Web Analytics auf Konsolidierungskurs 30.07.2010, 12:33 Uhr

Reine Webanalyseanbieter sterben aus

Immer mehr große IT-Konzerne wie Adobe, Oracle oder IBM haben sich in den letzten Monaten Unternehmen, die auf Webanalyse spezialisiert sind, zugelegt. internetworld.de sprach mit Michael Kinsbergen, CEO von Nedstat über diesen Trend und die Zukunft der Webanalyse.
Web Analytics auf Konsolidierungskurs
Die Webanalyse-Spezialisten sind inzwischen sehr gefragt. Bedeutet dies, dass auch die großen Unternehmen die Relevanz von Web Analytics erkannt haben?
Michael Kinsbergen: Der Onlinekanal ist inzwischen ein fest integrierter Bestandteil der Geschäftsstrategie eines Unternehmens, wodurch auch Web Analytics eine essentielle und zentrale Rolle im Bereich Business Intelligence spielt. Entscheidungen zum Einsatz einer Web-Analytics-Software werden heute vom Senior Management getroffen, und zwar für einen unternehmensweiten Einsatz.
Gleichzeitig arbeiten unterschiedliche Mitarbeiter im Unternehmen mit Daten aus unterschiedlichen Datenquellen und Systemen. Die Kombination von Webanalyse mit Onlinemarketing-Tools sowie die Integration von Backoffice-Daten bietet die Chance, basierend auf angereicherten Informationen ein besseres Targeting von Angeboten und Botschaften zu erreichen. Dies bringt unweigerlich Anbieter verschiedener Disziplinen zusammen, mit dem Ziel, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten.
Ist angesichts der jüngsten Übernahmen davon auszugehen, dass dieser Trend noch eine Weile anhalten wird?
Kinsbergen: Der wirkliche Wert von Web Analytics liegt, wie erwähnt, in der Integration mit anderen Datenquellen. Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Software komplett umgebaut, so dass eine flexible, auf den Kunden zugeschnittene Integration jeglicher Art möglich ist.
Wir sprechen heute bereits mehr über Online-Business-Optimierung als über Web Analytics, da es zahlreiche Überschneidungen zwischen unserer und anderen Onlinedisziplinen gibt. In dieser Hinsicht erwarte ich, dass es reine Web-Analytics-Anbieter in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben wird. Es macht nämlich keinen Sinn, nur den Onlinekanal einzeln zu betrachten.
Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft in der Webanalyse aus?
Kinsbergen: Eine signifikante Entwicklung sehen wir in den steigenden Ansprüchen, was den Gebrauch von Web Analytics betrifft. Sogenannte „Expert User“ wollen ein anspruchsvolles Interface, das ihnen die Möglichkeit gibt, alles mit allem zu kombinieren. Gleichzeitig verbreitet sich die Nutzung aber auch innerhalb der Organisation. User in unterschiedlichen Positionen wollen einen einfachen und direkten Zugriff auf vorgefertigte und auf ihren Bedarf zugeschnittene Informationen.
Eine Software auf derselben Plattform anzubieten, die beide Kriterien erfüllt, ist eine echte Herausforderung. Darüber hinaus nimmt die Komplexität der Analyse-Tools zu. Deshalb spielen Berater und Agenturen eine zunehmend wichtige Rolle spielen, sowohl bei der Implementierung als auch der Beratung hinsichtlich des effektivsten Einsatzes von Analytics innerhalb einer Organisation.

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