Kolonialismus-Tweet
11.02.2016, 10:30 Uhr

Free Basics: Zuckerberg distanziert sich von Andreesen

Mark Zuckerberg hat sich von einem Statement von Vorstandsmitglied Marc Andreesen bezüglich der Entscheidung der indischen Telekom Aufsicht zu Free Basics distanziert.
(Quelle: Facebook)
Erst kommt das Fressen und dann die Moral. Zumindest wenn es nach Facebooks Vorstandsmitglied und Venture Capital Investor Marc Andreesen geht. Denn der kann nicht verstehen, wieso der indischen Telekom Aufsichtsbehörde TRAI ideologische Gesichtspunkte wichtiger sind als kostenloses, eingeschränktes Internet. Die TRAI hatte diese Woche Zerorating-Angeboten in Indien untersagt, und damit auch Facebooks Programm Free Basics einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Free Basics ist ein Facebook Programm, das Internet in Schwellenländer bringen soll und einen kostenlosen Zugang zum Internet bietet. Allerdings nicht zum ganzen. Denn neben Facebook kann man nur auf ausgewählte Partnerseiten des größten sozialen Netzwerks zugreifen. Die TRAI sah das als Verstoß gegen die Netzneutralität und untersagte das Programm.

Unverständnis bei Facebook

Verstehen konnte das niemand bei Facebook, weder Zuckerberg noch Andreesen. Während sich Zuckerberg gewohnt diplomatisch enttäuscht zeigte, hatte Andreesen offenbar kein Problem damit, den Kolonialismus als positiv für das indische Volk darzustellen. "Anti-Kolonialismus ist seit Jahrzehnten ökonomisch katastrophal für die indische Bevölkerung. Wieso jetzt aufhören?"
(Quelle: Gizmodo.com/Screenshot<br />)
Der Tweet ist mittlerweile gelöscht und Andreesen hat in neuen Tweets klargestellt, dass er nicht für den Kolonialismus ist und sich künftig aus der indischen Politik raushalten will. Auch entschuldigt hat sich der Investor. Ein Unverständnis für die Entscheidung nach dem Motto "Ideologie muss man sich leisten können" bleibt.

 
Facebook CEO Mark Zuckerberg hat sich in einem Post von Andreesens Aussagen distanziert. Indien sei ihm besonders wichtig. Man müsse vor allem die Geschichte des Landes verstehen, wenn man seine Zukunft mitgestalten möchte.

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