Umfrage unter Top-Managern
19.01.2016, 11:45 Uhr

Weltwirtschaftsforum: Digitalisierung kostet 5 Millionen Jobs

Durch die Digitalisierung sollen in den nächsten fünf Jahren fünf Millionen Jobs wegfallen. Das besagt eine noch unveröffentlichte Untersuchung des Weltwirtschaftsforums in Davos.
(Quelle: Boston Dynamics)
Digitalisierung und Automatisierung schreiten immer weiter voran. Und Roboter dringen immer weiter in die Arbeitswelt vor. Das soll die Industrieländer bis 2021 fünf Millionen Arbeitsplätze kosten, prognostiziert das Weltwirtschaftsforum in Davos in einer noch unveröffentlichten Untersuchung, die der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vorliegt. Grundlage der Studie ist eine Umfrage unter Top-Managern der 350 größten Konzerne der Welt.
Roboter, selbstfahrende Autos, 3D-Drucker, Drohnen, künstliche Intelligenz - die digitale Revolution und das Internet of Everything dringen in immer mehr Bereiche des Lebens ein. Und das könnte - bei allem Fortschritt - die Industrieländer teuer zu stehen bekommen.
Besonders Deutschland ist laut der Studie betroffen. Insgesamt prophezeit das Weltwirtschaftsforum einen Wegfall von sieben Millionen Arbeitsplätzen. Durch den erhöhten Bedarf an IT-Fachkräften werden aber nur zwei Millionen neue Jobs geschaffen.

Frauen stärker betroffen als Männer

Hauptsächlich betroffen sind offenbar aber nicht Stellen in Fabriken, sondern in Büros und Verwaltung. Das dunkelste Bild zeichnet das Weltwirtschaftsforum für die Mittelschicht. Angestellte im Gesundheitsbereich, in der Energie- und in der Finanzwirtschaft. Für Frauen sieht es dabei noch schlechter aus. Das führen die Forscher auf die unterschiedlichen Ausbildungswege zurück. In den Naturwissenschaften und der Informatik ist der Frauenanteil immer noch geringer.
Insgesamt 210 Millionen Fahrzeuge sollen zum kommenden Jahr mit dem Internet verbunden sein. INTERNET WORLD Business stellt weitere Fakten und Zahlen zum Thema Connected Cars vor.
Die Studie aus Davos ist nicht die einzige, die ein solch düsteres Bild durch die Digitalisierung zeichnet. Eine Untersuchung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) prophezeite 2014 eine Massenarbeitslosigkeit durch Digitalisierung.
Allerdings gibt es auch Kritiker dieser Theorien. Ein massiver Wegfall von Jobs sei schon immer prognostiziert worden, wenn sich die technischen Möglichkeiten drastisch ändern. Die Befürchtungen seien aber bislang nie eingetreten.
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