Software-Lösungen
10.08.2015, 08:15 Uhr

Shopsysteme für die Oberliga

Shopsystem-Anbieter in der Enterprise-Klasse bauen bei ihren Lösungen vor allen Dingen die Omnichannel-Commerce- und B2B-Funktionalitäten aus.
Chaos und Komplexität im Kopf
(Quelle: Shutterstock.com/alphaspirit)
Die Software für das Shopsystem selbst entwickeln oder doch besser kaufen? Bei der Beantwortung dieser Frage ist der Markt deutlich zweigeteilt. Die Hälfte der Top 100 unter den deutschen Shops setzt ­eine Eigenentwicklung ein, hat das Kölner EHI Retail Institute in der Studie "Shopsysteme in Deutschland" herausgefunden.
Die andere Hälfte nutzt eine Shop-Software der zahlreichen Anbieter für Shopsysteme. Unter den Top-Tausend-Shops finden sich laut Studie neben den Eigenentwicklungen 69 verschiedene Shopsysteme. Das zeigt: Die Beantwortung der Frage, welche Lösung für die eigenen E-Commerce-­Pläne die passende ist, hat es in sich - schon allein aufgrund der Anbieterzahl.
Die Shopsystem-Anbieter sehen in dem hohen Anteil an Eigenentwicklungen Potenzial, diese Unternehmen für sich als Kunden zu gewinnen. "Irgendwann laufen diese Eigenentwicklungen an die Wand, wenn etwa das Sortiment, die Kundenzahlen oder die Anforderungen wachsen", ist beispielsweise Ariel Luedi, President ­Hybris Software, überzeugt. Seiner Meinung nach machen die vielen guten ­Lösungen für Online-Shopsysteme Eigenentwicklungen heute überflüssig.
Wer sich für den Kauf oder die Miete eines Shopsystems entscheidet, hat die Qual der Wahl. Für eine erste Einteilung der Shopsysteme dient im Allgemeinen der Kosten und Funktionsumfang der Lösungen: Shops für Einsteiger, für Profis sowie für große Unternehmen.
Die Grenzen sind hier jedoch oft fließend. Das lässt sich schon daran erkennen, dass die deutschen Top-100-Online-Shops neben den Eigenentwicklungen sowohl Enterprise-Lösungen wie Hybris, Demandware, Intershop oder Oxid nutzen als auch Software, die sich eher an kleinere und mittelständische Unternehmen wendet wie Shopware oder XT Commerce.
INTERNET WORLD Business hat über 20 Anbieter von Shopsystemen nach ihrer Zielgruppe sowie der Verbreitung und den Alleinstellungsmerkmalen ihres Angebots gefragt.
Die Tabelle stellt den zweiten Teil der Übersicht über Shopsysteme dar. Im ersten Teil wurden Anbieter für kleine und mittelständische Unternehmen präsentiert. Unterscheidungskriterien waren die von den Unternehmen angegebene Zielgruppe sowie der durchschnittliche Einstiegspreis für die ­jeweilige Lösung.

Erst die Strategie, dann das Shopsystem

E-Commerce-Spezialisten raten dazu, vor der Wahl des Shopsystems die eigene ­Digital- und Commerce-Strategie auszuarbeiten. Alexander Graf, Autor von Kassenzone.de und Geschäftsführer des Shopsystem-Anbieters Spryker, weist darauf hin, dass es nicht das eine perfekte Shopsystem für jeden Fall gibt. Er nennt zwei Herangehensweisen bei der Auswahl:
  • Unternehmen suchen sich zuerst die Agentur aus und nehmen das Shopsystem, mit dem die Agentur Erfahrung hat.
  • Erst wird das Shop-System gewählt, dann die Agentur dazu.
Alexander Graf nennt folgende Kriterien für die Auswahl des Shopsystems:
1. Eine große Verbreitung im Zielmarkt, weil dann bereits viele Schnittstellen existieren.
2. Eine große  Zahl an guten Agenturen, damit der Kunde auswählen kann.
3. Die zentrale Steuerung der Shop-Entwicklung durch den Hersteller, um ein möglichst reibungsloses Zusammenspiel mit Schnittstellen und Plugins zu sichern.
4. Die ­aktive Weiterentwicklung der Plattform, um die kontinuierliche Leistungsfähigkeit des Shopsystems zu gewährleisten.
Bei Spryker Systems, einer neuen Shopsoftware für den Enterprise-Markt, arbeitet Graf derzeit am Aufbau einer "Academy" (Wissensdatenbank für Entwickler und Anwender) und an verschiedenen Trainings-Tools für Agenturen.
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