Online-Bezahlverfahren 29.01.2016, 15:15 Uhr

Paydirekt: Wie macht sich das Payment-Verfahren der Banken?

Erste Händler haben das neue Bezahlverfahren der Banken eingeführt und sind
zufrieden. Dennoch verstummt die Kritik nicht - Paydirekt will nachbessern.
(Quelle: Shutterstock.com/CR)
Ein Notebook, eine Kaffeemaschine, erlesener Wein, ein Laufband oder auch einfach nur eine Tüte Gummibärchen: Was sich wie ein verspäteter Weihnachtswunschzettel liest, ist eine Auswahl der Produkte, die Online-Shopper momentan mit Paydirekt bezahlen können. Im Dezember - mitten im Weihnachtsgeschäft - haben die deutschen Banken ihr neues Online-Bezahlverfahren ins Rennen geschickt. Die ersten 20 Shops haben das Bezahlsystem ­integriert und sind offensichtlich zufrieden.
Der Elektronik-Shop Alternate etwa hat Paydirekt Ende November nach einer vierwöchigen Testphase für alle Kunden freigeschaltet. "Es haben sich seit dem Start bereits über 300 Kunden für die neue Zahlart entschieden. Alle Buchungen ­haben von Anfang an reibungslos funk­tioniert", zieht Alexander Bachmann, Projekt-Manager Marketing bei Alternate, ­eine erste Bilanz. Auch das Feedback der Käufer sei durchweg positiv gewesen. "Das zeigt uns, dass die Entscheidung, Pay­direkt als neue Zahlart aufzunehmen, die richtige war", freut sich Bachmann.
Ähnlich positiv ist die Resonanz bei Sport-Tiedje, einem Shop für Fitness­geräte. "Wir erhalten täglich neue Bestellungen mit der Zahlweise Paydirekt, und die Zahlungen laufen problemlos. Nach anfänglichen Käufen mit niedrigem Durchschnittswarenkorb, die bestimmt auch mit viel Neugier auf das neue Verfahren zu tun hatten, sind die Warenkörbe ­inzwischen auf dem von uns gewohnten Level angekommen", sagt Geschäftsführer Christian Grau. Seine Kunden loben vor allem die Einfachheit des Zahlverfahrens und die Datensicherheit.

Datenschutz ist ein wesentlicher Faktor

Der Datenschutz scheint ein wesentlicher Faktor zu sein, mit dem Paydirekt die Händler überzeugen kann: Viele führen als Begründung für die Einführung an, dass Paydirekt eine Lösung der deutschen Banken ist - das schafft offensichtlich Vertrauen. "Neben dem großen Konkurrenten Paypal wird Paydirekt beim Kunden ­sicherlich im Bereich Datensicherheit punkten können", urteilt beispielsweise Grau. 
Zufrieden sind die Händler auch mit der technischen Implementierung. "Effektiv war mit der kompletten Anbindung ein Kollege fünf Tage beschäftigt", sagt Andreas Gruber, Vertriebsleiter beim Musikhaus Korn. Bei Alternate dauerte die Anbindung inklusive einer laut Bachmann "sehr ausführlichen Testphase" vier Wochen.
Da alle drei genannten Händler ihre Shops auf Basis einer selbst entwickelten Software betreiben, haben sie alle das System über die bereitgestellte API-Schnittstelle angebunden. Für derzeit 18 Shop-Systeme wie Magento, JTL, XT ­Commerce, Gambio, Oxid eSales, Prestashop und Shopware gibt es bereits entsprechende Plug-ins. Angeboten werden diese laut Franz Zahn, Leiter Global Transaction Banking Deutschland der Hypovereinsbank, über den Schweizer Lösungsanbieter und Kooperationspartner Customweb. Sie kosten jeweils 172 Euro. "Das ist ein ­attraktives Angebot, bei guter Vorarbeit ist die Implementierung über die Plug-ins binnen eines Tages möglich", betont Zahn.
Auch Payment Service Provider können das System anbinden. Zahn  zufolge haben die acht Dienstleister Cardprocess, Computop, Evo Payments, Girosolution, Masterpayment, Payone, Payon und Wirecard das Bezahlsystem im Angebot.

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