-Dienstes "Prime Video" werde ab sofort der Zugriff verweigert.

Als Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine stoppt der weltgrößte Onlinehändler Amazon den Versand von Produkten an Privatkunden in Russland und Belarus. Der Konzern gab zudem bekannt, Nutzern in Russland bis auf Weiteres den Zugang zu seinem Streaming-Dienst Prime Video zu sperren. Darüber hinaus will Amazon dort keine Bestellungen mehr für "New World" annehmen - das einzige Videospiel, dass das Unternehmen direkt in Russland verkaufe.

Amazon habe außerdem beschlossen, sowohl seinen Online-Marktplatz als auch die Cloud-Plattform AWS für neue Kunden in Russland und Belarus zu schließen. Der Konzern betont, in Russland keine Datenzentren, Infrastruktur oder Büros zu betreiben. Amazon verfolge auch schon seit Langem die Richtlinie, keine Geschäfte mit der russischen Regierung zu machen. Der Konzern arbeite eng mit IT-Organisationen zusammen, um der Ukraine beim Schutz gegen Cyber-Angriffe zu helfen.

Aktiensplit und Rückkaufprogramm

Zudem geht Amazon in finanzieller Hinsicht neue Wege und will seine Aktien für Kleinanleger erschwinglicher machen. Der Verwaltungsrat habe einen 20-für-1-Aktiensplit beschlossen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Diesem Schritt muss noch die für den 25. Mai geplante Jahresversammlung der Aktionäre zustimmen. Bei Erfolg bekäme dann jeder Amazon-Aktionär für einen am 27. Mai nach Geschäftsschluss gehaltenen Anteilschein am oder um den 3. Juni 19 weitere Papiere in sein Depot gebucht. Der Handel mit splitbereinigten Kursen soll drei Tage später starten.

Am Mittwoch schloss die Amazon-Aktie bei knapp 2800 US-Dollar. Insbesondere Kleinanleger, die ihr überschaubares Anlagevermögen auf verschiedene Papiere aufteilen wollen, haben bei solch hohen Kursen Probleme. Daher haben in der Vergangenheit auch schon andere Unternehmen nicht nur in den USA bei hohen Aktienkursen Splits durchgeführt.

Neben der Ausweitung der Aktienzahl kündigte Amazon auch den Rückkauf eigener Papiere für bis zu zehn Milliarden US-Dollar an. Das damit ersetzte Programm über fünf Milliarden Dollar hatte der Konzern nur knapp zur Hälfte ausgefüllt. Anleger zeigten sich hocherfreut angesichts der bevorstehenden Veränderungen. Der Aktienkurs von Amazon sprang im nachbörslichen Handel in einer ersten Reaktion um zehn Prozent nach oben.


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