Entwicklungen und Trends 07.03.2016, 08:05 Uhr

Das sind die Anforderungen an künftige Shop-Software

Mehr Baukastenprinzip, mehr Cloud und Integration des Internet of Things: So sehen die Anforderungen an künftige Shop-Software aus.
(Quelle: Intellishop)
Mobile Shopping wird bald alltäglich sein und Handelssoftware wird das stationäre und das Online-Geschäft verzahnen, um mittels einer präziseren ­Datenauswertung eine genauere und persönlichere Kundenansprache zu erreichen. Von diesen Trends werden die meisten schon einmal gelesen oder gehört haben, doch wie werden die Shop-Software-­Lösungen etwa in fünf Jahren aussehen? Welches sind die großen Linien jenseits der halbjährlichen Veröffentlichung von neuen Modulen, Minor oder Major Releases - wo also wird die Reise hingehen?

Was kennzeichnet Shop-Systeme in der Zukunft

Wir haben rund 20 namhafte Shop-Software-Anbieter befragt, mit welchen Entwicklungen sie rechnen. Hierbei besteht zwar die Gefahr, dass die Unternehmen das promoten, woran sie selbst arbeiten, da jedoch 18 Shop-Software-Hersteller geantwortet haben, lassen sich aus dem Ergebnis allgemeine Trends destillieren.
Software as a Service (SaaS) gibt es schon seit über zehn Jahren. Während das Mieten von Software in der Cloud lange nur distanziert beäugt wurde, ist es heute selbstverständlich geworden. Viele Anbieter sind überzeugt, dass die Verlagerung von Anwendungen in die Cloud zunehmen wird. "Software as a Service beziehungsweise Cloud-Shop-Software-Lösungen werden wesentlich wichtiger als lokale Installationen sein", ist Stefan Grieben, Chief Operating Officer bei der Novomind AG, überzeugt. Kaum jemand werde in fünf Jahren noch in Lizenzen und in komplexe Betriebsszenarien investieren. Ähnlich sieht das Wilfried Beeck, CEO von ePages: "Nahezu alle Shop-Systeme werden als Cloud-basierte SaaS-Lösung laufen. Statische On-Premise-Lösungen werden vom Markt verschwunden sein."

Weniger "monolithisch", mehr modular

Das Stichwort "statisch" leitet zum nächsten Trend über: Die Anforderungen an die Shop-Software werden komplexer. Märkte erändern sich schnell, die Shop-Software muss diese Änderungen flexibel und rasch abbilden können. Als Gegenentwurf zu Shop-Lösungen, die über Jahre hinweg ­gewachsen sind und als relativ "unbeweglich" wahrgenommen werden, entstehen gerade Shop-Plattformen, die sich selbst als "Framework" oder mit dem Adjektiv "modular" beschreiben.
Diesen Ansatz verfolgen beispielsweise Spryker Systems oder das "Commerce Cockpit", eine neue Lösung der E-Commerce-Agentur Shopmacher. Thomas Gottheil, Geschäftsführer von Shopmacher, beschreibt künftige Verkaufslösungen so: "Es wird eine stärkere Trennung von Prozessebene und ­Inszenierungsebene geben. Auf beiden Seiten werden sich serviceorientierte Architekturen durchgesetzt haben, Monolithen sind vom Markt verschwunden." Serviceorientierte Architekturen sind für ihn viele kleine Applikationen, die miteinander verbunden sind. Jede löst eine spezifische Herausforderung. So ein modularer Baukasten ersetzt das eine "All in One"-Paket, das für professionelle Nutzer irgendwann nicht mehr wartbar sein werde, so Gottheil, weil die Anforderungen immer komplexer werden: "Zukünftig wird es so sein, dass man sich die benötigten Programme sehr frei zusammenstellt - statt eine große Software zu nutzen."

Triebkraft ist die Kundenzentrierung

Alexander Graf, Geschäftsführer von Spryker Systems, beobachtet diese Entwicklung bereits: "Bei größeren Unternehmen sehen wir jetzt schon, dass diese ihre monolithischen Shop-Strukturen auflösen und ihre IT-Infrastruktur komplett neu planen." Bisher sei der Shop nur ­eine Art Fenster zum ERP-System gewesen. Nun werde er, getrieben durch eine hohe Kundenzentrierung, zum Mittelpunkt der IT-Landschaft, während das Enterprise Resource Planning (ERP) in die Rolle des Zulieferers gedrängt werde. "Das wirkt sich gerade sehr stark auf die Entwicklung neuer Shop-Systeme aus", meint Graf.
Stefan Hamann, Vorstand der Shopware AG, betont ebenfalls, dass Shop-Software anpassungsfähig sein muss: "Entscheidend wird die flexible Anpassbarkeit und Time-to-Market der Software sein, um auch unentdeckte oder sich neu öffnende Absatzkanäle möglichst schnell zu erschließen."

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