DLD Summer 2015 22.06.2015, 14:25 Uhr

Die Zukunft der Gesundheit gehört den Daten

Big Data durchdringt immer mehr Lebensbereiche. Wie Daten das Gesundheitswesen in Zukunft bestimmen werden, war ein Thema auf der DLD Summer Konferenz in München.
Big Data durchdringt immer mehr Lebensbereiche
(Quelle: Shutterstock.com/everything possible)
Einen Termin beim Arzt zu bekommen, kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Und wenn der Patient dann endlich im Wartezimmer sitzt, drohen andere Kranke ihn mit ihren Viren anzustecken. In Zukunft könne man sich den Gang zum Arzt sparen, meint Ron Gutman, CEO und Gründer von HealthTap, einem Anbieter für Live-Chats mit Ärzten, auf der Digitalkonferenz DLD Summer 2015 in München.
Denn dank Big Data könne das Tablet den Artzbesuch ersetzen, indem der Patient seine Gesundheitsdaten online an seinen Arzt schickt, der diese dann auswertet. Der Mediziner kann dann im Chat Fragen des Patienten beantworten oder Ratschläge erteilen.
"In Zukunft werden wir Daten nutzen, um Probleme vorherzusehen, bevor wir selbst etwas davon ahnen", glaubt Gutman. Wenn etwa ein Patient Asthma hat, könne der Arzt aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Daten erkennen, wenn etwas nicht stimmt - auch wenn die betreffende Person selbst nichts davon merkt. Per Push Notification auf die Smartwatch könne der Arzt dann beispielsweise die Anweisung geben, den Inhalator öfter zu benutzen.
Aber auch bei Problemen wie etwa Diabetes oder Übergewicht könnten Daten dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schritte einzuleiten. Bei der Gesundheitsversorgung der Zukuft gehe es letzlich um die richtige Behandlung zur richtigen Zeit am richtigen Ort zum richtigen Preis, fasst Gutman seine Prognose zusammen.
Auch Sheila Marcelo, Gründerin und CEO von Care.com, ist überzeugt: "Gesundheitsversorgung wird von digitalen Technologien abhängen." Künftig werde es dafür eine globale digitale Infrastruktur geben. Pflegekräfte müssten für dieses Szenario weltweit gewonnen und ausgebildet werden. Dabei sei es wichtig, Gesundheitsdaten so gut wie möglich verfügbar zu machen, um weltweit hohe Standards zu ermöglichen.

Der User als Datensammler und Datenvermarkter? Stephan Noller, Stefan Krötz, Sarah Winkelmann, Matthias Oschatz, Stephan Horvath und Klaus Peter Scharpf erklären, was sie davon halten - und was ihnen solche Informationen wert wären.

Die Gesundheit fördern sollen auch sportliche Gadgets wie Fitnessarmbänder. Das AV-Test hat neun Fitness-Armbänder im Sicherheitstest überprüft und teils gravierende Mängel festgestellt.

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