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Amazon 27.07.2021
Amazon 27.07.2021

Paketzustellung "Key for Business" öffnet Amazon Türen

Shutterstock.com/Cineberg
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Mit dem sogenannten "Key for Business" möchte Amazon in den USA die Zustellung von Paketen erleichtern. Doch das digitale System zum Türen öffnen könnte zum Sicherheitsrisiko werden.

Per Mobilgerät sollen sich Fahrer des Onlineversandhändlers Amazon Zugang zu Mehrfamilienhäusern verschaffen und Bestellungen im Hausflur ablegen können. Mit dem Service möchte das Unternehmen Kosten und Zeit sparen, laut Angaben der Wirtschaftswoche aber auch gegen Paketdiebstahl vorgehen.

"Key for Business" ist Vermietersache

Bereits in einigen US-amerikanischen Städten würden die Systeme laut Wirtschaftswoche installiert und das kostenlos. Nach eigenen Angaben führe Amazon zur Sicherheit Hintergrundchecks bei den eigenen Fahrern durch. Diese könnten Türen zusätzlich nur dann öffnen, wenn sie ein Paket mit der entsprechenden Adresse in der Hand hielten. Ein erneutes Betreten nach Lieferung sei nicht möglich.

Jedoch heißt es in der Wirtschaftswoche, dass die Empfänger oftmals gar nicht wüssten, dass die Boten einen solchen Zugang besäßen. Denn der "Key for Business" ist Vermietersache – die Hauseigentümer entschieden selbst, ob sie die Bewohner über die Installation des Amazon-Systems informierten.

Experten warnen vor Hackerangriffen

Laut Wirtschaftswoche seien viele derer, die den Dienst bereits nutzten, damit zufrieden. Von Datenschützern und Sicherheitsexperten würde jedoch Kritik laut. So zitiert die Zeitung etwa den Datenschutz-Forscher Ashkan Soltani, der davor warnt, dass jedes webbasierte System gehackt werden könne: "Im Wesentlichen wird da ein fremdes, mit dem Internet verbundenes Gerät an ein ansonsten internes Netzwerk angeschlossen." Über diesen Weg könnten Kriminelle versuchen, sich ebenfalls einen Zugang zum Gebäude zu verschaffen. Eine Stellungnahme hierzu habe Amazon nicht abgeben wollen.

Kostenersparnis für Amazon

Jason Goldberg von dem Marketingunternehmen Publicis Communications betonte laut Handelsblatt, dass der "Key for Business" in erster Linie Amazon selbst nütze. Ein Fahrer könne mittels des Systems mehr Pakete pro Schicht ausfahren. Bei weniger Paketdiebstahl würden ergänzend hierzu weniger Erstattungen fällig, was für den Onlineversandhändler ebenfalls Kostenersparnis bedeute.

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