Shop-Software 18.11.2015, 11:00 Uhr

Magento 2.0 ist am Start

Dass Magento an der nächsten Generation der gleichnamigen Shop-Software arbeitet, ist schon länger bekannt. Nun hat Magento Commerce die Software "Magento 2.0" präsentiert.
Seat Deutschland setzt als erstes europäisches Unternehmen die Magento-2-Plattform ein
Magento 2.0 ist kein Upgrade bestehender Magento-Versionen, sondern folgt einem anderen Entwicklungsansatz. "Die Software-Architektur von Magento 2.0 ist mehrschichtig. Die Layer sind klar voneinander getrennt", beschreibt Daniel Hölzer, Managing Partner der E-Commerce-Agentur Netz98 den Unterschied.
Ziel der Schichtenarchitektur ist, die Komplexität des Systems beherrschbarer zu machen. So trennt nun ein Service-Layer die Präsentationsschicht, also das Frontend zum User hin, von den Geschäftsprozessen im Hintergrund. Die modulare Architektur soll die Anpassung der Software an individuelle Anforderungen erleichtern und beschleunigen.

Netz98 New Media als Magento-Gold-Partner

Die E-Commerce-Agentur Netz98 New Media konnte als Magento-Gold-Partner die neue Shop-Software bereits in einem ersten Projekt bei Seat Deutschland einsetzen. Um Seat-Händler mit Materialien für den Point-of-Sale zu versorgen, betrieb Seat Deutschland bisher einen B2B-Shop auf Basis der Magento Enterprise Edition 1.14. Außerdem verkauft Seat Merchandising-Artikel für begeisterte Seat-Fahrer in einem weiteren Online-Shop. "Dieser Shop lief bislang auf einer älteren Hybris-Version und es stand eine Umstellung an", berichtet Swen Haupt, Informationssysteme Projektkoordinator bei Skoda Auto Deutschland. Haupt betreut alle IT-Projekte der beiden VW-Töchter Skoda und Seat Deutschland.
Mit dem Umzug auf Magento 2.0 schlägt Seat Deutschland sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe, denn auf der neuen Plattform laufen beide Shops parallel. Der B2C-Shop ist ein Teilshop des B2B-Shops, mit weniger Produkten, unterschiedlicher Benutzeroberfläche und anderem Design, schließlich wendet er sich an private Konsumenten.

Geringere Kosten und Mobile-First

Die Migration auf Magento 2.0 hat rund drei Monate gedauert, berichtet Haupt. Die geringeren Kosten im Vergleich zu Hybris und der Mobile-First-Ansatz von Magento 2.0 waren die Hauptgründe, warum sich Seat für die neue Plattform entschieden habe, so der Projektkoordinator: "Der Shop wird auf mobilen Geräten gut angezeigt. Responsive Design ist Standard, die Templates sind bereits im Responsive Design angelegt."
Neben der Unterstützung von mobilen Geräten nennt Haupt auch die verbesserte Sicherheit als Vorteil der neuen Plattform. „Der Zugriff auf die Backend-Systeme ist abgeschotteter als bisher.“ Da die neue Architektur mehrschichtig ist und diese Schichten getrennt voneinander sind, bietet das System insgesamt weniger Angriffsfläche. Aktuell durchläuft der Seat-Shop noch die Qualitätssicherung. Ab Dezember wird er aktiv bei den Handelspartnern beworben.
Nach diesem ersten Projekt mit Magento 2.0 kommt Netz98 zu folgender Einschätzung: "Die Software ist aufgrund des modernen Architekturprinzips und einer durchgängigen Sicherung der Codequalität in puncto Skalierbarkeit, Flexibilität, Stabilität und Performance sowohl gegenüber Magento-1.x-Systemen als auch gegenüber anderen E-Commerce-Lösungen im Vorteil."

In einer Liga mit Systemen wie Hybris und Spryker

Magento 2.0 spielt laut Netz98 in einer Liga mit Systemen wie Hybris und Spryker. Mit Spryker teilt es den Framework-Charakter. Allerdings sind die Kosten bei Magento für die Lizenz niedriger. Eine Magento-Enterprise-Lizenz kostet aktuell 17.900 US-Dollar pro Jahr. Die Spryker-Lizenz kostet 100.000 Euro pro Jahr und pro Installation. Mit dem Release von Magento 2.0 wird Magento Commerce ein neues Lizenzmodell einführen. Es soll ab dem ersten Januar 2016 in Kraft treten, Details dazu hat Magento Commerce noch nicht genannt.
Ein Umstieg von Magento 1.x auf Magento 2.0 sei jetzt noch nicht zwingend nötig, so Netz98. Die Magento-1.x-Version wird von Magento Commerce noch drei Jahre unterstützt. Eine Migration von Magento 1.x auf Magento 2.0 ist aufgrund der neuen Architektur aufwendiger als ein herkömmliches Upgrade. Jeder, der bislang für Magento entwickelt hat, könne auch für Magento 2.0 entwickeln, so Hölzer von Netz98. Man müsse sich nur in die neue, modernere Architektur einarbeiten.
Sowohl die Community- als auch die Enterprise-Edition von Magento 2.0 sind nun verfügbar. Die Übernahme alter Datenbank-Inhalte unterstützt Magento mit einem Data-Migration-Tool, erklärt Hölzer. Zu bedenken sei, dass aktuell erst wenige Extensions für Magento 2.0 neu aufgesetzt wurden. Mit diesen Erweiterungen kann die Plattform mit bereits bestehenden Systemen verbunden werden. Neue Enterprise-Shop-Installationen sind künftig nur noch mit der Magento Enterprise Edition 2.0 möglich.

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