Entwicklungen 2016
18.01.2016, 08:05 Uhr

Das sind die digitalen Trends nach Meinung der Deutschen

Wie wird sich die Relevanz der Medien nach Meinung der Deutschen entwickeln? Und was sind aktuelle Tech-Trends? Antworten will die "Social Trends Studie" der ForwardAdGroup liefern.
Social Trends 2016 will die ForwardAdGroup aufzeigen
(Quelle: shutterstock.com/Frank Peters)
Was beschäftigt die Deutschen beim Thema digitale Entwicklungen und Trends? Das hat die ForwardAdGroup in ihrer "Social Trends Studie", für die im November 2015 690 Nutzer befragt wurden, versucht zu ermitteln. Die wichtigsten Erkenntnisse des Digitalvermarkters und BurdaForward Unternehmens: Mobiles Internet schreitet weiter voran, klassische Medien verlieren zunehmend, die Technik-Affinität nimmt zu.
In Zahlen ausgedrückt:
  • 92 Prozent der Befragten sind sich einig, dass die Relevanz des mobilen Internets an Bedeutung gewinnt. Bei Zeitschriften und Zeitungen befürchten knapp 60 Prozent, dass sie in Zukunft an Bedeutung verlieren.
  • Für 62 Prozent wäre ein Leben ohne Internet inzwischen unmöglich und so finden 72 Prozent, dass das Internet immer und überall verfügbar sein sollte.
  • Nicht nur der Laptop/PC (99,2 Prozent) und das Smartphone (83,1Prozent) wird zum Surfen genutzt. Auch das Tablet findet bei knapp 70 Prozent der Befragten dafür Anwendung. Den Smart-TV setzen bereits ein Fünftel der Befragten ein.
Wenn es um Internetnutzungsdauer nach Gerät geht, zeigen die Ergebnisse, dass die durchschnittliche Verweildauer am stationäre PC oder Laptop am längsten ist (195 Minuten an einem Werktag). Das Smartphone wird vor allem von den unter 35-Jährigen sehr intensiv genutzt: 118 Minuten an einem Werktag und 124 Minuten am Wochenende. Bei der Gerätenutzung nach Tageszeiten sieht es ähnlich aus: Das Smartphone wird werktags konstant über den Tag verteilt genutzt. Während das Tablet und der PC seine Peaks am Abend haben.

Interesse an Devices und Techniken

Dass Technik inzwischen viele Alltagssituationen vereinfachen kann, ist keine neue Erkenntnis. Interessant aber ist, dass nur noch 26,9 Prozent ohne Unterstützung durch Geräte einkaufen gehen. Der gute alte Einkaufszettel hat langsam aber sicher ausgedient.
 
Ein Gerät, das den großen Durchbruch nie wirklich geschafft hat, ist das Phablet: So besitzen auch erst 9,5 Prozent der Befragten eines und nur knapp acht Prozent planen sich in den kommenden zwölf Monaten ein Phablet zu kaufen. Anders sieht es beim Thema Smartwatch aus. Zwar haben aktuell nur 3,3 Prozent der Befragten eine smarte Uhr - 14 Prozent jedoch planen sich eine zu kaufen. Ein Drittel der Befragten interessiert sich für diese Technologie.
 
Ebenfalls schon länger im Trend ist das Fitnessarmband: 6,1 Prozent der Befragten besitzen eines - 12,5 Prozent planen den Kauf. 36 Prozent sind an Fitnessarmbändern interessiert. Smartglasses finden fast ein Drittel interessant, aber sie haben noch keine Verbreitung gefunden - nur fünf Prozent plant einen Kauf.
 
Anders sieht es bei Mobile Payment aus: Drei Viertel der Befragten haben schon einmal etwas davon gehört. Nutzen tun es bisher nur 7,6 Prozent. Aber 40 Prozent können sich vorstellen in Zukunft das Mobiltelefon zum Bezahlen zu benutzen. Ebenfalls aktuell - nicht nur bei Google - ist das vernetzte Auto: 38 Prozent denken, dass das eine sinnvolle Erweiterung des Autos ist. Knapp 60 Prozent der Befragten finden hingegen vernetztes Wohnen spannend. Besonderes Interesse gilt dabei Warnsystemen/Alarmanlagen und der automatischen Steuerung von Geräten im Haus wie Heizung, Licht oder Kaffeemaschine.

"Nun muss eine zunehmende Professionalisierung stattfinden"

Zu den Studienergebnissen äußert sich Martin Lütgenau, Geschäftsführer der ForwardAdGroup.
 
Die Trends 2016 Ihrer Studie nach sind: Mobiles Internet schreitet weiter voran, klassische Medien verlieren zunehmend, die Technik-Affinität nimmt zu: Was bedeutet das nun für die Vermarkter, Publisher und Werbungtreibende?
Martin Lütgenau: Im mobilen und sozialen Zeitalter genügt es nicht mehr, Produkte für Online zu entwickeln, um diese dann anschließend für mobile Geräte zu übertragen. Sowohl für Vermarkter als auch für Publisher und Werbungtreibende ist es unabdingbar, Content so zu produzieren, dass er den mobilen Nutzungssituationen der User gerecht wird. Werbeflächen dürfen nicht einfach adaptiert werden, sondern müssen für Mobile komplett neu gedacht, in den Lesefluss und die Nutzungssituation der User integriert werden. Dazu ist auf allen Seiten mobiles Know-how notwendig und es muss verstärkt Spezialwissen auf- und ausgebaut werden.
Martin Lütgenau, Geschäftsführer der ForwardAdGroup
(Quelle: ForwardAdGroup)

  
Die Themen sind ja grundsätzlich nicht neu, sie waren auch schon 2015 und in Teilen 2014 aktuell. Wie muss der Kurs 2016 nun aussehen? Wo sind die Unterschiede zu den Jahren zuvor?
Lütgenau: Die Themen sind tatsächlich nicht neu. Nun aber muss eine zunehmende Professionalisierung stattfinden. Nicht funktionierende Produkte, sowohl Content als auch Werbung, müssen ausgetauscht werden und durch funktionierende und auf den User ausgerichtete ersetzt werden. In der Produktentwicklung ist es wichtiger denn je, dass Vermarkter und Publisher noch enger als zuvor zusammenarbeiten, um das Produkterlebnis beim mobilen Surfen für User zu optimieren.
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