Digitaler Wandel
20.03.2017, 08:10 Uhr

Das müssen Führungskräfte bei der digitalen Transformation beachten

Damit die Digitalisierung gelingt, müssen alle im Unternehmen an einem Strang ­ziehen. Das sollten Führungskräfte dabei beachten.
(Quelle: Shutterstock.com/Robert Kneschke)
Von Michael Stadik
Roboter als Jobkiller, ein Arbeitstag mit beruflichen Mails bis weit in den Feierabend, der rasante Umbruch bei etablierten Geschäftsmodellen: Die Auswirkungen der digitalen Revolution setzen viele Menschen unter Druck. Dennoch sind ­europaweit die meisten Arbeitnehmer ­optimistisch gestimmt. Nach einer aktuellen Studie glauben 95 Prozent der Befragten, dass ihre Unternehmen vom Wandel profitieren werden. Eine klare Mehrheit wünscht sich auch, dass mehr Technologie zur Verbesserung der Kundenkommunikation eingesetzt und die entstehenden Synergien durch digitale Innovationen zur Vereinfachung von Geschäftsabläufen ­genutzt werden. Auch die zunehmende Automatisierung wird positiv aufgenommen: Die Arbeitnehmer erhoffen sich eine effizientere Zeiteinteilung und mehr Freiraum für die wesentlichen Aufgaben.
David Mills, der als CEO von Ricoh ­Europe die Umfrage in Auftrag gegeben hat, erwartet daher in den kommenden Jahren zwei Kategorien von Unternehmen: solche, die ihre Arbeitsabläufe optimal an den digitalen Wandel angepasst ­haben, und solche, die "Veränderungen scheuen, wodurch ihre Arbeitnehmer auf der Strecke bleiben." Auch Sabine Remdisch beobachtet einen epochalen Wandel: ­"Hierarchische Strukturen lösen sich auf, strukturelle Grenzen verschwimmen, die Symbolik verändert sich", kommentiert die Leiterin des Instituts für Performance Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie forscht derzeit als Gastwissenschaftlerin an der Stanford University zum Themenfeld "Successful Leadership in the Digital Age" und hat dazu die Leadership Garage ins Leben gerufen (leadershipgarage.stanford.edu).

Toolbox für Manager mit Tipps zur Digitalisierung

Praxisnahe Tipps für die Always-on-­Arbeitskultur gibt zum Beispiel eine Toolbox zur Personalführung in der digitalisierten Welt. Darin gibt die Professorin für Personal- und Organisationspsychologie Tipps für eine gelungene Transformation. Die Gesundheit steht dabei an erster ­Stelle, "sonst besteht die Gefahr, dass alle Beteiligten ausbrennen, weil die Work-Learn-Life-Integration misslingt", warnt die Wissenschaftlerin. In der digitalen Ära, so Remdisch, dreht sich auch alles um das Wir, nicht um das Ich: "Wir teilen Daten in der Cloud, wir benutzen gemeinsame Tools, um Datenaustausch zu organisieren und Wissen zu teilen, wir kommunizieren über Webkonferenzen."
Die Führungskraft muss Mitarbeitende stark machen im Netzwerk, empfiehlt die Personalexpertin. Manager sollten demnach ihr Team mit Informationen versorgen und mit den richtigen Menschen vernetzen. "Bei der Führung auf Distanz liegt die Herausforderung darin, auch ohne Face-to-face-Kontakt Vertrauen aufzubauen, Mitarbeitende an Entscheidungen zu beteiligen und für ihre Bedürfnisse sensibel zu sein", beobachtet Sabine Remdisch. Innovationskultur bedeutet ihrer Meinung nach, dass die Führungskraft für ein innovationsfreundliches Klima Sorge trägt: "Die Mitarbeitenden müssen zu krea­tivem Handeln und disruptivem Denken motiviert werden."




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