Gartner-Studie 19.08.2014, 15:30 Uhr

Die Zeit der 3D-Drucker kommt erst noch

Auch wenn sich die Technologien rasant weiterentwickeln: Bis 3D-Drucker im Mainstream ankommen, dauert es noch mindestens fünf Jahre, prognostiziert Gartner. Der B2B-Bereich ist da deutlich schneller.
Noch eher ungewöhnlich: 3D-Drucker im Einsatz
(Quelle: Shutterstock.com/Monkey Business Images )
Am Preis allein mag es nicht liegen, doch die Anschaffungskosten für 3D-Drucker sind derzeit noch zu hoch, um eine breite Marktdurchdringung mit den Geräten zu erreichen - zumindest für Endverbraucher. Bis sich die Technologie im Mainstream durchsetzt, dauert es deshalb noch fünf bis zehn Jahre. Etwas anders sieht es im B2B-Segment aus. Insbesondere für Wirtschaft und Medizin werde der Nutzen kurzfristig höher sein, prognostiziert das Marktforschungsinstitut Gartner.
Der Studie zufolge bieten heute rund 40 Hersteller 3D-Drucker für den B2B-Bereich an, mehr als 200 Start-ups weltweit entwickeln und vertreiben solche Geräte zudem für den Consumer-Markt. Die Anschaffungskosten beginnen bereits bei einigen hundert US-Dollar. "Doch selbst dieser Preis ist derzeit zu hoch für die breite Masse der Privatkunden", erklärt Pete Basiliere, Research Vice President bei Gartner. "Und das ungeachtet des allgemeinen Interesses an der Technologie und der großen Beachtung von Seiten der Medien."

Unterschiedliche Anforderungen

Laut Gartner unterscheidet sich der Markt für Endverbraucher dabei fundamental vom Business-Bereich. In diesem frühen Entwicklungsstadium gäbe es zwar viele Ähnlichkeiten, doch die würden mit der Zeit immer weniger werden, weil die beiden Segmente von unterschiedlichen Interessen vorangetrieben werden und entsprechend getrennt voneinander betrachtet werden müssen. Die Technik der 3D-Drucker, die wesentlich komplexer sei als bei einem konventionellen Papier-Drucker, bilde ein vielschichtiges Ecosystem aus Hard- und Software sowie dem Material, das zu verarbeiten ist.
Die Entwicklung von 3D-Druckern werde weiterhin rasant voranschreiten, bei manchen Technologien ginge dies naturgemäß schneller als bei anderen. In bestimmten Bereichen, etwa der Herstellung von Prototypen, sei 3D-Druck bereits im Kommen. Und in einem Zeitraum von zwei bis fünf Jahren werde der Einsatz der Geräte gerade hier deutlich zunehmen. "Ungefähr in diesem Zeitraum wird der 3D-Druck von medizinischen Geräten aufregende Möglichkeiten schaffen", so Basiliere. Daraus resultiere ein weltweiter Einsatz der 3D-Druck-Technologie beispielsweise für Prothesen und Implantate.
(Quelle: Gartner)
In einer Hype-Kurve (siehe Grafik) zeigt Gartner, in welchen Zeiträumen der 3D-Druck in verschiedenen Segmenten welches Stadium durchläuft. So wie das 3D-Printing für Prototypen bereits in weniger als zwei Jahren die Produktivitätsstufe erreichen wird, befinden sich Scanner, Service-Büros und 3D-Druck für Unternehmen bereits im Aufklärungsstadium (Slope of Enlightenment). Diese Technologien sollen in zwei bis fünf Jahren im Mainstream angekommen sein. Beim 3D-Druck für Endverbraucher ist die Erwartungshaltung zwar enorm, im Massenmarkt etabliert sich diese Form allerdings erst in fünf bis zehn Jahren so Gartner.
Auch wenn 3D-Drucker noch keine Mainstream-Ware sind, die großen Unternehmen sind längst auf die Technologie aufmerksam geworden. So existiert beispielsweise schon seit November 2013 eine 3D-Drucker-App von Microsoft. Und auch Amazon verkauft Produkte aus dem 3D-Drucker.

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