The Royal Jungle
18.03.2015, 14:10 Uhr

Was Start-ups von Westwing lernen können

Das Start-up-Festival "The Royal Jungle" will Jungunternehmer und Investoren zusammenbringen. Wie Westwing den Start-up-Schuhen entwachsen ist, erzählte CEO Stefan Smalla.
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Das Tech-Start-up-Festival "The Royal Jungle" fand zum ersten Mal in München statt
(Quelle: The Royal Jungle)
Die Location, in der das neue Tech-Start-up-Festival "The Royal Jungle" stattfand, machte dem Namen der Veranstaltung alle Ehre. Im glanzvollen Münchner Residenz Palast trafen sich mehr als 60 Unternehmer, Venture-Capital-Investoren, Business Angels und Acceleratoren. Das Ziel der Premieren-Veranstaltung, die einmal im Jahr stattfinden soll: Start-ups und Investoren zusammenbringen, um über Trends der Branche zu diskutieren.

Commerce ist Content, Content ist Commerce

Gleich zu Beginn gewährte Stefan Smalla Einblicke in ein Unternehmen, das über den Status eines Start-ups eigentlich hinaus ist. Der CEO von Westwing, nach eigenen Angaben Deutschlands erster Online Shopping Club für Home und Living, erzählte, wie sich das Unternehmen vier Jahre nach Gründung entwickelt hat. Ziel war es laut Smalla, Kunden zu inspirieren und ihnen Tipps zu geben, wie sich das Zuhause verschönern lässt. Westwing kombiniert dafür die Bereiche Commerce und Shopping mit dem Bereich Content, eine Mischform, die für den CEO offline so nicht möglich ist.
Lag der Fokus anfangs auf Frauen, gibt es inzwischen auch männliche Kunden. Die User müssen für Smalla auf Westwing nicht zwangsläufig shoppen. Sie sollen sich aber in jedem Fall so gut unterhalten fühlen, dass sie wiederkommen. Das ist Smalla zufolge auch der Weg, den Frauen beim Einkaufen bevorzugen. Der reine Kauf steht nicht im Vordergrund, vielmehr gehe es um die Inspiration, das Erzählen und das Entdecken schöner Dinge.
Bei Investoren kam das Konzept zunächst nicht gut an, erzählt Smalla. Es sei für sie unverständlich gewesen, man habe den USP (Alleinstellungsmerkmal) nicht erkannt und das Ganze als nicht ausreichend eingestuft. Die schnelle Expansion hat Zweifler bald vom Gegenteil überzeugt. Im April 2011 gegründet, wurde der deutsche Online-Shop im August gelauncht, bis zum Januar 2012 kletterte die Mitarbeiterzahl auf 700.
Noch im selben Jahr musste sich das Unternehmen allerdings aus einigen internationalen Märkten zurückziehen und einen Teil seiner Mitarbeiter wieder entlassen. Dennoch sei Aufgeben nie eine Option gewesen, sodass der Anbieter nun in 15 Ländern auf drei Kontinenten aktiv ist und 1.600 Mitarbeiter beschäftigt. Seit Herbst 2014 ist Westwing auch in Tschechien, Ungarn und der Slowakei. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres erwirtschaftete das Unternehmen 124 Millionen Euro Umsatz. Gut 70 Prozent des Umsatzes kommen inzwischen von außerhalb Deutschlands. Westwing-Investor ist Rocket Internet.

Mobile, Infrastruktur und Loyalität

Inzwischen liegt Westwings Fokus vor allem auf Mobile: 40 Prozent des Gesamtumsatzes wird auf  mobilen Geräten erwirtschaftet. Zudem sollen Logistik und Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut werden. Westwing muss laut Smalla zu einer starken Marke werden, weshalb bereits jetzt Millionen in Marketing-Maßnahmen gesteckt werden, um vor allem die Loyalität der User zu stärken. Über 70 Prozent kommen derzeit regelmäßig wieder.
Smallas Ratschläge für alle Start-ups:
  • Schaffe dir ein einzigartiges Business-Modell, an das du glaubst, auch wenn andere daran zweifeln
  • "Loyality is key": Kundenvertrauen ist alles
  • Entwickle eine langfristige Strategie, optimiere sie allerdings ständig
  • Arbeite mit einem heterogenen Team und fördere die Kreativität
Das Jahr 2015 war noch jung, da haben die Samwers bereits mit einigen großen Zukäufen ihr Rocket-Internet-Imperium vergrößert. INTERNET WORLD Business zeigt die wichtigsten Eroberungszüge.

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