Relevanz versus Aktualität 02.03.2016, 09:45 Uhr

News-Feed: Facebook gibt Live-Videos Vorrang

Wozu Live-Videos einführen, wenn die hochaktuellen Clips im Nachrichten-Feed der Nutzer nicht auch live gesehen werden? Facebook pusht nun diese Videos, damit sie im News Feed nicht untergehen.
(Quelle: shutterstock.com/JuliusKielaitis)
Bei Facebook siegte bisher die Relevanz über die Aktualität von Beiträgen: Der Algorithmus des sozialen Netzwerkes begünstigt Beiträge und Themen im News Feed, die dem gegenwärtigen Interesse des Nutzers entsprechen. Andere soziale Apps wie Snapchat und Twitter dagegen setzen ganz auf die chronologische Darstellung. In Sachen Live-Video will Facebook hier nun ansetzen, denn die hochaktuellen Clips könnten sonst der Relevanz zum Opfer fallen.
Das Unternehmen kündigte in seinem Newsroom-Blog jetzt an, seinen Algorithmus hinsichtlich von Live-Videoinhalten anpassen zu wollen: “Im Vergleich zu Videos, die nicht mehr live sind, verbringen die Nutzer durchschnittlich dreimal so viel Zeit damit, ein Facebook Live Video anzusehen. Und zwar, weil Facebook Live Videos zum Zeitpunkt des Sendens interessanter sind als später”, erklären Vibhi Kant, Product Manager, und Jie Xu, Software Engineer bei Facebook, die Hintergründe der Änderung.

Im Nachrichten-Feed an höherer Stelle

Im Klartext: Der Facebook-Algorithmus behandelt die Live-Videos nun bevorzugt, während sie tatsächlich noch "live" sind - und lässt sie damit im Nachrichten-Feed an höherer Stelle erscheinen. Erst nach dem Live-Moment werden sie wie alle anderen Videos nach ihrer Relevanz beurteilt und entsprechend im Nachrichtenstrang eingeordnet.
Mit den Änderungen unterstreicht Facebook nicht nur erneut sein bereits vielfach dokumentiertes Interesse an Video. Denkbar ist, dass in Zukunft auch andere aktuelle und Zeit-relevante Beiträge von Nutzern vom Algorithmus bevorzugt werden und das Netzwerk damit zu einem wirksameren Werkzeug zur Nachrichtenübermittlung - ähnlich wie bei Twitter - gemacht werden könnte.
Facebook-CEO Mark Zuckerberg unterstrich zuletzt beim Mobile World Congress in Barcelona die Konzentration auf Video.



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