Gastbeitrag 30.11.2015, 08:10 Uhr

Location Based Advertising zur Neukundengenerierung

Eine gezielte Ansprache von Kunden in Abhängigkeit des Standortes und der Uhrzeit ist nicht kompliziert. Doch welche Möglichkeiten gibt es für lokale Händler, um diese Werbeform gezielt einzusetzen?
(Quelle: Shutterstock.com/Gustavo Frazao)
Von Martin Kreitmair, Head of Performance Marketing, Catbird Seat
Eine Regenjacke bei strahlendem Sonnenschein verkaufen? Oder Eis im Winter? Dank innovativer Technologien im Internet - wie Facebook oder Google - ist das kein Problem! Wer als Verkäufer Erfolg haben möchte, muss heutzutage im Internet präsent sein. Das Stichwort "Local Ads" greift dabei immer mehr um sich.
Kunden zielgruppengerecht anzusprechen in Abhängigkeit des Standortes und der Uhrzeit ist technisch nicht unmöglich, stellt aber für viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) noch eine Herausforderung dar. Dabei steht die mobile und soziale Werbebranche erst am Anfang ihrer Möglichkeiten.

Entwiklung der digitalen Marketing Branche

Die digitale Marketing Branche hat seit den Anfängen um die Jahrtausendwende herum ein beachtliches Wachstum hingelegt und wächst auch aktuell noch kontinuierlich jedes Jahr. In den USA und Japan ist die Industrie bereits fünf Schritte weiter als hierzulande. Das ist einerseits kein Kompliment für die Dynamik in Deutschland, ermöglicht aber andererseits Einblicke in die mittelfristige Entwicklung. Für dieses Jahr wird mit Werbeumsätzen von etwa sechs Milliarden Euro in Deutschland gerechnet, dabei nimmt der Anteil an mobiler Werbung spürbar an Fahrt auf (Abbildung 1: Entwicklung der Werbeumsätze).
Laut einer aktuellen Studie von Kenshoo stiegen im Jahresvergleich 2014 zu 2013 die Werbeausgaben für Social Media Advertising um mehr als 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar blieb Facebook 2014, was den Umsatz betrifft, mit zwölf Milliarden US-Dollar weit hinter Google (66 Milliarden US-Dollar) zurück, legt aber mit diesen Wachstumsraten eine enorme Aufholjagd hin - der Bereich Search Advertising wuchs hingegen nur um 10 Prozent (Kenshoo).

Google wird Kauf-Button einführen

Die Welt aus stationärem und digitalem Handel verschmilzt zusehends und das Einkaufsverhalten on- wie offline wird sich dadurch verändern. So wird Google in absehbarer Zeit den Kauf Button einführen. Das heißt Produkte nach denen auf Google gesucht wird, wird man in Zukunft direkt über die Suchmaschine kaufen können. Ist der User bei Google registriert und hat entsprechende Zahlungsoptionen gespeichert (Google Wallet) wird der Kauf quasi mit einem Click abgeschlossen. Die Gefahr für den Einzelhandel wird dabei sein, direkte Kunden nicht an Google zu verlieren und vom Kunden nur noch als Googles Dienstleister wahrgenommen zu werden.
Ein weiteres Beispiel für die zunehmende Verzahnung von online und offline im Einzelhandel ist der österreichische Supermarkt Billa. Preise sind digitalisiert und können mit minimalem Aufwand angepasst werden. Vorbei die Zeiten als Supermarktangestellte noch auf Leitern steigen mussten, um die Preise kurz vor Ladenschluss um 50 Prozent für Gemüse purzeln zu lassen.

Wo geht die Reise hin?

iBeacons, steht schon in den Startlöchern: Diese Technologie ermöglicht es, zu erkennen an welcher Position des Geschäfts sich jeder einzelne Kunde befindet und via Bluetooth individuelle Angebote auf das Smartphone zu schicken. Damit wird es möglich sein, noch individueller auf die Bedürfnisse der eigenen Kundschaft einzugehen und maßgeschneiderte Angebote via Bluetooth an die potenziellen Käufer zu senden.
Für den Einzel- wie Online-Handel ist eines klar: Wer heute Geld als Händler verdienen möchte kommt um das Thema digitale Werbung nicht herum. Ohne eine kluge Strategie ist es aber nur in seltenen Fällen möglich ein großes Stück vom Kundenkuchen abbekommen.



Das könnte Sie auch interessieren