Kommentar 03.08.2016, 10:45 Uhr

Der ehrlichste Tech-Chef im Silicon Valley

Kopieren gehört zum Alltag in der Tech-Branche. Wenn ein Format funktioniert, dauert es nicht lange bis es die Konkurrenz hat. Doch nicht jeder Gründer und nicht jeder Geschäftsführer ist ehrlich.
Kevin Systrom, Mitbegründer und CEO von Instagram
(Quelle: Instagram.com/kevin)
Als Kevin Systrom und Mike Krieger vor knapp sechs Jahren ihren Fotodienst Instagram im App Store veröffentlicht hatten, wussten die beiden Gründer nicht, wie erfolgreich ihr Produkt werden sollte. Inzwischen gehört das Bildernetzwerk zum Facebook-Imperium von Mark Zuckerberg und hat 500 Millionen Nutzer. 300 Millionen davon schauen jeden Tag vorbei.
Ein Grund für den fortlaufenden Erfolg sozialer Netzwerke sind Innovationen. Neue Funktionen und Einstellungen entspringen dabei jedoch nicht immer aus den Köpfen des eigenen Kreativ- und Entwicklerteams. So ist es auch bei dem neuesten Highlight des Bildernetzwerks, den Instagram Stories.
Und es ist längst nicht der erste Fall bei dem Formate abgekupfert wurden. Facebook etablierte den Feed - und er funktionierte. Twitter macht die Hashtags massentauglich - und auch bei Facebook und Instagram wurden sie übernommen. Ebenso war Snapchat nicht die erste Firma, die auf die Idee kam, Filter für die Bildbearbeitung einzusetzen. Und auch in Deutschland haben wir mit Rocket Internet einen Meister der Copy Cats.
Wer sich nun fragt, inwiefern sich Kevin Systrom von den Oliver Samwers dieser Welt unterscheidet, bekommt eine kurze, knappe Antwort: Er ist ehrlich. Er behauptet nicht etwa, dass es das Format jetzt auch bei Instagram gibt, weil es den Nutzern gefällt. Oder noch schlimmer: Er würde die Konkurrenz überhaupt nicht beobachten.
Nein, Kevin Systrom antwortete im Pressegespräch zur Einführung von Instagram Stories gegenüber Techcrunch-Redakteur Josh Constine offen und ehrlich auf die Frage, ob der Großteil der Arbeit, von der Konzeption bis zu den Details, auf Snapchat zurückzuführen sei: "Absolut. Sie (Snapchat, Anmerkung der Redaktion) verdienen die gesamte Ehre." Vielleicht gelingt es Systrom ja, diese Form des Respekts an andere Entscheidungsträger im Silicon Valley und die nächste Generation weiterzugeben.




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