Database Marketing 25.03.2015, 15:00 Uhr

Marketer erkennen ihre Kunden nicht richtig

Der Erfolg von Marketing-Kampagnen hängt maßgeblich von einem vollständigen Nutzerprofil ab. Doch nur sechs Prozent der Unternehmen können ihre Kunden auch über mehrere Kanäle hinweg identifizieren.
(Quelle: Shutterstock.com/Agsandrew)
Um Kunden gezielt und individuell ansprechen zu können, ist ein einheitliches und vollständiges Profil der Nutzer notwendig. Eine Studie von Signal, einem Anbieter für Cross-Channel-Marketingtechnologie, zeigt, dass nur sechs Prozent der weltweit 200 befragten Marketingverantwortlichen ihre Kunden über alle Kanäle und Geräte hinweg identifizieren können. Dieser Fakt macht Database Marketing fast unmöglich.
Ein großes Problem stellt für viele Unternehmen - neben dem Sammeln der Daten - auch die Auswertung der verschiedenen Kanäle dar. Insbesondere Daten aus mobilen Apps (37 Prozent), vom Point of Sale (23 Prozent), aus dem Callcenter (20 Prozent) und vom Kiosk (sechs Prozent) können nur wenige Anbieter zur Zeit erfassen. Dies führe dazu, dass personalisiertes Marketing schwerer wird, so die Studienautoren.
"Die Kunden sind extrem vernetzt und ständig online - via Web, Mobile oder auch in Geschäften. Die Studie zeigt, dass das Marketing es nicht schafft, ihnen die nahtlose Nutzererfahrung zu bieten, die sie erwarten", sagt Neil Joyce, Managing Director EMEA von Signal.

Ungenutzte Möglichkeiten

Multichannel-Kanäle, von denen Daten erhoben werden können
(Quelle: Signal Special Global Report/Screenshot)
Obwohl neun von zehn Befragten angaben, dass vollständige Nutzerprofile für den Erfolg von Marketing entscheidend sind, ist schon für mehr als die Hälfte die Erfassung der Daten ein Problem. Unter der daraus entstehenden Fragmentierung der Daten leidet die Messbarkeit des Marketings massiv. Die Customer Journey ist nicht mehr komplett nachvollziehbar. Die technischen Lösungen sind laut Joyce vorhanden, werden allerdings kaum genutzt.
Der Schutz persönlicher Daten ist ein brisantes Thema, nicht zuletzt seit den Enthüllungen von Edward Snowden. Dennoch sind offenbar immer mehr Konsumenten bereit, Informationen mit Marken zu teilen.

Der User als Datensammler und Datenvermarkter? Stephan Noller, Stefan Krötz, Sarah Winkelmann, Matthias Oschatz, Stephan Horvath und Klaus Peter Scharpf erklären, was sie davon halten - und was ihnen solche Informationen wert wären.


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