Messenger-App 30.03.2016, 12:25 Uhr

Das plant Facebook für seinen Messenger

Facebook will anscheinend eine Bezahlfunktion in seinen Messenger integrieren. Welche Folgen hätte das für das Mobile-Payment-Segment und welche Ziele verfolgt das soziale Netzwerk damit?
(Quelle: shutterstock.com/Twin Design)
Der Messenger von Facebook wird von Millionen von Usern auf der ganzen Welt genutzt. Jetzt soll Mark Zuckerberg neue Funktionen für diesen Dienst planen. Unter anderem bergen Informationen im Programm-Code Anzeichen für einen Bezahldienst innerhalb des Messengers, berichtet engadget.com.
Bisher ist es in der App nur möglich Geld an seine Freunde zu senden. Doch die Funktion der finanziellen Transaktionen innerhalb des Messengers scheint Facebook nun weiter ausbauen zu wollen und damit in das Mobile-Payment-Segment einzusteigen. Auch andere Big Player wie zum Beispiel Apple oder PayPal sind in diesem Bereich bereits aktiv.
Im Januar lobte Mark Zuckerberg noch bei der Verkündigung der Geschäftszahlen die Innovationskraft von Apple bezogen auf dessen Payment-Dienst. Ob er plant in Konkurrenz mit dem iPhone-Hersteller zu gehen oder doch eine Kooperation ins Auge fasst, ist derzeit noch unklar.

Mögliche Folgen der Bezahlfunktion im Messenger

In jedem Fall birgt eine Bezahlfunktion im Facebook-Messenger viele Möglichkeiten, die den Markt verändern können. Denn der Messenger hat nach eigenen Angaben weltweit rund 800 Millionen User, die den Dienst somit in Anspruch nehmen könnten. Diese Reichweite würde den Mobile-Payment-Markt ordentlich aufmischen. Insbesondere kleinere Mobile-Payment-Anbieter könnten bei einer solchen Konkurrenz schnell den Kürzeren ziehen.

Die Kombination mit dem Buy Button

In Kombination mit dem von Facebook getesteten Buy Button könnte das soziale Netzwerk den gesamten Kaufprozess innerhalb des Facebook-Universums abwickeln und sich damit immer mehr von einem sozialen Netzwerk zu einer Verkaufsplattform entwickeln. Kein Nutzer müsste die Website mehr verlassen, um einen Kauf zu tätigen. Die Vorteile für Facebook wären immens, denn die Verweildauer der User wäre länger und das Social Network könnte weitere interessante User-Daten speichern.
Mit Hilfe dieser Daten könnte Facebook Werbung noch gezielter ausspielen. Was insbesondere für Facebooks Canvas Ads Vorteile bringen würde. Denn nach dem Klick auf eine Canvas-Anzeige öffnet sich noch in der Facebook-Anwendung eine Produktauswahl im Vollbildmodus, mit deren Hilfe die Nutzer bereits Voreinstellungen treffen und Informationen sammeln können. Auch Buy Buttons und Links können hier an unterschiedlichen Stellen eingebaut werden. Je präziser also die Produktauswahl in der Anzeige auf den User zugeschnitten ist, desto höher wird auch die Wahrscheinlichkeit, dass er konvertiert. 

Ziele des Messenger-Dienstes

Facebook verfolgt scheinbar das Ziel, dem Messenger-Dienst eine zentrale Rolle im Leben eines Users zu verleihen. Er soll zum täglichen Begleiter über den ganzen Tag hinweg werden. Die Einführung eines Bezahldienstes und die Buy Buttons würden dieses Vorhaben in jedem Fall unterstützen.
Da bisher aber nur der Programm-Code diese Informationen liefert, wird es vermutlich noch etwas dauern bis Facebook Stellung zu den möglichen Neurungen nimmt. Die Funktion der Geldsendung zwischen Freunden war damals auch zunächst nur im Programm-Code ersichtlich und wurde einige Zeit später von Facebook bestätigt. Vielleicht wird es im Fall des Bezahlens via Messenger ebenfalls so sein.

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