Mehrwert für Advertiser 27.01.2016, 08:10 Uhr

So wird man offizieller Facebook Marketing Partner

Das Marketing-Partner-Programm von Facebook soll Werber aktiv unterstützen. Der Weg zu dieser Partnerschaft ist allerdings anspruchsvoll. Die Anforderungen sind hoch.
Dem Facebook Marketing Partner Programm gehören weltweit 140 Unternehmen an
(Quelle: shutterstock.com/Sukharevskyy Dmytro (nevodka))
Mit immer neuen Werbeformaten und präzisen Targeting-Möglichkeiten versuchen Werbungtreibende über Facebook die eigene Zielgruppe im Social Web zu erreichen. Das soziale Netzwerk stellt den Advertisern zur Erstellung, Aussteuerung und Kontrolle der Facebook-Kampagnen verschiedene Tools zur Verfügung.
Selbstverständlich gibt es Unternehmen, bei denen die standardisierten Lösungen aus dem Power Editor oder dem Facebook Ad Manager nicht zu hundert Prozent passen. Für diese Firmen bietet das Netzwerk von Mark Zuckerberg mit dem offiziellen Facebook Marketing Partners Program (FMP) zusätzlichen Support und weiterführende Dienste an.
Weltweit gehören diesem Partnerprogramm knapp 150 Firmen an, in der deutschsprachigen Region (DACH) sind es rund 20 zertifizierte Partner. Aus Deutschland sind unter anderem die ­Adtechnology-Spezialisten Esome und Facelift dabei. "Die Vision und Mission ist es, ein Ökosystem zu schaffen, das echten Mehrwert bietet und den Erfolg der Werbekunden sicherstellt", fasst Sebastian Dettweiler die Ziele zusammen.

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Er ist als Manager in Deutschland, Österreich und der Schweiz für das FMP verantwortlich. Partnerschaften gibt es zurzeit in neun ­Kategorien: Adtechnology, Community Management, Content Marketing, Facebook Exchange, Small Business Solutions, Audience Onboarding, Audience Data Providers, Measurement und Media Buying. Letzteres steht bislang nur Werbungtreibenden und Partnern in den USA zur Verfügung.
Wer sich für die Partnerschaft mit Facebook interessiert, kann sich offiziell bewerben. Grundlagen für eine erfolgreiche Bewerbung sind beispielsweise Know-how, Beratung und Fähigkeiten, die über die klassischen Angebote von Facebook hinaus dem Advertiser einen gewissen Mehrwert bieten.
Weil Facelift und Co als offizielle Partner an potenzielle Kunden herantreten, ist für das soziale Netzwerk ein weiterer Faktor entscheidend: die Transparenz. "Wir legen viel Wert auf transparente Geschäftsmodelle unserer Partner, um negative Auswirkungen auf die Werbepartner zu verhindern", betont Dettweiler.

Der Bewerbungsprozess

Hat man als Anbieter die erste Hürde überwunden, durchläuft man einen mehrmonatigen Bewerbungsprozess. Dieser enthält unter anderem Pitches vor Sales- und Entwicklerteams im europäischen Headquarter von Facebook in Dublin. ­Bevor sich ein Unternehmen mit dem ­offiziellen FMP-Badge schmücken darf, folgt ein letzter Schritt. "Nach dem letzten Pitch gibt es einen finalen 'Sanity-Check', bei dem jede Funktion des Tools angeschaut wird", erklärt Falk ­Bielesch, Geschäftsführer bei Esome Advertising Technologies.

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Mit dem Abschluss der Bewerbung und der damit einhergehenden Auszeichnung sind einige Herausforderungen für die FMPs verbunden. So gilt es immer auf dem aktuellsten Stand der Entwicklungen zu sein, um das Instrumentarium der Facebook-Anwendungen den Werbekunden zugänglich zu machen. "Innerhalb von 90 Tagen müssen Marketing Partner jede relevante technische Änderung umsetzen", sagt Bielesch. "Das ist eine Verpflichtung, die mit dem Badging einhergeht", ergänzt er.
Im Gegenzug erhalten die Partner die Möglichkeit, neue Features im Alpha- und Betastadium zu testen, auf die Marktreife zu prüfen, das Feedback an Facebook weiterzugeben und das Tool den eigenen Kunden schon vor dem globalen Roll-out zur Verfügung zu stellen. Davon profitieren alle Seiten.

Frühzeitige Intervention zur Qualitätssicherung

Ein weiterer Punkt, der für den reibungslosen Ablauf der Partnerschaft essenziell ist, ist eine konsistente Kommunikation. In den Gesprächen zwischen Facebook und den FMPs geht es des Öfteren um vertrauliche Informationen, die "unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden" dürfen, erklärt Roxane Rafatian, Head of Media Operations bei Facelift Brand Building Technologies.
Doch selbst wenn ein Anbieter aus dem Partnerprogramm eine technische Neuerung nicht bis zu einem bestimmten Zeitraum einbinden kann oder ein Fehler in der externen Kommunikation unterläuft, bedeutet das nicht das sofortige Aus für die Zusammenarbeit. "Sollte es einen Schluckauf bei einem Partner geben, versuchen wir frühzeitig zu intervenieren", erklärt Facebook-Manager Dettweiler.
Sebastian Dettweiler, Manager für das FMP in Deutschland, Österreich und der Schweiz, möchte ein "Ökosystem schaffen, das echten Merhwert bietet und den Erfolg der Werbekunden garantiert."
Es geht dem sozialen Netzwerk nicht darum, gezielt Ausschlussgründe zu suchen. Vielmehr sollen potenzielle Probleme erkannt und gemeinsam nach Lösungsansätzen gesucht werden. Das ist nur möglich, weil die FMPs über mehrere Ebenen Kontakt zu Facebook aufnehmen können. Neben dem offiziellen Ansprechpartner gibt es noch einen Agency Partner (für große Agenturgruppen) und den Client Partner des Werbekunden.
Da sich die digitale Welt schnell und ­stetig verändert, alte Technologien und Ansätze verschwinden und durch neue, revolutionäre Ideen überholt werden, könnte der Eindruck entstehen, dass auch die FMPs die Auswirkungen des ständigen Fortschritts zu spüren bekommen. Dettweiler bemüht sich, mögliche Ängste bei den Partnern zu zerstreuen: "Neue Generationen von Partnern machen alte nicht zwingend überflüssig."



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