E-Commerce und Bildernetzwerke 15.12.2015, 10:40 Uhr

Social Commerce: Was eignet sich besser - Instagram oder Pinterest?

Produkte lassen sich im Web auch über soziale Netzwerke vertreiben - Stichwort Social Commerce. Doch welche Plattform ist hierfür besser geeignet? Instagram oder doch Pinterest?
(Quelle: Shutterstock.com/Tashatuvango)
Werbungtreibende sind sich durchaus im Klaren darüber, welches Potenzial soziale Netzwerke für E-Commerce-Händler haben. Insbesondere die Bildernetzwerke Pinterest und Instagram zeigen, dass sie bei Marken beliebt sind.
Allerdings ist es schwierig für Unternehmen, ihre Follower auf Pinterest beziehungsweise Instagram auch zu zahlenden Kunden zu machen. Beide Netzwerke haben allerdings bereits Tools entwickelt, mit deren Hilfe Nutzer nun auch über die Bildernetzwerke Einkäufe tätigen können.
Doch was genau sind die Vorteile dieser Services auf Pinterest und Instagram? Und welches soziale Bildernetzwerk bietet die beste Plattform für den Online-Handel? Georges Berzgal von econsultancy.com wägt Vor- und Nachteile von Pinterest und Instagram für den Social Commerce ab.

Die Zielgruppe ist weiblich

Die meisten sozialen Netzwerke, abgesehen von LinkedIn, verzeichnen mehr weibliche als männliche User. Bei Pinterest sind 70 Prozent und bei Instagram 55 Prozent der Nutzer weiblich. Zudem unterstützen laut einer Studie von RubyMediaCorporation Frauen Marken um zehn Prozent mehr als Männer. 17 Prozent der Frauen sind zudem empfänglich für Angebote in sozialen Netzwerken.

Buyable Pins

In diesem Jahr launchte das Bildernetzwerk Pinterest in den USA die "Buyable Pins". Und auch in Deutschland steht diese Form der Pins bereits in den Startlöchern. Mit diesen Pins ist es den Usern möglich, Produkte zu kaufen ohne die Pinterest-Plattform dafür verlassen zu müssen. Das Bezahlen der gekauften Artikel ist dabei mit Kreditkarte oder Apple Pay möglich.
Pinterest wird das höchste Potenzial für Social Commerce zugeschrieben. Grund dafür ist die hohe User-Zahl (70 Millionen), von denen die meisten Verbraucher sind. Ein Eldorado für Online-Shops.

Instagrams Buy Buttons

Auch Instagram ist seit einiger Zeit mit den "Buy Buttons" am Start. Bisher ist der Buy Button in regulären Instagram-Posts nicht möglich, sondern auf die kürzlich auch in Deutschland gelaunchten "gesponserten Posts" begrenzt.
Kunden können auf der Instagram-Seite selbst noch nichts kaufen, sie müssen dafür immer noch auf die Marken-Website selbst gehen. Dennoch verzeichnet Instagram laut einer Studie von L2 die höchsten Conversion Rates, wenn es darum geht, dass aus einem "Sucher" ein Käufer wird.

Instagrams Geheimnis

Dafür gibt es zwei Gründe: Pinterest sieht sich als Kanal, auf dem Marken vorwiegend Frauen ansprechen können. Instagram hingegen fokussiert sich klar auf beide Geschlechte: Hier können Marken Männer und Frauen auf der einer Plattform ansprechen. Der Content wird hierbei durch genderspezifische Accounts unterschieden.
Als Beispiel sind hier Nike oder Asos zu nennen, die solche Targeting-Methoden wählen. Und das macht Sinn: Warum sollten Marken, die in ihren stationären Läden Männer- und Frauen-Produkte strikt trennen, dies nicht auch auf Instagram tun?
Für Berzgal eignet sich Instagram zudem besser, Produkte mittels schön inszenierter Erlebniswelten zu verkaufen, Stichwort Content Marketing. Denn es genügt schon lange nicht mehr, nur ein Produktfoto zu posten. Wichtig ist es, den Lebensstil und die Markenkultur zu vermitteln, um den Kunden mit emotionalen Elementen schlussendlich vom Kauf des Produkts überzeugen zu können.
Während es Instagram schafft, eine gute Balance zwischen E-Commerce und Social Media zu finden, wird Pinterest Berzgal zufolge immer mehr zum Händler - zum "digitalen Einkaufszentrum". Prinzipiell ist das für den Autor keine schlechte Sache, weder für Marken noch für User. Allerdings entfernt sich Pinterest so auch immer weiter von seinen Wurzeln als soziales Netzwerk.

Fazit

Social-Media-Plattformen bieten Marken die Möglichkeit, die Geschichte ihrer Marke zu erzählen, die dank der hohen Interaktionsraten schnell Verbreitung finden. Ein Vorteil, den Websites oder stationäre Geschäfte nicht in diesem Ausmaß bieten. All das bietet Berzgal nach Instagram besser ab als Konkurrent Pinterest.



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