Smart Home 04.12.2014, 11:45 Uhr

Die Strategie hinter Amazon Echo

Auf den ersten Blick ist Amazon Echo nur ein Lautsprecher mit Mikrofon, auf den zweiten ein Schritt in Richtung Smart Home. Welche Ziele verfolgt der Online-Händler mit dem Gerät?
(Quelle: Amazon.com )
Die Managementberatung Mücke, Sturm & Company  hat Amazon Echo unter die Lupe genommen und belegt mit diesem Beispiel, wie Amazon, Apple und Google auch in den Smart Home Markt vordringen werden. Die Untersuchung "Amazon Echo - eine Gefahr für den Smart Home Markt?" hat zu folgenden Erkenntnissen geführt:
 
1. Die Produktstrategie von Amazon unterstützt das Kerngeschäft
Seit seiner Gründung erweitert Amazon kontinuierlich sein Produktportfolio mit dem Ziel, weitere Vertriebskanäle zu generieren. So unterstützen Kindle, FireTV, Fire Phone und Amazon Echo nicht zuletzt das Kerngeschäft von Amazon - den bequemen Einkauf physischer oder digitaler Güter von Privatkunden. Auf diese Weise hat Amazon seinen Umsatz kontinuierlich steigern können, sodass es derzeit den Online-Handel beherrscht und für die Produktsuche im Internet als direkte Konkurrenz zu Google gesehen wird.
 
2. Über Echo schafft Amazon einen weiteren Vertriebskanal
Amazon Echo ist ein interaktiver und vernetzter Lautsprecher, den Amazon als Vertriebskanal im Haushalt positioniert. Amazon kann so zusätzlich weitere Daten gewinnen und die Angebote und Empfehlungen weiter individualisieren. Derzeit ist es dem Kunden möglich, Produkte durch einen Sprachbefehl auf eine Wunschliste zu stellen. Es ist zu erwarten, dass diese Produkte später durch einen Sprachbefehl auch eingekauft werden. Die Lieferung kann dann, je nach Verfügbarkeit, durch den normalen Dienstleister erfolgen oder aber durch Amazon fresh. Die Kundenbindung wird so weiter verstärkt.
 
So könnte die Zukunft aussehen
(Quelle: muecke-sturm.de)
3.
Der Smart-Home-Markt wird sich stark verändern
Amazon hat schon beim Kindle eine Loss-Leader-Strategie verfolgt: Die Geräte werden sehr kostengünstig verkauft, die Refinanzierung erfolgt durch den Verkauf von digitalen Gütern über die Geräte. Eine vergleichbare Strategie erwartet Mücke, Sturm & Company auch bei Echo. Das Konzept der Quersubventionierung über nachfolgende Verkaufsvorgänge wird auch für den  Smart-Home-Markt Folgen haben. Amazon kann Echo zu einer vollständigen Smart-Home-Plattform erweitern. Dieser Mehrwert steigert die Attraktivität des Geräts und damit auch dessen Erfolg als Vertriebskanal.
Zum Gerät: Der röhrenförmige Netzwerk-Lautsprecher verfügt über einen 2,5 Zoll großen Tieftöner sowie über einen Hochtöner im Zwei-Zoll-Format. Netzwerk-Verbindungen nimmt Echo via WLAN oder Bluetooth auf. Für die Sprachsteuerung sind insgesamt sieben Mikrofone mit Noise-Cancellation verbaut, die auch eine Bedienung bei lauter Musik oder vielen Umgebungsgeräuschen erlauben sollen. Über einen Schalter am Gehäuse lassen sich die Mikrofone bei Bedarf deaktivieren.
Aktuell ist Echo nur per Invite in den USA zu Preisen von 200 beziehungsweise 100 US-Dollar für Prime-Kunden zu bestellen.  Wann die Auslieferung anläuft und ob Echo auch in anderen Ländern angeboten werden soll, ist noch unbekannt.

Das Kerngeschäft ist Google und Amazon nicht genug. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Konzerne immer öfter in die Quere kommen. INTERNET WORLD Business zeigt, wo das der Fall ist.



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