Doppelte Belastung 09.02.2016, 09:12 Uhr

100 Millionen Spam-Mails pro Tag

Deutsche Nutzer waren 2015 besonders stark von Spam-Mails betroffen. Mit über 100 Millionen Sendungen täglich hat sich die Spam-Belastung im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.
(Quelle: Shutterstock.com/PathDoc )
Spam-Mails auf dem Vormarsch: 2015 hatten die Mailprovider alle Hände voll zu tun, um ihre Kunden vor lästigen Spam-Mails zu beschützen. Allein in Deutschland sollen laut Web.de und Gmx über 100 Millionen der Plagegeister pro Tag empfangen worden sein. Damit habe sich die Spam-Belastung im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Viel alarmierender ist jedoch der gleichzeitige Anstieg von Mail mit schädlichem Inhalt - dieser stieg von 6 Millionen im Jahr 2014 auf nunmehr 31 Millionen.
Den starken Anstieg erläutert Sebastian Koye, Leiter E-Mail-Sicherheit bei Web.de und Gmx, mit der steigenden Anzahl verwendeter Endgeräte. "Wo früher maximal ein Desktop-PC pro Haushalt zu Verfügung stand, hat heute oft jedes Familienmitglied vom Smartphone bis hin zum Notebook gleich mehrere Endgeräte, die permanent online sind". Darüber hinaus agieren Cyber-Kriminelle immer professioneller und setzen oftmals Wegwerf-Domains ein, um die Filter der Mailprovider zu überlisten. Dabei werden die Domains jeweils nur für einen einzigen Angriff genutzt.

Botnetze verteilen Spam

Immer häufiger kommen auch Botnetze bei der Verteilung von Spam-Mails zum Einsatz. Die illegalen Netzwerke dienen Angreifern dazu, ihre Herkunft zu verschleiern und groß angelegte Spam-Attacken auf bestimmte Länder oder Provider zu starten.
Indessen sollen Nutzer von dem Anstieg der Spam-Mails nur wenig bemerken. Denn auch die Sicherheitstechnologien der Mailprovider haben Fortschritte gemacht. Diese sortieren bereits im Vorfeld Spam- und Phishing-Mails aus, damit die Bedrohungen nicht in den Postfächern der Nutzer landen.
Ganz  nebenbei: Zu den beliebtesten Themen der Spammer gehörten auch 2015 wieder einmal Viagra-Werbung, vermeintliche Erbschaften und nützliche Tipps zum Abnehmen - kreativer sind die Betrüger demnach nicht geworden.



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