Eigener Webbrowser 11.02.2015, 14:30 Uhr

Adblock Plus kooperiert mit Maxthon

Adblock Plus bietet künftig einen eigenen Webbrowser an. Dazu kooperiert der Online-Werbeblocker mit dem Software-Unternehmen Maxthon.
(Quelle: Shutterstock.com/Curioso)
Von den aktuellen Negativ-Schlagzeilen lässt sich Adblock Plus nicht abschrecken. Der Werbeblocker geht nun einen Schritt weiter und will künftig einen eigenen Webbrowser anbieten. Dazu kooperiert das Unternehmen mit dem Software-Anbieter Maxthon.
Der gemeinsame Browser soll automatisch Adblock Plus integriert haben und so standardmäßig "störende" Werbung blockieren. Was das nun genau das ist, definiert allerdings Adblock Plus. So gehört für das Unternehmen beispielsweise Youtube-Videowerbung dazu. Bislang gibt es Adblock Plus nur als Erweiterung für die Browser Firefox und Chrome.
Neben dem Ausblenden "störender" Werbung soll es weitere Funktionen geben wie den Schutz vor Online-Tracking und Malware sowie eine Abwehr gegen Social Media Tracking, so dass Social Media Netzwerke kein Profil mehr über Nutzer und deren besuchten Webseiten anlegen können.

"Hinterhältige" Werbung im Internet

"Werbung im Internet ist nicht mehr nur störend, sie ist mittlerweile sogar oft hinterhältig", meint Maxthons Gründer und CEO Jeff Chen. "Die Partnerschaft mit Adblock Plus bietet unseren Usern die bestmögliche Lösung, sich vor der enormen Malvertising-Belastung, also Malware-verseuchten Werbeanzeigen, und auch vor allen anderen gängigen Tracking und Werbeformen zu schützen".
 
Bereits heute erfolgt die erste Veröffentlichung des Maxthon Webbrowsers mit Adblock Plus für Windows-gesteuerte Geräte. Eine Mac-Version soll in Planung sein. "Die Verbindung von Maxthon und Adblock Plus ist mehr als nur eine Partnerschaft - es ist eine neue Philosophie zugunsten der mündigen Internet-Nutzer", glaubt Till Faida, Mitgründer und Geschäftsführer von Adblock Plus. "Die Idee hinter Adblock Plus ist nicht, die gesamte Werbung im Netz zu beseitigen. Es geht vielmehr darum, Werbung akzeptabel zu machen - durch den Verzicht auf irritierende und aufdringliche Werbeformate. Zudem soll der Nutzer hunderprozentige Kontrolle darüber erhalten, was er oder sie im Internet sehen will und was nicht", so Faida.
Maxthon ist ein Software-Unternehmen, das über einen gleichnamigen Webbrowser mit nach eigenen Angaben über 20 Millionen Nutzern weltweit verfügt.
Adblock Plus gilt als umstritten, vor allem aufgrund des Whitelisting-Prinzips. Zuletzt wurde bekannt, dass neben Google auch Microsoft, Amazon und Taboola Geld dafür ausgeben, dass über sie gebuchte Anzeigen trotz Werbeblocker ausgeliefert werden.
Für Publisher, Vermarkter und Advertiser ist der Werbeblocker ein ernstzunehmendes Problem. Daher reichten ProSiebenSat.1 und IP Deutschland bereits im Juli vergangenen Jahres Klage gegen den Betreiber Eyeo und den Einsatz von Adblock Plus ein. Am 17. Dezember 2014 fand die erste mündliche und öffentliche Anhörung der beiden Vermarkter vor dem Münchner Landgericht statt. Ein Ergebnis wird im März erwartet.

Das könnte Sie auch interessieren