Gastkommentar 09.01.2017, 16:00 Uhr

Diese 3 Trends bewegten die CES

Man konnte fast meinen, die CES sei eine reine Automobilmesse, so viel Platz nahmen Hersteller, Zulieferer und Zubehörhersteller ein. Daneben dominierten Themen wie Voice Commerce und VR. Eine Zusammenfassung.
Torsten Oppermann, Gründer und Managing Director von Delasocial
(Quelle: Delasocial)
Von Torsten Oppermann, Gründer und Managing Director von Delasocial
Die CES gibt es seit nunmehr 50 Jahren. Meine erste war 1993. Sie hat sich kräftig gewandelt. Während in den 80ern die TV-Hersteller dominierten, waren es in den 90ern die Computer-Hersteller und Video-Games-Unternehmen. Danach kamen langweilige Jahre. Nun aber wird es wieder spannend.

1. Bits und Algorithmen statt Auspuffrohre und Spoiler: E-Autos

Man konnte fast meinen, die CES sei eine reine Automobilmesse, so viel Platz nahmen Hersteller, Zulieferer und Zubehörhersteller ein. Plötzlich werden auch Unternehmen wie Nvidia, bekannt als GPU-/Grafikkartenhersteller, zu Partnern der Automobilindustrie. Das Entwicklerunternehmen präsentierte gemeinsam mit Audi autonomes Fahren.
 
Fahrzeugpremieren finden mittlerweile auf der CES und nicht mehr auf der IAA oder Detroit Motor Show statt. Der neue Motor ist nicht mehr zylindergetrieben, sondern basiert auf Rechenpower. Hier liefern die Grafikprozessoren (GPU) deutlich mehr Power als nur die Hauptprozessoren (CPU). Und damit lässt sich beispielsweise das autonome Fahren wirklich bewerkstelligen. Da werden Motoren, gleich ob elektro- oder verbrennungsbasiert schon fast zur Nebensache. Es geht in Zukunft also mehr um Bits und Bytes, um Algorithmen und Recognition, um die Cloud und Connectivity als nur um PS/KW, Beschleunigung, Auspuffrohre und Spoiler.

Die Jagd der Hersteller hat begonnen

Während Tesla als Nischenanbieter First Mover im Bereich Elektroautos und autonomes Fahren war, wurden diese Themen von allen großen Autoherstellern verschlafen. Auf der CES 17 war aber eindrucksvoll zu erkennen, dass nunmehr sämtliche großen Autohersteller die Jagd eröffnet haben und die Themen Connected Cars, autonomes Fahren und Elektroautos ganz oben auf der Agenda stehen.
 
Teslas Massenmarkt-Produkt "Model 3" wird so vom Jäger zum Gejagten. Auf der CES konnte man sowohl Audi-Modelle als auch BMW-Prototypen autonom fahrend auf der Straße beobachten. Auch Mercedes und VW haben entsprechendes in petto. Der ID soll so etwas wie der Golf der Elektroautos werden. Ein Frontalangriff also gegen Teslas Model 3.
 
Mercedes setzt voll auf die neue Unternehmensstrategie CASE. Diese soll die Vernetzung von Fahrzeugen, autonomes Fahren und auch flexiblere Nutzungsmodelle miteinander verbinden. Vor Ort zu sehen war das Concept EO - eine Art SUV und damit eine direkte Attacke gegen Teslas Model X.
 
Auch spannend die Transporterstudie, der Vision Van von Mercedes mit drohnenbasierter Zustellung von Paketen. Automatisiert werden die Pakete in die Drohnen auf dem Dach geladen. Ich persönlich bin da ja noch skeptisch, ob mir demnächst in der Stadt wirklich eine Drohne mein Paket liefert. Aber auf dem Land ist das durchaus sinnvoll.
 
Auf Tesla abgesehen hat es auch Faraday Future mit der Ankündigung des FF 91 - ebenfalls ein Konkurrent zu Teslas SUV-Model X. Kurze Zeit nach der Ankündigung waren laut Hersteller bereits über 64.000 Vorbestellungen eingegangen. Der Hersteller selbst, ein Start-up, das 2014 gegründet wurde, war in den letzten Wochen allerdings zunehmend in die Kritik geraten, nicht die finanzielle Stärke zu haben, um wirklich einen Marktstart bewerkstelligen zu können. Wir werden sehen.

Die diesjährige Technik-Messe CES (Consumer Electronics Show) hatte einige Highlights zu bieten. Von Künstlicher Intelligenz über autonomes Fahren bis hin zu Robotics war in diesem Jahr alles dabei.





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