Für Mobile und Desktop 20.04.2017, 09:35 Uhr

Google plant Adblocker im Chrome Browser

Angeblich will Google einen Adblocker in die Mobile- und Desktop-Version seines Chrome Browsers integrieren. Er soll vor allem die von der Coalition for Better Ads als störend definierte Werbeformate unterdrücken.
Besitzt der Browser Chrome bald einen integrierten Adblocker?
(Quelle: Google)
Das Thema Adblocker gerät wieder in den Fokus, dieses Mal dank Google. Die Alphabet-Tochter will offenbar in ihrem populären Browser Chrome eine entsprechende Software zur Unterdrückung von Werbung integrieren. Wie das Wall Street Journal berichtet, sollen sowohl die Mobile-Version als auch die Desktop-Variante davon betroffen sein.
Das Feature soll standardmäßig integriert sein, Nutzer könnten den Adblocker dann in Chrome einfach an- oder ausschalten. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Geblockt werden sollen "nur" bestimmte Werbeformate. Dazu gehören die Formen, die die "Coalition for Better Ads" erst jüngst als nicht akzeptabel eingestuft hatte.

Coalition for better ads

Zu dieser Vereinigung schlossen sich im Herbst vergangenen Jahres namhafte Unternehmen, Agenturen und Verbände zusammen. Zum Verbund gehören Vermarkter wie Google und Facebook, Adtech-Dienstleister wie Appnexus, Branchenverbände wie der BVDW und die World Federation of Advertisers, Werbungtreibende wie Procter & Gamble und Unilever sowie Mediaagenturen wie GroupM oder die Omnicom Media Group.
Ihr gemeinsames Ziel: Mit besseren Werbeformaten das digitale Nutzererlebnis verbessern. Das wiederum soll in erster Linie durch das Erarbeiten neuer globaler Standards möglich werden. Die ersten 18 laut der Coalition nicht nutzerfreundlichen Formate präsentierte der Verbund erst vor wenigen Wochen.

Zur "Coalition for better ads" gehören Google, Facebook, AppNexus oder die Verbände BVDW und IAB. Sie wollen bessere Online-Werbung schaffen und haben dafür untersucht, welche Desktop- und Mobile-Werbeformate beim Nutzer nicht gut ankommen.

"Massive wirtschaftliche Folgen für viele deutsche Marktteilnehmer"

Google selbst hat sich dazu bislang noch nicht geäußert, das WSJ mutmaßt, dass eine Ankündigung in den nächsten Wochen erfolgt. In jedem Fall wären die Pläne eine Gratwanderung für das Unternehmen, ist Google doch auf Online-Werbung als Haupteinnahmequelle angewiesen. Laut WSJ zahlt Google derzeit auch dafür, um auf der Liste für akzeptable Werbung von Eyeo zu stehen. Im Gegenzug würden Anzeigen in der Google-Suchmaschine und andere von Google gesteuerte Werbemittel von der Software nicht blockiert.
Martin Lütgenau, Geschäftsführer BurdaForward Advertising, beobachtet indes mit großer Sorge, "wie uns von nationalen und vor allem internationalen Gatekeepern wie beispielsweise Browserherstellern oder Anbietern von AdBlockern oder Anti-Viren-Programmen Regeln aufgezwungen werden, die massive wirtschaftliche Folgen für viele deutsche Marktteilnehmer haben." Ihn überrascht die Ankündigung von Google Chrome überhaupt nicht. "Schließlich haben wir selbst bereits seit 2015 die entsprechenden Werbeformate aus unserem Portfolio entfernt. Wir können aus eigener Erfahrung berichten: Qualitativ bessere Werbung, bei der man auf störende Layer-Formate verzichtet, zahlt sich am Ende aus".




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