Rückkehr des Facebook-Konkurrenten? 12.02.2016, 10:15 Uhr

Time Inc kauft MySpace-Mutter Viant

Time Inc hat die Anzeigenfirma Viant übernommen, zu der auch der frühere Facebook-Rivale Myspace gehört. Das Medienunternehmen will nun von der Datensammlung profitieren, um mit Google und Co zu konkurrieren.
(Quelle: Time Inc)
Das US-Medienunternehmen Time Inc hat Viant für eine unbekannte Summe übernommen. Das Unternehmen ist auf Werbetechnik spezialisiert, zu ihm gehören Marken wie der frühere Facebook-Rivale MySpace. Das einst von Rupert Murdoch für 580 Millionen US-Dollar erworbene Musik-Netzwerk existiert zwar noch, hat aber längst seinen alten Glanz verloren. Murdoch verkaufte MySpace 2011 - unter anderem, weil die Zuckerberg-Konkurrenz zu groß war - für 35 Millionen US-Dollar (sechs Prozent des ursprünglichen Kaufpreises) an den Werbevermarkter Specific Media und Justin Timberlake.
Time Inc, das Zeitschriften wie Time, Sports Illustrated, Fortune oder Money unter seinem Dach vereint, erhofft sich von der Mehrheitsbeteiligung an Viant viel. Wie der Medienkonzern erklärt, geht es dabei vor allem um drei wichtige Aspekte.

Know-how, Daten, Inhalte

Zum einen will Time von Viants Advertising Cloud profitieren, die nach eigenen Angaben über eine Milliarde registrierte Nutzer weltweit mit ihren jeweiligen Haushalten und Geräten umfasst. Die Plattform soll Time Inc Know-how in Sachen Programmatic Advertising bringen, zum Beispiel beim Daten-Management, Targeting und für Analytics-Funktionen.
Zum anderen entsteht durch die Kooperation eine enorme Datensammlung an sogenannten First Party Data, die es "mit den Branchenführern Facebook und Google aufnehmen" kann, so Time Inc. Denn Viants Registrierungsdaten werden nun mit den Abonnentendatenbank von Time kombiniert. Zuletzt profitieren die beiden Partner von den vielen Inhalten von Time Inc, das im Monat 150 Millionen Nutzer erreicht.
"Schlussendlich geht es bei der Partnerschaft zwischen Time Inc und Viant um die Hochzeit von First-Party-Daten und Premium-Inhalten", fasst Tim Vanderhook, CEO von Viant, zusammen.

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