Illegale Absprachen? 29.09.2014, 13:52 Uhr

Apple droht Milliardenstrafe durch die EU

Hat Apple in Irland durch unerlaubte Absprachen Steuern gespart? Das ermittelt die EU-Kommission gerade. Das vorläufige Ergebnis lautet: Ja.
Apple Store in Nanjing, China
(Quelle: Apple.com)
Der US-Konzern Apple hat über seine Tochterfirma seit zwanzig Jahren in Irland Steuern gespart. Doch diese Ersparnis sei aufgrund unerlaubter Absprachen mit den Behörden zustande gekommen, habe jetzt die EU-Kommission in einem vorläufigen Ergebnis ihrer laufenden Untersuchung ermittelt, berichtet die Financial Times. Nun drohe eine Rekordstrafe von mehreren Milliarden Euro.
Apple bestreitet die Vorwürfe: "Es gab nie einen besondere Abmachung", zitiert der Bericht Finanzchef Luca Maestri. Der Konzern habe auch nicht versprochen, mehr Stellen nach Irland zu verlagern, wenn es steuerlich bevorzugt behandelt werde.
Einige Apple-Tochtergesellschaften sind zwar in Irland registriert, da aber der Verwaltungsrat in den USA tagt, entsteht auf der Insel Experten zufolge kein Steuerwohnsitz. Auf diese Weise entgeht der IT-Konzern dem US-Fiskus. Eigenen Bilanzen zufolge zahlte Apple in den vergangenen drei Jahren auf im Ausland erzielte Gewinne in Höhe von insgesamt 74 Milliarden Dollar einen Steuersatz von zwei Prozent.

Das Logo ist wohl eines der bekanntesten weltweit, die Marke längst in der breiten Masse angekommen: Apple hat nicht nur den Smartphone-Markt revolutioniert, sondern ist in vielen Bereich aktiv.

Apple hat im dritten Quartal im Geschäftsjahr 2014, das am 28. Juni 2014 endete, 37,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet (plus sechs Prozent) und den Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden US-Dollar gesteigert. Mit 59 Prozent erzielte der IT-Konzern mehr als die Hälfte des Umsatzes außerhalb der USA.
Irland lockt bereits seit mehreren Jahrzehnten US-Konzerne mit günstigen Steuersätzen ins Land. Unter anderem Google, Facebook und Twitter unterhalten auf der Insel ihre Europazentralen. Das von der europäischen Wirtschaftskrise besonders hart getroffene Land wirbt mit seiner Steuerpolitik auch um  Start-ups aus aller Welt. Neben niedrigen Steuern profitieren die Gründer von gefallenen Mietpreisen für Unterkünfte und Büroräume. In die Kritik gerieten die vergleichsweise niedrigen Unternehmenssteuern, als Irland im Jahr 2010 mit einem internationalen Kreditpaket vor der Pleite bewahrt wurde.



Das könnte Sie auch interessieren