Internet-Infrastruktur
22.03.2016, 11:19 Uhr

Obama: Google soll Kuba mit Breitband und WLAN versorgen

Google soll den Kubanern den Zugang zu schnellem Internet ermöglichen. Das verkündete US-Präsident Barack Obama bei seinem historischen Besuch des Inselstaats.
(Quelle: Shutterstock.com/Everett Collection)
Es ist eine historische Reise, die Barack Obama in die Karibik gemacht hat: Seit 1928 war kein US-Präsident mehr in Kuba. Nach der Aufhebung des Embargos sollen weitere Maßnahmen für eine Annäherung der USA an den sozialistischen Inselstaat sorgen. So wird American Airlines zum Beispiel schon in diesem Jahr Direktflüge nach Kuba anbieten was die Tourismus-Einnahmen der Karibik-Insel ankurbeln sollte, versprach Obama.
 
Und auch für eine Anbindung der Kubaner ans World Wide Web will Obama sorgen. Die dafür benötigte Infrastruktur soll aber kein Telekommunikationsanbieter liefern, sondern Google, wie Obama in einem Interview mit dem US-Sender ABC ankündigte. Neben Breitband soll es künftig auf der Insel auch WLAN geben.
Weitere Details der Abmachung wie ein Zeitplan oder der genaue Umfang des präsidialen Auftrags gibt es noch nicht. Mit Google Fiber betreibt das Unternehmen aus Mountain View seit einigen Jahren ein Projekt zum Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes. Bislang ist Internet und WLAN in Kuba kaum verfügbar. Im letzten Jahr wurde zwar der erste Hotspot eröffnet. Der ist allerdings so teuer, dass sich nur Touristen leisten können, drahtlos im Netz zu Surfen.

Internet überall auf der Welt verfügbar machen

Seit den NSA-Enthüllungen von Edward Snowden investieren Internet-Riesen vermehrt in den Ausbau einer eigenen Netz-Struktur. Neben Google macht das zum Beispiel auch Facebook. Neben eigenen, sicheren und verschlüsselten Leitungen haben es sich die Tech-Riesen auf die Fahne geschrieben, Internet überall auf der Welt verfügbar zu machen. Auch in armen und schwer zugänglichen Regionen. Dafür experimentiert Google zum Beispiel auch mit Drohnen.
Problematisch kann dieses Engagement allerdings sein, wenn es um den Internet-Grundsatz der Netzneutralität geht. Denn die Internet-Konzerne wollen ihre eigenen Dienste natürlich bevorzugt und damit schneller übertragen. Auch garantieren Googles und Facebooks-Projekte oft nur einen eingeschränkten Web-Zugang. So können teilweise nur von den Tech-Riesen ausgewählte Partner-Seiten erreicht werden. Die indische Telekommunikations-Aufsicht hat kürzlich Mark Zuckerbergs Projekt "Free Basics" aus diesem Grund einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Für ein freies und offenes Internet in Kuba

Schon im Juni 2014 reiste Eric Schmidt, damals noch Google-CEO, jetzt im Vorstand von Googles Mutterkonzern Alphabet, nach Kuba, um sich dort für ein freies und offenes Internet einzusetzen. Auch wenn Google dafür sorgen kann, dass das Web auf der Karibik-Insel künftig weiter verbreitet sein wird, sieht seine Forderung nach einem "freien und offenen" Internet wenig Hoffnung. In Kuba gibt es noch die staatliche Zensur. Über den Besuch der Google-Delegation berichtete damals kein offizielles kubanisches Medium.
Das könnte Sie auch interessieren