Werbespendings
14.12.2015, 11:15 Uhr

Prognose: TV-Werbung von E-Commerce-Firmen 2016

In diesem Jahr warben mehr E-Commerce-Firmen im Fernsehen als je zuvor. Doch wie wird sich das Thema TV-Werbung im Jahr 2016 weiterentwickeln? Ein Ausblick. 
(Quelle: Fotolia.com/Thomas Jansa)
Noch nie zuvor waren E-Commerce-Unternehmen so präsent im TV wie im Jahr 2015. Laut dem Medienresearch- und Analyse-Unternehmen XAD bewarb jeder dritte Spot ein E-Commerce-Produkt, im Vorjahr war es noch jeder Vierte gewesen. Wie wird sich das Thema TV-Werbung - gerade im Zusammenhang mit der zunehmenden Parallelnutzung -  für E-Commerce-Unternehmen im Jahr 2016 weiterentwickeln? Andreas Steinrücke, Geschäftsführer von XAD, hat sich Gedanken gemacht.
Prognose 1: Performancegetriebene E-Commerce-Anbieter professionalisieren datengestützte Mediaplanung
E-Commerce-Unternehmen zeigen zunehmend innovative Ansätze für eine daten- und performancegestützte Mediaplanung, was sich nicht zuletzt in einer noch höheren TV-Präsenz widerspiegeln wird.
Die dazu benötigten Informationen liefert die weiter steigende Anzahl an Parallelnutzern, die sich während dem Fernsehen im Netz nach Produkten aus der TV Werbung informieren. Sie werden mittelfristig Daten liefern, die integrierter Bestandteil der jeweiligen Business-Informations-Systeme zur Media- und Geschäftsplanung  werden. Anbieter solcher datengestützten Analysesysteme, die bereits heute auf der Grundlage berechneter KPIs für jede einzelne Ausstrahlung präzise Handlungsempfehlungen für den optimalen Einsatz von Mediabudget machen können, werden in Zukunft noch mehr in Planungsprozesse eingebunden werden.  
 
Prognose 2: Spartensender sind in Zukunft die Gewinner der TV-Werbefreudigkeit von E-Commerce-Unternehmen
Datengestützte Analysen und Performance getriebene TV Mediaplanung haben offenbar bereits jetzt positive Effekte auf das TV-Werbeschaltvolumen auf Spartensendern.
Laut einer Studie von XAD aus dem September lag der Anteil von E-Commerce-Spots auf Spartensendern bei bis zu 64 Prozent, dieser Anteil könnte noch steigen. Das wiederum wirkt sich natürlich auch auf die Werbewirkung der Spots aus. Solche Informationen und das Wissen um die relevanten Wirkungsparameter werden zudem notwendiger Bestandteil der neuen Analysesysteme.
Prognose 3: Performanceorientierte TV-Werbung wird kreativ anspruchsvoller
Performancegetriebene Werbebotschaften sind noch nicht so kreativ, wie sie sein könnten. Zu hoffen ist, dass wir im nächsten Jahr kreativere Konzepte sehen, die die Performance orientierten Kaufaufrufe intelligenter verpacken und die großartigen Möglichkeiten der TV-Werbebotschaft besser zu nutzen wissen.
Prognose 4: Zeitgleiche Aussteuerung von TV- und Online-Kampagnen wird eines der großen Themen für 2016
Die genannten Elemente führen zu einer weiteren Verstärkung des crossmedialen Reaktionsimpuls. Und da ist es nur logisch, dass Technologien zu zeitgleichen Aussteuerung der TV mit den Online Kampagnen in 2016 ein großes Thema werden. Unter dem Buzzword "TV Sync" werden Unternehmen die Wirkung ihrer eigenen Spots im Netz verstärken.
Es werden aber zunehmend auch Unternehmen, die gar keine TV Werbung schalten, diesen Mechanismus für sich nutzen. Schon heute beginnen E-Commerce-Plattformen damit, die Internetsurfer abzufangen, die den Brandnamen ihrer Lieferanten und Partner auf Google suchen, um diese dann auf ihre eigenen Angebote umzuleiten.
Prognose 5: Direkte Interaktion zwischen TV-Zuschauer und Werbungtreibenden kommt
Mittelfristig wird es Technologien und Endgeräte geben, die die direkte Interaktion zwischen TV-Zuschauer und dem Werbungtreibenden ermöglichen. Technologien, wie "Snapspot" von XAD basieren auf einer Bilderkennungssoftware: Mittels eines Fotos vom TV Bildschirm weiß der Werbungtreibende sofort, welches TV Programm der Zuschauer gerade gewählt hat, und welcher Werbespot gerade läuft, so kann er ihn in Echtzeit individuell mit dem richtigen Produkt ansprechen.
Im Kontext von Online-Werbung entstehen für technische Dienstleistungen zusätzliche Kosten. Beauftragt der Werbekunde spezielle Dienstleister, wird es in der Regel teuer.
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