E-Commerce auf Facebook
08.09.2011, 10:31 Uhr

Exklusive Inhalte und Angebote gewünscht

Zwei Drittel der deutschen Internetnutzer gehen davon aus, dass Shopping künftig ein fester Teil von Facebook sein wird. Das Einkaufsverhalten unterscheidet sich jedoch deutlich von dem in klassischen Onlineshops.
E-Commerce auf Facebook (Foto: istockphoto.com/mashabub)
Dass Einkaufen via Facebook in Zukunft Realität werden wird, glauben einer einer Studie der Agentur  zufolge 70 Prozent der Internetnutzer. Nicht alle wollen diese Möglichkeit auch nutzen: Für 45 Prozent kommt F-Commerce nicht in Frage - sie wollen sich das Netzwerk als unkommerziellen Ort erhalten.
In der Realität spielt das Shoppen im sozialen Netzwerk noch keine Rolle: Erst acht Prozent haben dort eingekauft, 16 Prozent sich schon einmal in einem Facebook-Store umgesehen. Jeder Dritte dagegen hatte noch nie von E-Commerce auf Facebook gehört.
Dem Einkaufen bei Facebook stehen vor allem Sicherheitsbedenken entgegen: Über die Hälfte der Studienteilnehmer (54 Prozent) ist sich nicht sicher, ob F-Commerce sicher ist. Außerdem missfällt über der Hälfte der Verbraucher, dass Facebook Einblicke in die Kaufgewohnheiten seiner Nutzer nehmen könnte. Fast genau so viele Nutzer sehen kritisch, dass die verkaufenden Unternehmen auf persönliche Daten der User zugreifen könnten (53 Prozent).
Positiv wird von den Befragten der Komfort beziehungsweise die Zeitersparnis bewertet, die das Einkaufen direkt im Netzwerk bedeuten (36 Prozent). Drei Viertel der Studienteilnehmer nutzen Marken als Identitätsausweis und sind mit mindestens einer Marke "befreundet". Als Hauptgrund für das Abonnieren einer Markenpage nennen die Verbraucher das Erhalten von Informationen zu neuen Produkten (86 Prozent), Aktivitäten (84 Prozent) und Rabattaktionen (77 Prozent). Zwei Drittel der Befragten wünschen sich auf diesem Weg Zugang zu exklusiven Inhalten, die es nur  auf Facebook gibt, knapp ein Drittel sieht Facebook gar als Kanal für exklusive Produkte. Jeder vierte Befragte erwartet bessere Angebote als in den Onlineshops.
Dabei haben immaterielle Produkte das größte Verkaufspotential. Für die Kassenschlager der Zukunft auf Facebook halten jeweils rund zwei Drittel der Befragten Tickets sowie Gutscheine. Den Kauf von Medienerzeugnissen können sich 57 Prozent der Verbraucher vorstellen.
Das Nutzerverhalten im Bereich E- und F-Commerce unterscheidet sich zurzeit noch deutlich. Die meisten Facebook-Nutzer besuchen die Plattform, ohne eine konkrete Kaufabsicht. Sie stoßen vielmehr zufällig über Produktempfehlungen ihrer Facebook-Freunde oder befreundeter Marken auf  interessante Produkte. Hierbei spielen Sofortbelohnungen als Kaufanreiz eine große Rolle bei F-Commerce. 
"Wird  F-Commerce  ein  Erfolg,  kann  Facebook  seinen  Einfluss massiv ausdehnen und wird endgültig zu einem Keyplayer wie Google, Apple oder Amazon. Jedoch wird sich Facebook gegenüber handeltreibenden Unternehmen und den Nutzern als zuverlässiger Partner noch behaupten müssen", meint Michael  Schipper, COO von BBDO Germany.  Wichtigste Voraussetzung für das Gelingen von F-Commerce sei die Interaktion mit den Fans, um "Gefällt mir" in Verkäufe umzuwandeln. Bei zu starker Kommerzialisierung bestehe die Gefahr, dass Nutzer abwandern könnten. "Grundsätzlich  gilt: Im F-Commerce muss das Angebot den Weg zum Käufer finden und nicht umgekehrt."
Die Studie von BBDO in Zusammenarbeit mit den Trendforschungen Jelden Trend & Transformation Consulting und brand foresight basiert auf Experteninterviews sowie auf einer onlinerepräsentativen Befragung von über 500 Personen. Befragt wurden dabei Personen, die mindestens  einmal im halben Jahr online einkaufen, die aber auch Facebook alle zwei bis drei Tage nutzen und sich auf Facebook mit Marken und Unternehmen befreunden.
Zu ähnlichen Ergebnissen wie die BBDO-Studie kam auch eine Untersuchung der eBay-Tochter Afterbuy. F-Commerce bieten bisher die wenigsten Unternehmen an. Ausnahmen sind unter anderem der Ticketshop von amiando, die Flugbuchung direkt im Netzwerk für die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta oder die Mietwagenbuchung von holiday autos.
Haben Sie schon auf Facebook eingekauft? !
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