Networking ist alles 17.07.2017, 08:05 Uhr

5 Tipps: So wandeln Shop-Betreiber Social Media Traffic effizient um

Wie können Online-Händler den Social Traffic effizient umwandeln und interessierte Follower in Bestandskunden verwandeln? Das erklärt Felix Schirl, Geschäftsführer und CTO von trbo.
(Quelle: shutterstock.com/miss-ty)
Von Felix Schirl, Geschäftsführer und CTO von trbo
Kaum ein Kunde shoppt heute noch offline only. Stattdessen werden im Netz fleißig die Warenkörbe gefüllt - und das in immer mehr Nischen-Shops, die für so ziemlich jedes Interesse das passende Produkt anbieten. Mehr Shops bedeuten natürlich auch mehr Konkurrenz und Wettbewerb im E-Commerce. Dieser wirkt sich direkt auf die digitalen Werbeausgaben aus - aktuellen Schätzungen zufolge betragen sie in Deutschland rund 4.982 Milliarden Euro.
Das bedeutet für E-Shop-Betreiber: Langfristig überleben nur diejenigen, die ihre (potenziellen) Kunden besonders hegen und pflegen. Hierfür bietet sich Social Advertising besonders gut an. Gerade Facebook hat sich unter Unternehmen hierzulande als besonders attraktiver Kanal zur User-Ansprache und als wichtige Ergänzung zur Suchmaschinenwerbung etabliert. Das hat das soziale Netzwerk natürlich auch seiner großen Reichweite zu verdanken. So nutzten es 2016 laut der ARD/ZDF Onlinestudie circa 23,5 Millionen Deutsche regelmäßig. Noch dazu machen die vielen Targeting-Möglichkeiten Facebook zu einem beliebten Marketing-Instrument für Webshop-Betreiber.
Wie Online-Händler den Social Traffic effizient umwandeln und interessierte Follower in Bestandskunden verwandeln, erklärt Felix Schirl, Geschäftsführer und CTO der trbo GmbH.

Kunden über soziale Netzwerke abholen

Schon lange ist bekannt, dass es sich für Web-Shop-Betreiber anbietet, auch mit einer Facebook-Präsenz auf Kundenfang zu gehen. Eben nicht nur zur Ansprache potenzieller Neukunden, sondern auch, um Bestandskunden weiter an den Shop zu binden und sie im Idealfall zu Stammkunden zu machen.
Zu saisonalen Ereignissen wie dem Valentinstag, Ostern, Halloween oder dem Weihnachtsgeschäft mit Black Friday und Co erhöht sich der SEA-Werbedruck für den Online-Handel deutlich. Deshalb ist es umso wichtiger, genau zu diesen Werbe-Hochzeiten parallel im Social Web Maßnahmen zu ergreifen. Doch wie gelingt es Shop-Betreibern, Facebook-Follower auf die eigene Website zu locken?

1. Nutzer mit Gewinnspielen in Käufer verwandeln

Gewinnspiele in sozialen Netzwerken lassen sich sehr simpel auf die eigene Website verlängern. Nehmen wir Halloween: Der Shop-Betreiber - beispielsweise das Kosmetiklabel Urban Decay - teasert über Facebook ein Halloween-Gewinnspiel mit einer Geisterjagd an.
(Quelle: Screenshot)
In Form eines Posts wird dieses sowohl an Fans der Facebook-Seite als auch als Sponsored Post an die Zielgruppe ausgeliefert. Klicken User auf einen dieser Posts, wird im Webshop über einen Layer ein Geist angezeigt, der herumfliegt und immer wieder verschwindet. Klickt ein Besucher auf den Geist und fängt ihn somit ein, öffnet sich ein weiterer Layer, über den er dann an der Gewinnverlosung teilnehmen kann. Steuern Nutzer den Webshop beispielsweise über das direkte Eintippen der URL oder über eine Suchmaschine an, bekommen sie das Gewinnspiel nicht zu sehen. Als Alternative zur Gewinnverlosung könnte der Shop-Betreiber auch Sofortgewinne in Form von Gutscheincodes ausspielen, die später im Warenkorb eingelöst werden können.
Grundsätzlich nimmt etwa jeder dritte Nutzer, der über einen solchen Post auf Facebook in den Shop kommt, auch vollständig am Gewinnspiel teil - also samt Eingabe der für die Verlosung benötigten Daten (Name und E-Mail-Adresse).

2. Facebook Targeting zur Neukundenansprache nutzen

Facebook ist für sein sehr genaues Zielgruppen-Targeting bekannt. Aber bisher nutzen noch viel zu wenige Werbungtreibende die vielfältigen Optionen, die Ihnen Facebook zu einem vergleichsweise geringen Preis bietet.
Schon während der Nutzer sich registriert, verrät er viel über sich selbst: So geben sie in der Regel ihr Geschlecht, Alter, ihre Sprache sowie das Land und den Ort, in dem sie wohnen, an. Natürlich wird auf Facebook außerdem auch fleißig geliked und geteilt - es entstehen also umfangreiche Userprofile, die laufend mit neuer Information angereichert werden. So können Marketer das Facebook-Targeting auch nutzen, um nur User anzusprechen, die sich beispielsweise schon als Interessenten zu einem bestimmten Thema herausgestellt haben - denn über seinen Algorithmus kategorisiert Facebook die Nutzer zusätzlich nach Interessen. Die Kombinationsmöglichkeiten für das Facebook Targeting sind also schier unendlich. Potenzial, das von Unternehmen unbedingt genutzt werden sollte.

3. Kunden mit Umfragen binden

Für Nutzer, die über eine Facebook-Anzeige in den Shop kommen, kann das jeweilige Targeting-Segment auch Onsite auch wieder aufgreifen. Solche Daten lassen sich beispielsweise für gezielte Umfragen nutzen. Nehmen wir einen Online Shop, der trendige Jeans für junge Männer anbietet: Hier würde es sich anbieten, eine Umfrage zum Thema zu erstellen und diese nur an modeaffine 25- bis 35-Jährige auszuspielen.
Im besten Fall lässt sich mit Hilfe der Umfrageergebnisse neben der Kundenzufriedenheit auch die -bindung steigern. Befragungen wie diese lenken die Aufmerksamkeit des Users nicht nur auf den abgefragten Gegenstand, sondern auch auf die Marke.

4. Videos als Kundenservice-Kanal

Auch auf der eigenen Website lassen sich die sozialen Netzwerke zur Kundenbindung einsetzen. Beispielsweise in folgendem Szenario: Ein Nutzer surft den Webshop an und klickt sich durch mehrere Unterseiten - er zeigt also Interesse am Shop. Nach einiger Zeit steuert der User allerdings die Adresszeile mit der Maus an - er ist also dabei den Shop zu verlassen.
Möchten Online-Shop-Betreiber den potentiellen Kunden jetzt doch noch zum Kauf bewegen, müssen sie hier schnellstmöglich einschreiten. Das geht zum Beispiel über einen sogenannten Exit-Intent Layer, der automatisch ausgespielt wird, sobald der User droht, abzuspringen. So zeigt er dem User beispielsweise kurz und plakativ die Vorzüge des ausgewählten Produkts oder bietet ihm spannende Zusatzinformationen bei erklärungsbedürftigen oder komplexen Produkten. Das Ziel: den User doch noch zum Verbleiben oder zum Kauf zu bewegen. 

Fazit

Verzichten Online-Händler auf Social Advertising, geht ihnen möglicherweise viel Umsatz verloren. Denn nur wer es schafft, interessierte Follower aus den sozialen Netzwerken in treue Kunden zu verwandeln, kann dem steigenden Druck und Konkurrenzkampf im E-Commerce dauerhaft standhalten. Dabei ist es entscheidend für den Erfolg, Produkte oder Vorteile, die über Anzeigen in sozialen Netzwerken beworben wurden, intelligent im eigenen Shop fortzuführen.




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