Gastbeitrag
21.03.2016, 08:05 Uhr

Die gläserne Veranstaltung: Big Data erreicht die Eventbranche

Ticketing 4.0: Mit der vierten Generation von Ticketing-Technologien können Veranstalter ihre Events immer detaillierter analysieren und optimieren. Diese Datenfülle ist nicht selbstverständlich - und der Live-Zugang erst recht nicht.
(Quelle: Fotolia.com/Thomas Amby)
Von Sandro Spieß, Marketing Manager Deutschland bei Eventbrite
Wie wir Veranstaltungen organisieren, ob das nun Konferenzen sind, oder Konzerte, Seminare, Marathons oder Sportereignisse, hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren massiv verändert. Mit der aktuellen, vierten Generation von Ticketing-Technologien (Ticketing 4.0) können Veranstalter ihre Events immer detaillierter analysieren und optimieren: In Echtzeit erfahren sie, wer genau schon Tickets gekauft hat, und wann, welche ihrer digitalen Marketing-Kanäle besonders effektiv sind, in welcher Stadt die Käufer wohnen, und vieles mehr. Und am Tag der Veranstaltung können sie unter anderem nachvollziehen, wer schon an welchem Eingang eingecheckt wurde, und wer noch kommt. Diese Datenfülle ist nicht selbstverständlich - und der Live-Zugang dazu schon gar nicht.

Papiertickets

Um zu verstehen, wie weit wir gekommen sind, hilft der Blick zurück zum ehrwürdigen Papierticket, Ticketing 1.0 sozusagen. Das hatten schon die alten Griechen, und selbst bis in die 1960er Jahre hinein war das noch der aktuelle Stand der Technik.
Papiertickets wurden lange im Voraus gedruckt für den Vorverkauf in Paketen an ausgewählte Geschäfte und die Abendkasse geschickt. Veranstalter flogen damals fast blind und wussten damals gerade einmal - und auch erst nach dem Event - wie viele Tickets sie verkauft hatten und wie viele Besucher tatsächlich da waren.

Digitale Infrastruktur

Der erste technologische Quantensprung seit der Antike kam in den 1960er und 70er Jahren. Der Ticketvorverkauf wurde zum ersten Mal digitalisiert - die Ticketkäufer bekamen das gar nicht mit. Unglaublich teure Mainframes wickelten damals zum ersten Mal zentralisiert und automatisch den Ticketvorverkauf ab. Sie kommunizierten über Datenleitungen mit speziellen Ticketingterminals in Vorverkaufsstellen, die Tickets ‘on Demand’ druckten.
Das war revolutionär, aber teuer. Nur die größten Events und Arenen konnten sich das leisten. Die neue, digitalisierte Infrastruktur und das Aufkommen von Kreditkarten führte unter anderem dazu, dass die wenigen quasimonopolisierten Ticketanbieter immer mehr über ihre Ticketkäufer lernen konnten, über optimale Vertriebskanäle und Eventmarketing. Nur leiteten sie dieses wertvolle Wissen kaum und oft nur gegen Gebühr an ihre Veranstalter weiter. Dann kam das Internet.
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