Neuer Algorithmus 23.03.2015, 13:45 Uhr

Google: Was Webshop-Betreiber nun tun müssen

Ab 21. April 2015 bewertet Googles Algorithmus erstmals den Bedienkomfort von Webseiten für mobile Nutzer. Für E-Commerce-Anbieter stellt das eine Herausforderung dar - vor allem bei der Usability.
(Quelle: Shutterstock.com/Jesus Sanz)
Mobile Landing Pages, die auf Desktop-Seiten verweisen, sind definitiv zu wenig. Stattdessen benötigt jede relevante Seite eine Lösung, die für Smartphones und Tablets optimiert ist - denn lange Ladezeiten und eine schlechte Darstellung für mobile Geräte bestraft Google künftig mit einer schlechteren Platzierung in seinen Suchergebnissen.
Dies bringt auch einschneidende Veränderungen für E-Commerce-Anbieter mit sich, schließlich geht die "mobile friendly"-Initiative von Google mit wachsenden Umsatzzahlen im Mobile Commerce einher. Der Suchgigant selbst hat Vorschläge veröffentlicht, mit denen Website-Betreiber künftig ihren Status bewahren oder sogar verbessern können. Der Internet-Dienstleister Sevenval erweitert die Vorschläge des US-Konzerns um fünf Tipps, die speziell für Webshop-Betreiber geeignet sind.
1. Zoomen oder horizontales Scrollen vermeiden
Um Texte auf Hunderten oder gar Tausenden Seiten für mobile Geräte optimiert darzustellen, benötigen Konzerne einen Front-End-Server. Dieser ist unter anderem in der Lage, Gerät und Browser zu erkennen, und auch die passende Textdarstellung auszuspielen, die für das jeweilige Endgerät benötigt wird. Diese Device Detection ist zudem eine wesentliche Funktion für alle Performance-Verbesserungen.
2. Keine fehlerhaften Weiterleitungen und irrelevante gegenseitige Verlinkungen
Jede Seite muss mobil optimiert werden. Das heißt, eine mobile Landingpage, die auf Desktop-Seiten verlinkt, reicht nicht aus. Bei separaten mobilen Seiten (zum Beispiel m.*.de) müssen deshalb zwingend die HTML-Tags "Canonical & Alternate" (in der Desktop- und der mobilen Präsenz) integriert sowie ein entsprechendes Universal Domain Konzept für die Weiterleitung erarbeitet werden.
3. Keine 404-Fehler von mobilen Seiten
404-Fehlerseiten sollten möglichst durch eine funktionierende Weiterleitung ausgeschlossen werden. Wenn Sie mit dynamischer Bereitstellung arbeiten, achten Sie darauf, dass die User-Agent-Erkennung richtig konfiguriert ist. Die Weiterleitung lässt sich auf einen Front-End-Server verlagern. Dieser kann mit Hilfe einer Datenbank (CDR = Client Description Repository) die bereits genannte Device-Erkennung übernehmen und gewährleisten, sodass die Weiterleitung zuverlässig funktioniert. Außerdem ist hier ebenfalls die Berücksichtigung des Universal Domain-Konzepts wichtig.
4. Möglichst zeitnah mobile optimierte Seiten erstellen
Wenn Smartphone- oder Tablet-Nutzer auf Desktop-Seiten verwiesen werden, führt dies zu einem schlechteren Ranking dieser Desktop-Version. Es gilt also, möglichst zeitnah mobile optimierte Seiten zu erstellen. Wer schnell handeln möchte, kann mit Parsing der Desktop-Seite zügig zu einer mobilen Web-Präsenz kommen. Dabei werden Inhalte aus der bisherigen Seite ausgelesen und möglichst automatisch für die Darstellung auf einer mobilen Seite aufbereitet. Parsing ist eine schnelle, taktische Lösung. Der Nachteil: Änderungen der Desktop-Seite müssen den Entwicklern der mobilen Webseite im Vorfeld bekanntgegeben werden, damit entsprechende neue Templates für die geplanten Änderungen zur Verfügung stehen.
Eine strategische und zukunftssichere Lösung ist die Umsetzung einer RESS-Lösung (Responsive Design with serverside Components). Auch hierfür wird ein Front-End-Server eingesetzt, der den Browser der mobilen Nutzer bei der Prozess- und Datenverarbeitung erheblich entlastet. Passend zum spezifischen Gerät werden beispielsweise kleinere Bilder ausgeliefert sowie für HTML, CSS und JavaScript optimiert und für das Endgerät spezifisch aufbereitet. So findet eine minimale Dateiübertragung statt, ohne auf Inhalte zu verzichten.
5. Schnelle Performance der mobile Seiten
Zu lange Wartezeiten frustrieren mobile Nutzer und tragen schon jetzt zu einem schlechten Ranking bei. Ladezeiten von mehr als vier Sekunden verursachen erhebliche Conversion-Verluste. Eine Lösung sieht in diesem Fall sehr komplex aus. Die wichtigsten Punkte sind asynchrones Laden von Above-The-Fold-Inhalten sowie das Einbinden (Inlining) von Scripten (JS und CSS) für diese zuerst angezeigten Inhalte. Externe JavaScript- und CSS-Dateien sollten idealerweise am Ende laden und alle Datenpakete nach Möglichkeit komprimiert übertragen werden. Hier empfiehlt sich als langfristige Lösung ebenfalls ein Front-End-Server, der die Performance auch für künftige Endgeräte, Browser-Versionen und OS-Updates gewährleisten kann.
Die Optimierung für Mobile stellt selbst für Vorreiter des Online-Handels eine Herausforderung dar - beispielsweise die Reisebranche. In Sachen Usability und Performance herrscht offenbar noch einiger Nachholbedarf. Laut einer Studie von Sevenval in Zusammenarbeit mit der Agentur Anstrengungslos erreicht keines der zwölf untersuchten Online-Reiseportale die Gesamtwertung "gut" oder gar "sehr gut", wenn es um die mobilen Internet-Angebote geht. Die Gesamtnote zwei nur knapp verpasst hat immerhin Testsieger Tui, der in vier der sechs erfassten Kategorien eine gute Bewertung ergatterte.



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