Serie, Teil 1 07.03.2017, 15:15 Uhr

SEO für Wordpress-Projekte: Die Basics

Wordpress ist eines der beliebtesten Content Management Systeme. Das liegt nicht zuletzt an seiner von Haus aus hohen Suchmaschinenfreundlichkeit. Sie lässt sich durch Plugins noch deutlich steigern.
(Quelle: shutterstock.com/Georgejmclittle)
Von Dirk Rühaak, Head of Marketing bei der Münchner Digital-Agentur Digitalmobil
In einer groß angelegten Studie hat der SEO-Anbieter Searchmetrics die Relevanz unterschiedlicher Ranking-Faktoren untersucht. Die Studie zeigt, dass es unter der Vielzahl von Aspekten, die die Position im Suchergebnis von Google bestimmen, nicht pauschal den einen entscheidenden gibt. Ausschlaggebend ist vielmehr die Mischung aus relevantem Content, Interaktion der Nutzer (darüber gibt etwa die Click-Through-Rate Auskunft) und technischen Faktoren wie SSL-Verschlüsselung und kurzen Ladezeiten.
In dieser Serie erfahren Sie, wie Sie die für Google wichtigen Faktoren mit Wordpress bestmöglich berücksichtigen. Im ersten Teil geht es um den Bereich "Einstellungen" und technische Aspekte, der zweite Teil widmet sich ausführlich der Erstellung von Inhalten und ihrer Optimierung mithilfe des SEO-Plugins Yoast.
Damit eine Wordpress-Website von Suchmaschinen überhaupt indexiert wird, muss unter "Einstellungen" und "Lesen" das Häkchen bei "Sichtbarkeit für Suchmaschinen" gesetzt sein. Wer Wordpress neu aufsetzt, kann diese Funktion solange ausschalten, bis alle initialen Arbeiten abgeschlossen sind.

Valider Code

Fehlerhafter HTML- oder CSS-Code kann sich nicht nur nachteilig auf das Google-Ranking auswirken, sondern auch zu unschönen Darstellungsfehlern in einzelnen Browsern führen. Ob das verwendete Wordpress-Setup aus Theme und Plugins fehlerfreien und standardkonformen Code ausspuckt, lässt sich schnell und bequem mit dem Validator des W3C prüfen.

SSL-Verschlüsselung

Gegen ein mittels SSL verschlüsseltes Ausliefern der Website sprachen in der ­Vergangenheit häufig die Anschaffungskosten für ein Zertifikat. Inzwischen ist es jedoch kostenlos zu haben, zum Beispiel bei Letsencrypt.org. Einige Hosting-Anbieter haben diesen Service in ihre Verwaltungsbackends so bequem eingebunden, dass sich das Einrichten auf wenige Mausklicks beschränkt.
Nach dem erfolgreichen Einrichten von HTTPS sollte man auch daran denken, die entsprechenden Einstellungen in den Properties von Google Analytics und der Search Console zu aktualisieren.

URLs von Permalinks

Standardmäßig erzeugt Wordpress keine sonderlich nutzer- und suchmaschinenfreundlichen URLs. Das lässt sich aber in den Einstellungen des Backends ändern. Dort kann man unterschiedliche Formate wählen oder eine eigene Regel zum Erzeugen der URL bestimmen. Es empfiehlt sich, "Beitragsname" zu wählen.
Diese Regel liefert URLs nach dem Muster https://www.website.de/Beispielbeitrag/ aus. Als Trenn- beziehungsweise Verbindungszeichen sollte auf den Unterstrich zugunsten eines Bindestrichs ("Minus") verzichtet werden.
Google mag es, wenn ein Keyword in der URL, im Title- und Meta Description Tag sowie im Body und dort in den Überschriften vorkommt. Damit die Änderungen wirksam werden, muss die .htaccess-Datei auf dem Server von Wordpress beschreibbar sein. Alternativ kann sie manuell angepasst und die URL-Rewrite-Regel aus Wordpress kopiert werden.
Legt man in Wordpress eine neue Seite oder einen Beitrag an, wird der Permalink automatisch aus dem Titel erzeugt. Er lässt sich jedoch jederzeit manuell anpassen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass
das Keyword darin vorkommt, keine Stoppwörter wie in, um, das usw. verwendet werden und der Permalink insgesamt weniger als 40 Zeichen hat.

Weiterleitungen

Wer die Struktur seiner Permalinks aktualisiert, sollte darauf achten, dass etwaige Backlinks auf alte URLs danach nicht ins Leere führen. Mit dem kostenlosen Plugin Simple 301 Redirects lassen sich - wie schon der Name verspricht - 301-Weiterleitungen einfach verwalten. Es teilt den Suchmaschinen mit, dass die indexierten Inhalte von nun an unter einer neuen ­Adresse zu finden sind.

Ladezeiten verkürzen

Je schneller eine Seite lädt, umso besser ist die User Experience insbesondere auf mobilen Geräten - je länger sie braucht, umso schlechter. Das sieht und bewertet auch Google so. Die Ladegeschwindigkeit lässt sich zum Beispiel mit Tools wie Page Speed Insights von Google und Yslow ermitteln. Die Services liefern auch Tipps, wie man Abhilfe schafft. Nicht immer hat man Zugriff auf alle Einstellungen oder das Expertenwissen, um sie vorzunehmen, wie etwa die Server-seitige Komprimierung von ­Inhalten mit Gzip.
Hier können Plugins die Arbeit abnehmen: Das Wordpress-Plugin Cache Enabler komprimiert nicht nur Inhalte, sondern erstellt auch statische HTML-Seiten und sorgt dafür, dass beim erneuten Aufruf einer Seite unveränderte statische Inhalte aus dem Browser-Cache verwendet werden.

CSS und Javascript minimieren

Häufig lassen sich Stylesheets und Java­scripte von Ballast befreien. Das Plugin W3 Total Cache erhöht die Website-Performance, indem es schnelle Content Delivery Networks nutzt und die genannten Dateien verkettet und minifiziert.

Bilder optimieren

Es gibt zahlreiche Anbieter und Services für das Optimieren und Komprimieren von Bildern, die sich in Wordpress einbinden lassen. Das kostenpflichtige Kraken.io zählt zu den effektivsten und nutzerfreundlichsten. Am besten kombiniert man es mit dem Einsatz von Imsanity, ­einem Plugin, das hochgeladene Bilder ­automatisch auf die für das Theme pas­sende Größe zuschneidet.

Meta-Informationen von Bildern

Gut gepflegte Meta-Tags sind ganz allgemein wichtige SEO-Faktoren. Für Bilder gilt es vor allem, das Alt-Attribut mit den richtigen Informationen zu versehen. Es beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Das Title-Attribut enthält zusätzliche Informationen. Es wird dem Nutzer angezeigt, wenn er mit der Maus über dem Bild verweilt. Es sollte andere Informationen als die Beschreibung des Bildinhalts enthalten, zum Beispiel die Information, dass das Bild sich in einem neuen Fenster öffnen wird. Für SEO und die Google-Bildersuche ist das Alt-Attribut relevant. Es ­sollte unbedingt Keyword-optimiert befüllt werden. Ob Suchmaschinen auch den Dateinamen berücksichtigen, darüber gibt es verschiedene Auffassungen. Aussagekräftige Dateinamen schaden jedenfalls nicht und helfen Wordpress-Nutzern, den Überblick in prall gefüllten Mediatheken zu behalten.

Share-Buttons und weitere Plugins

Damit Leser die Inhalte der Website fleißig im Netz teilen, ist es üblich, entsprechende Share-Buttons einzubinden, meist über ein Plugin. Häufig blähen diese aber den Seitencode auf oder laden externe Java­scripte. Tatsächlich sollte man vor der Installation jedes Plugins sorgfältig prüfen, ob sein Einsatz nötig ist - getreu dem Motto: weniger ist mehr beziehungsweise erzeugt Geschwindigkeit. Wer Wert auf Performance legt, kann zum Beispiel statische Share-Buttons verwenden.
Für superkurze Ladezeiten und eine besonders prominente Darstellung im Suchergebnis hat Google das Projekt AMP ins Leben gerufen. Mehr dazu im zweiten Teil dieser Artikelserie.

Responsive Design und Mobile-optimiert

Für Mobile optimiert sollten natürlich nicht nur die Ladezeiten sein, sondern auch die Darstellung der Wordpress-Website. Wie Mobile-tauglich ein Theme ist, verrät ein schneller Check mit der Google Search Console.
Mehr Informationen darüber, wie die mobile Version der Site von Google gesehen wird, liefert die Search Console unter "Abrufen und rendern".

Spam-Kommentare blockieren

Unkontrolliert veröffentlichter Kommentar-Spam mit Links kann einem das Ranking verhageln. Deshalb sollten Kommentare moderiert und immer erst nach einer Prüfung freigegeben werden. Eine ganze Reihe von Plugins hilft dem Admin dabei, Spam automatisch auszusortieren.

Robots.txt und Sitemap.xml

In einer Robots.txt-Datei wird für Suchmaschinen-Crawler festgelegt, was sie ­indexieren sollen, welche Verzeichnisse für sie gesperrt sind oder wo sie die XML-Sitemap finden. Die Entwickler des SEO-Plugins Yoast nutzen für Wordpress eine Robots.txt, die nur einen einzigen Folder ausschließt: https://Yoast.com/robots.txt. Als Vorgehen empfehlen sie den Weg über die Google Search Console.
Dort soll unter "Crawling", "Abruf wie durch Google" und "Abrufen und rendern" gewählt werden. Anschließend sollten die Pfade zu ­allen blockierten Ressourcen, die die Darstellung beeinträchtigen, in der Robots.txt freigegeben werden. Dem Plugin Yoast fügt der Robots.txt keinen Verweis auf die Sitemap hinzu. Diese sollten vielmehr in der Search Console und den Bing Webmaster Tools angegeben und das Feedback der Services ausgewertet werden.
Das Wordpress-Backend muss übrigens in der Robots.txt nicht explizit ausgeschlossen werden, Robots Meta X-HTTP Header sorgen dafür, dass die Admin-Seiten nicht in Suchergebnissen auftauchen.




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